Pompeu Fabra i Poch

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Pompeu Fabra, 1933.

Pompeu Fabra i Poch (* 1868 in Gràcia, heute Barcelona; † 1948 in Prades, Frankreich) war ein katalanischer Philologe. Er gilt als der „Vater“ der linguistischen Normen der katalanischen Sprache.

Leben[Bearbeiten]

Pompeu Fabra i Poch studierte an der Universität Barcelona. Von Beruf war er Industrieingenieur, entwickelte jedoch schon sehr früh ein großes Interesse an seiner Heimatsprache. Über die Zeitschrift L’Avenç startete er 1890–91 eine Kampagne zur Reform der katalanischen Orthografie. 1904 veröffentlichte mit Jaume Massó i Torrents (1863–1943) und Joaquim Casas i Carbó (1858–1943) ein Traktat zur katalanischen Rechtschreibung. Sehr aktiv war er auch beim ersten internationalen Kongress zur katalanischen Sprache (1906).

1912 veröffentlichte er auf Spanisch ein bis heute verwendetes Standardwerk: Gramática de la lengua catalana (Grammatik der katalanischen Sprache). Das Institut d’Estudis Catalans erklärte 1913 die in Pompeu Fabras Buch enthaltenen grammatischen Normen zum Standard, 1918 erschien ein eigenes Buch des Instituts unter Fabras Aufsicht. Später wurde dieser auch Vorsitzender des Instituts. 1917 erschien dort das Wörterbuch zur katalanischen Rechtschreibung.

Sein wahrscheinlich aber größtes und bekanntestes Werk war das 1932 veröffentlichte Diccionari general de la llengua catalana (Allgemeines Wörterbuch der katalanischen Sprache). Im selben Jahr wurde er ohne Gegenstimme zum Lehrstuhlinhaber an die Autonome Universität Barcelona berufen.

1934 wurde er nach politischen Spannungen inhaftiert, was ihn in Katalonien allerdings nur noch berühmter machte. Am Ende des Spanischen Bürgerkriegs (1936–39) verließ er sein Land ins Exil nach Frankreich, wo er bis zu seinem Tode lebte. Sein Grab in Cuixà in der Nähe von Prada (frz. Prades) im französischen Norden Kataloniens wird bis heute jedes Jahr von tausenden Katalanen besucht.

Die 1990 durch katalanischen Parlamentsbeschluss gegründete Universität Pompeu Fabra in Barcelona wurde nach ihm benannt. Ein großer Platz in Barcelona trägt ebenfalls seinen Namen.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Contribució a la gramàtica de la llengua catalana (1898)
  • Gramática de la lengua catalana (1912)
  • Normes ortogràfiques (1913)
  • Gramàtica catalana (1918)
  • Diccionari general de la llengua catalana (1932)
  • Miscel·lània Fabra (1943)

Weblinks[Bearbeiten]