Pont Saint-Bénézet

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Der Pont Saint-Bénézet vom Palais des Papes aus gesehen
Die romanische Doppelkapelle Ss Nicolas et Bénézet auf dem dritten Pfeiler

Der Pont Saint-Bénézet (frz. für ,Brücke des heiligen Bénézet‘, auch Pont d'Avignon genannt) ist die Ruine einer Bogenbrücke in der französischen Stadt Avignon, die einen Teil des östlichen Flussarmes der Rhône überspannt.

Sie liegt in unmittelbarer Nachbarschaft zum Palais des Papes, dem Papstpalast von Avignon. Gemeinsam mit diesem und der Kathedrale von Avignon bildet sie das UNESCO-Weltkulturerbe Historisches Zentrum von Avignon.[1] Das Bauwerk inspirierte den Text des Liedes Sur le pont d' Avignon und gilt als ein Wahrzeichen der Stadt.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Lage

Der auf festem Land gelegene Teil des Pont Saint-Bénézet befindet sich knapp außerhalb der Stadtmauern am Nordwestufer der Altstadt von Avignon. Er beginnt nahe dem Rocher-des-Doms und ist mit einem Wachturm des Palais des Papes verbunden. Der Boulevard du Quai de la Ligne – ein Teilstück der Route nationale 100 (frz. für ,Nationalstraße 100‘) – verläuft direkt unter einem der Brückenbögen.

Der über dem Wasser gelegene Teil des Pont Saint-Bénézet ist in Richtung der Île de la Barthelasse (frz. für ,Insel des Barthelasse‘), einer Insel zwischen Avignon und Villeneuve-lès-Avignon, gebaut und nimmt etwa zwei Drittel der Breite des Flussarmes in Anspruch.. Die Rhône teilt sich einige Kilometer vor der Brückenruine in zwei Flussarme auf.

[Bearbeiten] Aufbau

St. Nikolai-Kapelle am östlichen Ende des Pont Saint-Bénézet

Die im 12. Jahrhundert erbaute Brücke stützte sich auf 21 Bögen mit einer Länge von schätzungsweise 900 Metern, was sie zur damals längsten Brücke Europas machte.[2] Sie überspannte beide Flussarme der Rhône sowie die Île de la Barthelasse und verband so die Insel und beide Städte miteinander. Die schlanken und flachen Bögen, von denen heute (2010) noch vier erhalten sind, haben eine lichte Bogenweite von 33 Metern und einen Bogenstich von 13 Metern. In der Breite erreicht das Bauwerk 4 Meter. Auf einem der Pfeiler von je 8 Metern Durchmesser befindet sich eine romanische Doppelkapelle, deren obere Kapelle Nikolaus von Myra und deren untere Bénézet geweiht ist.[3]

Am Ufer von Villeneuve-lès-Avignon endete die Brücke am Tour Philippe-le-Bel (frz. für ,Turm von Philippe dem Schönen‘). In der Nähe dieses Turmes stand eine Kapelle des St. Nikolaus, u.a. dem Schutzpatron der Seefahrer.

[Bearbeiten] Geschichte

Stich Boote in Avignon von E. Brandard (um 1840)

Eine erste in den Jahren 1171 bis 1185 durch Louis de Sade erbaute Holzbrücke wurde im Jahr 1226 bei der Belagerung der Stadt durch Ludwig VIII. fast vollständig zerstört. Nach dem steinernen Neubau durch Hugues II. de Sade 1355, dessen Wappen bis heute erhalten ist, wurde die Brücke in der Folgezeit noch mehrfach durch Kriege und Hochwasser beschädigt. Schwere Beschädigungen durch ein Hochwasser führten im Jahr 1660 zur endgültigen Aufgabe der Brücke. Nachfolgende Hochwasser setzten das Zerstörungswerk fort, bis schließlich nur noch vier Brückenjoche erhalten blieben. Im 14. Jahrhundert wurde an der Nordseite der Brücke die zweistöckige St. Nicolas-Kapelle angebaut.

Der Pont Saint-Bénézet in Avignon wurde im Jahr 1840 in die staatliche Denkmalschutzliste Frankreichs aufgenommen.

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Eintrag auf einer Webseite des Komitees für das Erbe der Welt über das Historische Zentrum von Avignon in französischer und englischer Sprache.
  2. Gerhard Mehlhorn: Handbuch Brücken: Entwerfen, Konstruieren, Berechnen, Bauen und Erhalten, Springer-Verlag, Berlin/Heidelberg 2007, S. 27 f. bei Google bücher
  3. Guy Barruol, Maurice Rouquette: Reisewege durch die romanische Provence. Würzburg 1993.

[Bearbeiten] Literatur

  • Günther Philipp: Im Land der tausend Kapellen. Die romanische Provence. Karlsruhe 2000, ISBN 3-87297-141-7.

[Bearbeiten] Weblinks

 Commons: Pont Saint-Bénezet – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

43.9543722222224.8046111111111Koordinaten: 43° 57′ 16″ N, 4° 48′ 17″ O

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