Pomßen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

51.2387812.61277142Koordinaten: 51° 14′ 20″ N, 12° 36′ 46″ O

Pomßen
Gemeinde Parthenstein
Höhe: 142 m ü. NN
Fläche: ca. 12,32 km²dep1
Einwohner: 769 (31. Dez. 2010)[1]
Eingemeindung: 1. Januar 1994
Postleitzahl: 04668
Vorwahl: 034293
Pomßen (Sachsen)
Pomßen

Lage von Pomßen in Sachsen

Pomßen ist ein 20 Kilometer südöstlich von Leipzig gelegenes Dorf. Es gehört zur Gemeinde Parthenstein. Die im 13. Jahrhundert gebaute romanische Wehrkirche mit der ältesten spielbaren Orgel Sachsens aus dem 16. Jahrhundert ist die bedeutendste Sehenswürdigkeit Pomßens.

Geschichte[Bearbeiten]

Pomßen (Pomsen) auf einer Karte von Hermann Oberreit (1836/39)

Das Platzdorf Pomßen ist vermutlich eine sorbische Gründung gewesen; darauf weist zumindest der Ortsname slawischen Ursprungs hin. Wann das Dorf gegründet wurde, ist unbekannt. Die erste schriftliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1255, wo in einer Urkunde der Ritter Fridericus de Pomzin genannt wird. Schon seit 1391 wurde das Dorf Pomssen geschrieben, wenn auch noch bis ins 18. Jahrhundert hinein andere Schreibweisen üblich waren.

Pomßen war einer der bedeutendsten Adelssitze in Sachsen. Zum Rittergut gehörten mehrere hundert Hektar Land und im 16. Jahrhundert gab es dazu rund 40 Hufenbauern. 1439 bekam Nikel von Pflugk Pomßen vom Burggrafen Georg von Leisnig zu Lehen. Angehörige der Familie Pflugk residierten bis 1534 auf der Wasserburg von Pomßen. 1529 fand im Ort die erste evangelische Kirchenvisitation statt, womit der neue Glaube in der örtlichen Pfarre eingeführt wurde.

1536 hat Hans von Ponickau Pomßen erworben. Von da an war die Familie Ponickau für nahezu zweieinhalb Jahrhunderte im Besitz des Gutes. Schon im Verlauf des 16. Jahrhunderts ließen die Ponickaus die Wasserburg in ein Schloss umbauen, das dann zuletzt im 19. Jahrhundert ein neoklassizistischer Bau gewesen ist.

Die letzten Besitzer des Gutes Pomßen waren seit Ende des 19. Jahrhunderts die Fürsten von Schönburg-Waldenburg. Die Schönburgs wurden 1945 im Zuge der Bodenreform enteignet.

Während des Dreißigjährigen Krieges wurde das Dorf 1642 von den Schweden geplündert. Im Siebenjährigen Krieg und zur Zeit der Völkerschlacht 1813 gab es um den Ort Kämpfe und die Bewohner hatten unter Einquartierungen zu leiden. Am 20. Oktober 1943 wurde Pomßen aus der Luft bombardiert, was zur Zerstörung einiger Häuser führte.

Pomßen war in der Vergangenheit ein ausgesprochen großes und volkreiches Dorf. Bereits 1834 lebten hier fast 600 Menschen, 1939 hatte der Ort 900 Einwohner und erreichte 1950 mit 1145 Menschen seine höchste Einwohnerzahl, was auf den Zuzug vieler Flüchtlinge und Vertriebener zurückzuführen war. Seitdem hat die Einwohnerzahl stetig abgenommen. Die letzte amtliche Erhebung der eigenständigen Gemeinde Pomßen wies für 1990 688 Einwohner aus.

Zum 1. Januar 1994 wurde aus den bis dahin eigenständigen Gemeinden Grethen, Großsteinberg, Klinga und Pomßen die Gemeinde Parthenstein neugebildet.[2]

Infrastruktur[Bearbeiten]

Ehem. Grundschule

Die ehem. Grundschule wird von Vereinen genutzt. Die Kinder aus Pomßen besuchen jetzt die Grundschule in Großsteinberg.

Literatur[Bearbeiten]

  • Cornelius Gurlitt: Pomssen. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 20. Heft: Amtshauptmannschaft Grimma (2. Hälfte). C. C. Meinhold, Dresden 1898, S. 215.
  • Klaus Günther: Wehrkirche Pomßen. Beucha 1995. ISBN 3930076136
  • Pombsen, oder Pomsen. In: August Schumann: Vollständiges Staats-, Post- und Zeitungslexikon von Sachsen. 8. Band, Zwickau 1821, S. 489–495.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Pomßen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Pomßen im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Zahlen und Fakten auf parthenstein.de, abgerufen am 29. Februar 2012
  2. Gebietsänderungen ab 1. Januar 1994 bis 31. Dezember 1994 auf der Internetpräsenz des Statistisches Landesamt des Freistaats Sachsen, S. 7 (PDF; 64 kB), abgerufen am 24. Februar 2012