Pong

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Pong (Begriffsklärung) aufgeführt.
Pong
Pong.png
Studio Atari
Publisher Atari
Leitende Entwickler Allan Alcorn
Erstveröffent-
lichung
29. November 1972
Genre Retrospiel/Sport
Spielmodus 2 Spieler gleichzeitig
Steuerung 2 Rotationscontroller
Gehäuse Standard
Arcade-System Schaltkreise, keine CPU
Sound CPU: –
Sound Chips: Discrete
Monitor Vektoren 13-Zoll
Information revolutionärer Klassiker
Arcade-Automat von Pong
Pong-Konsole von Atari
Coleco Telstar, eine der zahlreichen Konsolen für zu Hause
Pong auf dem iPod

Das 1972 von Atari veröffentlichte Pong wurde zum ersten weltweit populären Videospiel und in den 1970er-Jahren zunächst auf Geräten in Spielhallen bekannt. Es gilt als Urvater der Videospiele, obgleich schon zuvor Videospiele entwickelt worden waren.

Das Programm[Bearbeiten]

Das Spielprinzip von Pong ist simpel und ähnelt dem des Tischtennis: Ein Punkt („Ball“) bewegt sich auf dem Bildschirm hin und her. Jeder der beiden Spieler steuert einen senkrechten Strich („Schläger“), den er mit einem Drehknopf (Paddle) nach oben und unten verschieben kann. Lässt man den „Ball“ am „Schläger“ vorbei, erhält der Gegner einen Punkt. Das programmtechnisch aufwändigste an Pong war die Anzeige des aktuellen Punktestandes. Da das Originalspiel nie von der USK geprüft wurde, ist in Deutschland die originale Version formal freigegeben ab 18 Jahren. Dies gilt jedoch nicht für die Version von 1999, die „ohne Altersbeschränkung“ freigegeben wurde.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Im Frühjahr 1972 präsentierte in Burlingame, Kalifornien die Firma Magnavox ihr von Ralph Baer entwickeltes Magnavox Odyssey. Nolan Bushnell spielte hier zum ersten Mal das Ping-Pong Spiel des Magnavox Odyssey. Als Bushnell wenig später Atari gründete, beauftragte er seinen noch neuen Angestellten Allan Alcorn, zu Übungszwecken ein Ping-Pong-Spiel zu erstellen. Wie sich herausstellte, machte das Ping-Pong-Spiel so viel Spaß, dass Bushnell sich entschied, es zu veröffentlichen. Da der Begriff Ping Pong bereits geschützt war, einigte man sich darauf, das Spiel ganz einfach Pong zu nennen.

Als Magnavox von Pong erfuhr, informierten sie Atari darüber, dass für das Spielprinzip bereits Patente bestanden. Vor Gericht konnte Magnavox beweisen, dass Bushnell im Frühjahr 1972 deren Ping-Pong-Spiel gesehen und gespielt hatte. Ein Eintrag Bushnells im Gästebuch von Magnavox untermauerte deren Beweisführung. Atari wurde zur Zahlung von $700.000 zur Nutzung der Patente von Magnavox verurteilt. Für Atari war das eine gute Investition, da man bis 1983 weit über 8000 Pong-Münzautomaten verkaufte.

Der Pong-Automat basierte nicht auf einem Mikroprozessor mit einem Programm, sondern auf einem festverdrahteten, teils digitalen, teils analogen Schaltkreis – er war daher kein Computer im eigentlichen Sinne. General Instrument stellte später für Konsolen den AY-3-8500 her (Pong-on-a-Chip).

Im Sommer 1975 präsentierte Atari auf der Consumer Electronics Show (CES) eine Heimversion von Pong. Die Spielkonsole stieß auf wenig Interesse, da das Odyssey von Magnavox sich nur mäßig verkauft hatte und dessen Produktion bereits 1974 eingestellt worden war.

Kurz nach der CES bekundete Tom Quinn, Einkäufer bei Sears, Interesse an Pong. Die Verhandlungen mit Atari endeten damit, dass Sears die alleinigen Vermarktungsrechte erhielt und Atari bis zum Weihnachtsgeschäft 150.000 Einheiten der Pong-Konsole liefern sollte.

Das Weihnachtsgeschäft wurde ein voller Erfolg und die Pong-Konsole sowie diverse Nachbauten wie der Ameprod TVG-10 blieben bis Ende der 1970er Jahre erfolgreich, in Europa bis Anfang der 1980er Jahre. Dann trat der Atari 2600 die Nachfolge an. Für das Atari VCS (oder 2600) erschien ebenfalls ein Cartridge unter dem Label von Sears Roebuck, mit Spielen, die teilweise auch als Stand-Alone-Konsole (s.o.) erhältlich waren. Dieses Multi-Game Cartridge mit dem Namen PONG SPORTS enthielt:

  • Pong
  • Super Pong
  • Soccer
  • Table Soccer
  • Hockey
  • Quadrapong
  • Handball
  • Volleyball
  • Basketball

Aus Pong hat sich die Variante Breakout entwickelt. In Computerspielen wie Commander Keen (dort unter dem Namen „Paddle War“) hat Pong sein Nischendasein gefunden.

In der Arcade-Grundversion können nur zwei Spieler gegeneinander spielen. Später gab es auch Versionen mit einem Computergegner. Im September 1973 erschien Pong Doubles, das erste Spiel für gleichzeitig vier Spieler.

Ab 1977 spielte Pong auch im deutschen Fernsehen in der Sendung Telespiele eine wichtige Rolle.

Es gab / gibt verschiedene Variationen und Adaptionen des Spiels; neben den Umsetzungen für nahezu alle Computer- und Betriebssysteme sind drei Varianten besonders hervorzuheben:

  • Die DDR-Version der Spielkonsole war die BSS 01 (1980–1984).
  • Die Painstation ist eine Pong-Variante, die den Spielern verschiedenartige Schmerzen zufügt.
  • Im Projekt Blinkenlights (2001) konnte Pong auf einer Hausfassade gespielt werden, gesteuert per Mobiltelefon.

Ende Februar 2012 gab Atari bekannt, dass eine neue Version von Pong anlässlich seines 40. Geburtstages für eine Nutzung unter iOS neu herausgebracht werden soll. Hierzu konnten unabhängige Entwickler bis zum 31. März 2012 Vorschläge einreichen. Für den Gewinner wurde eine Prämie von 100.000 US-Dollar ausgelobt.[2]

Pong gehörte zur zweiten Riege von Computerspielen, die das Museum of Modern Art am 28. Juni 2013 in seine Dauerausstellung aufnahm.[3]

Verweise[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Pong – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Fluter.de Grünes Blut – Die Zensur von Videospielen, 22. März 2004
  2. Pong-Revival: Atari plant Neuauflage des Spielhallen-Klassikers, Netzwelt, 29. Februar 2012.
  3. Paul Galloway: Video Games: Seven More Building Blocks in MoMA’s Collection (englisch) In: Inside / Out. A MoMA/MoMA PS1 Blog. Museum of Modern Art. 28. Juni 2013. Abgerufen am 29. Juni 2013.