Ponikwa (Bystrzyca Kłodzka)

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Ponikwa
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Ponikwa (Polen)
Ponikwa
Ponikwa
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Niederschlesien
Landkreis: Kłodzko
Gmina: Bystrzyca Kłodzka
Geographische Lage: 50° 15′ N, 16° 36′ O50.25194444444416.6075Koordinaten: 50° 15′ 7″ N, 16° 36′ 27″ O
Höhe: 480 m n.p.m
Einwohner:
Telefonvorwahl: (+48) 74
Kfz-Kennzeichen: DKL
Wirtschaft und Verkehr
Nächster int. Flughafen: Breslau

Ponikwa (deutsch Verlorenwasser) ist ein Dorf im Süden des Powiat Kłodzki in der Woiwodschaft Niederschlesien in Polen. Es gehört zur Gemeinde Bystrzyca Kłodzka (Habelschwerdt), von der es sechs Kilometer südlich entfernt ist.

Geographie[Bearbeiten]

Ponikwa liegt am Fuß des Habelschwerdter Gebirges. Nachbarorte sind Wyszki im Norden, Długopole Dolne im Osten, Długopole Zdrój sowie Długopole Górne im Südosten und Poręba im Südwesten. Im Westen erhebt sich der 965 m hohe Heidelberg (Jagoda).

Geschichte[Bearbeiten]

Verlorenwasser gehörte zum Glatzer Land und wurde erstmals 1319 erwähnt. Im Ort bestand damals eine Wehranlage, weshalb es vermutlich im Besitz des böhmischen Königs war. Die Ortsbezeichnung setzt sich zusammen aus Wehr (= verteidigen) und Loh (= niederes Holz, Gebüsch) sowie Wasser, mit dem der Dorfbach gemeint ist. Anfang des 15. Jahrhunderts war es vermutlich als Lehen im Besitz des Hans von Moschen, der es 1417 seinem Schwager Hans von dem Sande verkaufte. Dessen Witwe Hedwig geborene Moschen vermählte sich in zweiter Ehe mit Peter von Güsner. In den Hussitenkriegen wurde die Wehranlage zerstört und vermutlich fiel danach Verlorenwasser als erledigtes Lehen wieder an den böhmischen König zurück.

1684 verkaufte die böhmische Kammer Verlorenwasser und zahlreiche andere Kammerdörfer im Distrikt Habelschwerdt dem Glatzer Landeshauptmann Michael Wenzel von Althann. Dieser bildete aus den neu erworbenen Dorfschaften die Herrschaft Schnallenstein, deren Hauptort Rosenthal war, so dass sie auch als „Herrschaft Rosenthal“ bezeichnet wurde. Ab diesem Zeitpunkt bestand Verlorenwasser aus einem Dominialanteil und dem Freirichtergut. Der Dominialanteil bestand 1684 aus 17 Bauernhöfen, 32 Häuslern und einer Mehlmühle. Zu diesem gehörte auch die Obergerichtsbarkeit über das Freirichtergut.

Nach den Schlesischen Kriegen fiel Verlorenwasser zusammen mit der Grafschaft Glatz 1763 mit dem Hubertusburger Frieden an Preußen. Für Anfang des 18. Jahrhunderts sind nachgewiesen: eine Begräbniskirche, ein Schulhaus, 15 Bauern, 48 Gärtner und Häusler, ein Stückmann und eine Mehlmühle. Nach der Neugliederung Preußens gehörte Verlorenwasser seit 1815 zur Provinz Schlesien und war zunächst dem Landkreis Glatz eingegliedert. 1818 erfolgte die Umgliederung in den Landkreis Habelschwerdt, zu dem es bis 1945 gehörte. 1939 wurden 533 Einwohner gezählt.

Als Folge des Zweiten Weltkriegs fiel Verlorenwasser 1945 wie fast ganz Schlesien an Polen und wurde in Ponikwa umbenannt. Die deutsche Bevölkerung wurde vertrieben. Die neuen Bewohner waren zum Teil Heimatvertriebene aus Ostpolen. Da zahlreiche Bewohner Ponikwa in den nächsten Jahrzehnten wieder verließen, ging die Einwohnerzahl deutlich zurück. 1975–1998 gehörte Ponikwa zur Woiwodschaft Wałbrzych.

Freirichtergut[Bearbeiten]

Das Freirichtergut war 1412 im Besitz des Hans von Moschen, dem vermutlich auch das Dorf Verlorenwasser gehörte. 1417 verkaufte er beides seinem Schwager Georg von dem Sande. Nachdem dessen Witwe Hedwig geborene von Mosch den Peter Güsner heiratete, blieb das Freirichtergut bis 1541 in dieser Familie, während das Dorf vermutlich nach den Hussitenkriegen an den böhmischen König zurückfiel. Für 1541 ist Erasmus Tschesch (Czesch) von Mirselwitz als Freirichter nachgewiesen, um 1550 Andreas Lachnit, bei dessen Nachkommen es vermutlich bis Ende des 16. Jahrhunderts verblieb. Der Freirichter Barthel Jung verkaufte das Freirichtergut um 1610 an die Stadt Glatz, die vom Kaiser auch das Obergericht über das Richtergut erkaufte, dieses jedoch während des böhmischen Ständeaufstands wieder verlor. Wegen Überschuldung verkaufte sie das Richtergut 1631 an die Erben des Gläubigers Johann von Vite. Sie verkauften es um 1640 dem Valentin Mader, bei dessen Nachkommen es noch Anfang des 18. Jahrhunderts war.

Kirchliche Zugehörigkeit[Bearbeiten]

Verlorenwasser verfügte zunächst über kein eigenes Gotteshaus. Es war deshalb zur Kirche von Niederlangenau gewidmet, die ihrerseits eine Filiale der damaligen Oberlangenauer Pfarrei war. Nachdem diese 1624 zur Filiale von Ebersdorf abgestuft wurde, fiel Verlorenwasser zusammen mit Niederlangenau an die Pfarrei Habelschwerdt. Mit Genehmigung des Prager Konsistoriums wurde im Jahre 1700 eine hölzerne Begräbniskapelle mit einem Friedhof erbaut und dem hl. Joseph geweiht. An ihrer Stelle wurde 1802–1803 eine kleine Kirche aus Stein errichtet und am 23. Oktober 1803 eingeweiht. Später wurde sie zur Kuratie der Pfarrkirche von Habelschwerdt bestimmt.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Die St.-Josephs-Kirche von 1803 wurde 1804 um einen Turm erweitert. Der Hauptaltar im Stil des Rokoko wird Michael Klahr d. J. zugeschrieben. Die Seitenaltäre im Stil des Spätklassizismus stammen aus der Erbauungszeit. Dem linken Seitenaltar wurde eine holzgeschnitzte Barockmadonna eingefügt und mit einem Strahlenkranz umgeben. Das Deckengemälde schuf 1938 der Habelschwerdter Kunstmaler H. Blaschke.

Verweise[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]