Pomarance

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Pomarance
Wappen
Pomarance (Italien)
Pomarance
Staat: Italien
Region: Toskana
Provinz: Pisa (PI)
Koordinaten: 43° 18′ N, 10° 52′ O43.29972222222210.873611111111370Koordinaten: 43° 17′ 59″ N, 10° 52′ 25″ O
Höhe: 370 m s.l.m.
Fläche: 227 km²
Einwohner: 5.985 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 26 Einw./km²
Postleitzahl: 56045
Vorwahl: 0588
ISTAT-Nummer: 050027
Volksbezeichnung: Pomarancini
Schutzpatron: San Vittore (10. Oktober)
Website: www.comunepomarance.it

Pomarance ist eine italienische Gemeinde mit 5985 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2013) und liegt mitten in der Region Toskana im südlichsten Zipfel der Provinz Pisa. Haupteinnahmequelle sind das geothermische Kraftwerk in Larderello, die Land- und Forstwirtschaft, sowie der Tourismus.

Geographie[Bearbeiten]

Lage von Pomarance in der Provinz Pisa
Hauptplatz Piazza de Larderel in Pomarance mit dem Campanile der Kirche San Giovanni Battista
Die Ortsteile Montecerboli (links) und Larderello (rechts)

Pomarance liegt an den nördlichen Ausläufern der Colline Metallifere im Süden der Provinz Pisa. Im südlichen Gemeindegebiet liegt das Tal des Teufels. Die Regionalhauptstadt Florenz liegt 60 km nordöstlich, die Provinzhauptstadt Pisa 60 km nordwestlich. Sie ist Teil der Comunità montana Alta Val di Cecina, deren Verwaltungssitz sie beherbergt [2], und liegt in der klimatischen Einordnung italienischer Gemeinden in der Zone D, 1874 GR/G[3].

Im Tal fließt der Fluss Cecina, der sich insgesamt 10 km im Gemeindegebiet aufhält. Der Cecina ist bis Saline di Volterra einer der saubersten Flüsse in ganz Italien. Danach ist sie allerdings durch die Salinen einer der verschmutztesten. Weitere Flüsse im Gemeindegebiet sind der Cornia (2 km von 49 km) sowie die Torrenti Pavone (7 km von 32 km), Possera (14 km von 18 km) und Trossa (20 km von 22 km). [4]

Die Gemeinde Pomarance besteht aus den Ortsteilen (Frazioni) Larderello, Libbiano (479 m, ca. 300 Einwohner), Lustignano (410 m, ca. 150 Einwohner), Micciano (473 m, ca. 60 Einwohner), Montecerboli (386 m, ca. 880 Einwohner), Montegemoli (212 m, ca. 40 Einwohner), San Dalmazio (280 m, ca. 130 Einwohner) und Serrazzano (548 m, ca. 390 Einwohner). [5]

Angrenzende Gemeinden sind Volterra, Radicondoli (SI), Castelnuovo di Val di Cecina, Casole d’Elsa (SI), Monterotondo Marittimo (GR), Monteverdi Marittimo und Montecatini Val di Cecina.

Geschichte[Bearbeiten]

Die ältesten archäologischen Funde stammen aus der Steinzeit. Auf dem Gemeindegebiet wurde außerdem ein reiches etruskisches Grab aus dem 6. Jhd. v. Chr., sowie eines aus dem 4. Jhd. v. Chr. unter der Kirche Johannes des Täufers in Pomarance.

Oberhalb von San Dalmazio wurden lediglich Einzelfunde aus der etruskischen Zeit gemacht. Allerdings wurden die Reste einer Villa aus der Zeit des Römischen Reiches entdeckt.

Im Mittelalter war Pomarance oder Ripomarancie eine der wichtigsten Festungen der Stadt Volterra. In der Folgezeit geriet Pomarance unter Florentinische Herrschaft und wurde zu einem wichtigen Handelszentrum ausgebaut.

Anfangs des 19. Jahrhunderts kam die geothermische Industrie in Larderello südlich von Pomarance auf. Dieser Wirtschaftszweig ist bis heute der wichtigste der Gemeinde.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Der wichtigste Wirtschaftszweig ist die geothermische Anlage in Larderello. Sie gehört zu den größten Kraftwerken auf der Welt. Mit dem heißen Dampf werden Castelnuovo di Val di Cecina, San Dalmazio und Pomarance zu einem Teil ferngeheizt.

Nicht zu übersehen sind die Forstwirtschaft sowie die Landwirtschaft. Wein, Weizen und Holz gehören zu den Standpfeilern der Wirtschaft in der Gemeinde.

Der Tourismus spielt ebenfalls eine große Rolle. Durch die vielen kulturellen Schätze kommen jedes Jahr viele Touristen nach Pomarance.

Infrastruktur[Bearbeiten]

Von 1968 bis 1992 befand sich in San Dalmazio die Stromrichterstation der HGÜ SACOI. Heute befindet sich auf dem Areal ein Solarpark.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die Burg Rocca Sillana
Chiesa di San Dalmazio im Ortsteil San Dalmazio
  • Pieve di San Giovanni Battista Pieve im Ortskern, die im 12. Jahrhundert unter dem Namen Santo Salvatore entstand. Wurde im 18. und 19. Jahrhundert an Fassade und Hauptschiff restrukturiert. Enthält den Freskenzirkel Scene della vita di Cristo von Luigi Ademollo aus dem Jahr 1837, Fresken von Vincenzo di Benedetto di Chele Tamagni (1525) sowie die Werke Madonna col Bambino tra i Santi Giovanni Battista, Lucia, Sebastiano e Martino (Cappella di San Giovanni, Tafelbild, 1525 entstanden und 1981 restauriert worden) des Tamagni, Madonna del Rosario (Tafelbild, erster Altar rechts) von Niccolò Circignani und eine Annunciazione von Cristoforo Roncalli (Leinwandgemälde aus dem Jahr 1582). Aus dem Jahr 1329 ist ein Tafelgemälde (Madonna del cardellino) erhalten, das wahrscheinlich aus der Werkstatt des Duccio di Buoninsegna stammt.
  • Chiesa di San Bartolomeo Apostolo, Kirche im Ortsteil Montegemoli, die erstmals 1135 erwähnt wurde. Enthält von Francesco Neri Guntarini da Volterra das Werk Madonna delle Grazie. Das Tafelgemälde entstand um 1360 und wurde von Coluccio Frescolini di Montegemoli in Auftrag gegeben.
  • Chiesa di San Dalmazio im Ortsteil San Dalmazio, bereits 1146 erwähnte Kirche mit Monasterium, welches 1511 nach Volterra verlegt wurde. Die Kirche wurde im 18. Jahrhundert mit den Steinen der Pieve di San Giovanni Battista a Sillano restauriert.
  • Pieve di San Giovanni Battista a Sillano, ehemalige Pieve und heutige Kirchenruine nahe San Dalmazio und der Rocca Sillana, die bereits 954 erwähnt wurde. Wurde mehrmals zerstört und im 16. Jahrhundert endgültig verlassen.
  • Eremo di San Michele alle Formiche, Eremitage aus dem Jahr 1377, das im 18. Jahrhundert aufgegeben wurde.
  • Chiesa di San Cerbone, Kirche im Ortsteil Montecerboli, ersetzt seit 1460 die Pieve di San Giovanni Battista a Morba in ihren Funktionen.
  • Pieve di San Giovanni Battista a Morba, ehemalige Pieve in der Località La Pieve nahe Montecerboli, wurde bereits 971 erwähnt.
  • Oratorio di Sant’Antonio im Ortsteil Serrazzano, Oratorium aus dem 10. oder 11. Jahrhundert.
  • Oratorio della Madonna del Carmine, Oratorium nahe dem Ortsteil Micciano, wurde bereits 947 erwähnt.
  • Chiesa di San Michele Arcangelo, Kirche im Ortsteil Micciano, bereits vor dem 13. Jahrhundert entstanden Kirche.
  • Pieve di San Giovanni Battista, ehemalige Pieve im Ortsteil Lustignano. Wurde bereits 1171 von Papst Alexander III. schriftlich erwähnt.
  • Rocca Sillana (auch Silana oder Sillano geschrieben), im 12. Jahrhundert entstandene Burg (Burgturm Torre d’Avvistamento). Wurde verstärkt und ausgebaut von Giuliano da Sangallo im 15. Jahrhundert. Der Unterort (Borgo) besitzt zwei Stadttore (Porta Volterrana und Porta San Rocco), die heute noch erkennbar sind. [6]

Söhne und Töchter des Ortes[Bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Pomarance – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2013.
  2. Webseite der Unione Montana Alta Val di Cecina, abgerufen am 5. April 2013 (ital.)
  3. Webseite der Agenzia nazionale per le nuove tecnologie, l’energia e lo sviluppo economico sostenibile (ENEA), abgerufen am 4. April 2013 (ital.) (PDF; 330 kB)
  4. Offizielle Webseite des Sistema Informativo Ambientale della Regione Toscana (SIRA) zu den Flüssen in Pomarance, abgerufen am 4. April 2013 (ital.)
  5. Offizielle Webseite des ISTAT (Istituto Nazionale di Statistica) zu den Einwohnerzahlen 2001 in der Provinz Pisa, abgerufen am 4. April 2013 (ital.)
  6. Webseite von Castelli Toscani zur Rocca Sillana, abgerufen am 5. April 2013 (ital.)
  7. Webseite der Bandiera Arancione zu Castelnuovo di Val di Cecina, abgerufen am 5. April 2013 (ital.)