Ponte Maria Pia

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41.139825-8.597147Koordinaten: 41° 8′ 23,4″ N, 8° 35′ 49,7″ W

f1

Ponte Maria Pia
Ponte Maria Pia
Die Maria-Pia-Brücke 2006
Überführt

Eisenbahn

Querung von

Rio Douro

Ort Porto / Vila Nova de Gaia
Konstruktion Bogenbrücke
Gesamtlänge 352 m
Höhe 61,20 m
Baubeginn 1875
Fertigstellung 31. Oktober 1877
Eröffnung 4. November 1877
Planer Gustave Eiffel / Théophile Seyrig

Die Maria-Pia-Brücke (portugiesisch Ponte Maria Pia) ist eine Eisenbahnbrücke über den Douro zwischen Porto und Vila Nova de Gaia. Sie ist neben dem Garabit-Viadukt die berühmteste Brücke von Gustave Eiffel.

Anlass für den Bau der Brücke[Bearbeiten]

Am 29. März 1809, als die Franzosen unter der Feldherrenschaft Napoleons I. von Norden her nach Porto eindrangen, versuchten die Bürger sich nach Süden über den Fluss Douro zu retten. Aufgrund der zu hohen Belastung brach die damalige Brücke, wodurch tausende Bürger ertrunken sein sollen. Seitdem fehlte eine Verbindung zwischen den beiden Orten.

Mit dem Aufkommen des Eisenbahnverkehrs erhöhte sich die Dringlichkeit eines Brückenneubaus. Da eine Umleitung der Eisenbahn einen Umweg von zwölf Kilometern bedeutet hätte, entschied man sich trotz der schwierigen geographischen Gegebenheiten und der daraus resultierenden Erwartung erheblicher technischer Probleme für den Brückenbau an dieser Stelle.

Bau der Brücke[Bearbeiten]

Die königliche Eisenbahngesellschaft von Portugal hatte 1875 die Überbrückung des Douro-Tals ausgeschrieben. Der Auftrag wurde dem Unternehmen Eiffel erteilt, da das Projekt mit dem Entwurf von Seyrig nur knapp ein Drittel (1.200.000 Francs) des teuersten Konkurrenzentwurfs kosten sollte. Wegen des großen Preisunterschiedes hatte man jedoch Zweifel an der Seriosität von Eiffels Angebot. Daher ließ man den Entwurf vor der Vergabe des Auftrages zusätzlich durch eine unabhängige Kontrollkommission überprüfen. Die Brücke wurde dann von Gustave Eiffel und Théophile Seyrig geplant und von 1875 bis 1877 gebaut.

Der Fluss war an der geplanten Baustelle 150 Meter breit, die Wassertiefe betrug bis zu 20 Meter. Steil ansteigende Ufer und eine sehr hohe Strömungsgeschwindigkeit des Douro machten die Errichtung von Pfeilern im Flussbett unmöglich. Um die steilen, sandigen Ufer und die hohe Strömungsgeschwindigkeit des Douro zu umgehen, wählten die Konstrukteure den Bau eines großen Fachwerkbogens mit einem mittleren Brückenfeld von 160 m Länge. Zur Abstützung wurden auf beiden Seiten des Flusses Pfeiler in der Uferböschung fundamentiert.

Der Bau begann im Dezember 1875. Da die Bauarbeiten in 21 Monaten beendet sein sollten, musste zügig gearbeitet werden. Zur Anfertigung der Baupläne hatte man daher nur zwei Monate Zeit. Eiffel selbst kam jedoch erst 1876 zur Baustelle.

Die Maria-Pia-Brücke zur Zeit ihrer Eröffnung 1877

Die Pfeiler, die Maurerarbeiten und die geraden Fahrbahnplatten waren im September 1876 fertig. Jedoch behinderten Überschwemmungen im Winter 1876/77 den geplanten Fortgang der Arbeiten. Daher konnte die Montage des Bogens erst im März 1877 in Angriff genommen werden. Am 31. Oktober 1877 gelang es schließlich, den Fluss zu überbrücken.

Das Hauptstück der Brücke, der große Bogen von 160 Metern, sollte freitragend mit einem neuen Verfahren montiert werden, das erst kurz zuvor in den USA von J. Eads bei der später nach ihm genannten Eads Bridge von St. Louis erprobt worden war. Diese Eisenbahnbrücke über den Mississippi River hatte die weiteste damals existierende Spannweite von 158,5 Metern. Eine freitragende Montage bedeutete, dass von beiden Seiten Bogenelemente angebracht und mit Stahltrossen zurückgehalten wurden, bis sich die beiden Segmente in der Mitte trafen.

Wie alle großen Bauten ist die Brücke ein Gemeinschaftswerk mehrerer Unternehmen. Der Ingenieur H. Dion war zuständig für die Überprüfung der Berechnung, Émile Nouguier und J. Compagnon waren für die Koordination der Arbeiten und für die Montage verantwortlich.

Am 31. Oktober 1877 wurden die Bauarbeiten abgeschlossen, und am 4. November 1877 die Brücke feierlich vom portugiesischen Königspaar Luís I. und seiner Gattin Maria Pia eingeweiht. Noch heute trägt die Brücke den Namen dieser Königin. Gut eingefügt in die großartige Landschaft, wurde sie zu einem Wahrzeichen der Stadt Porto.

Daten[Bearbeiten]

Die Maria-Pia-Brücke besteht aus einem Zweigelenk-Bogen aus Metall, der eine Metallfahrbahn trägt. Die Gesamtlänge der schmiedeeisernen Bogenbrücke beträgt 352 m, die doppelgleisige Eisenbahnstrecke auf ihrem Überbau verläuft 61,20 m über dem Wasser des Douro. Der Mittelbogen war mit einer Spannweite von 160 m zum Zeitpunkt der Eröffnung 1877 der größte seiner Art. Das Gewicht der Brücke beträgt 1.450 t.

Außerbetriebnahme[Bearbeiten]

Die Maria-Pia-Brücke wurde bis 1991 von der portugiesischen Eisenbahn befahren. Da sie nur eingleisig ist und eine Höchstgeschwindigkeit von 20 km/h hat, wurde der Bahnverkehr über den Douro auf die neu gebaute São-João-Brücke verlegt. Nach langer Vernachlässigung wurden 2009 Instandhaltungsarbeiten ausgeführt, jedoch ist keine neue Nutzung absehbar.

Sonstiges[Bearbeiten]

Gustave Eiffel baute 1881 bis 1884 in ähnlicher Bauart den doppelt so hohen Garabit-Viadukt bei Saint-Flour (Frankreich).

Die Ponte Maria Pia wurde 1990 von der American Society of Civil Engineers in die List of Historic Civil Engineering Landmarks aufgenommen.

Die Brücke wird sehr oft mit der im Zentrum der Stadt liegenden zweistöckigen Ponte Dom Luís I verwechselt, über deren obere Etage heute die neue Metrolinie des Stadtverkehrs fährt.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ponte Maria Pia – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien