Pontifikalien

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Pontifikalien sind in der römisch-katholischen Kirche und anderen christlichen Kirchen

Katholischer Bischof mit Mitra, Bischofsstab, Pektorale und Ring
Pontifikalien aus dem Klosterschatz der ehemaligen Prämostratenserabtei Rüti
  1. die dem Bischof oder Würdenträgern mit eigener Jurisdiktion vorbehaltenen Insignien sowie
  2. Amtshandlungen, bei denen der Bischof oder Würdenträger Mitra und Stab benutzt.

Pontifikalien (Insignien)[Bearbeiten]

Zu den Pontifikalien genannten Insignien gehören heute meist

  • Die Mitra oder Stephanos.
  • Der Stab, mit einer Krümme, daher auch Krummstab, (mit Krümme wird exakt nur der obere Teil des Stabes bezeichnet) der ein Symbol für das Hirtenamt darstellt. In der römisch-katholischen Kirche trägt der Papst als einziger Würdenträger keinen Krummstab, sondern die Ferula, die anstelle der Krümme ein Kreuz trägt.
  • Das Brustkreuz (Pektorale).
  • Der Bischofsring (beim Papst: Fischerring).
  • Der Pileolus ist eine kleine deckelartige Mütze, die das Hinterhaupt bedeckt. Bei Bischöfen ist er violett, bei Kardinälen scharlachrot, und der des Papstes ist weiß. Orden haben eine davon unabhängige und beliebige Farbordnung. Der Pileolus wird, da er oft auch unter der Mitra getragen wird, auch als Submitrale bezeichnet.
  • Metropoliten tragen außerdem bei der Heiligen Messe das Pallium, wenn der Gottesdienst in ihrer Kirchenprovinz stattfindet.

Die Pontifikaldalmatik ist bei der Bischofsweihe für den Erwählten verpflichtend, ansonsten nur fakultativ, wird aber vor allem bei der Spendung des Weihesakramentes für den Spender empfohlen, da so zum Ausdruck kommt, dass der Bischof die Fülle des Weihesakramentes innehat.

Heute fast nur noch bei der Feier der Heiligen Messe in der außerordentlichen Form des römischen Ritus tragen die Berechtigten außerdem noch die Pontifikaltunicella, Pontifikalhandschuhe und Pontifikalschuhe.

Das Zweite Vatikanische Konzil schrieb vor, dass die Pontifikalien nur noch von Bischöfen und ihnen vergleichbaren Amtsträgern (die für eine besondere Gruppe eigenständig verantwortlich sind, wie etwa Äbte) verwendet werden. Vorher wurden sie auch als Auszeichnung an bestimmte Personen und Inhaber bestimmter Kirchenämter verliehen, wie Apostolische Protonotare, Leitungsämtern in Dom- und Stiftskapiteln (Dompropst und Domdechant). In viele Darstellungen der kirchlichen Heraldik ist diese Praxis eingeflossen.

Pontifikalien (Amtshandlung)[Bearbeiten]

Mit Pontifikalien bezeichnet man außerdem Amtshandlungen, bei denen der Bischof (oder der berechtigte Würdenträger) gemäß der liturgischen Vorschrift Mitra und Stab benutzt.

Dies ist insbesondere der Fall bei

Die Durchführung dieser Riten sind im Pontifikale und im Caeremoniale episcoporum beschrieben.

Literatur[Bearbeiten]

  • Philipp Hofmeister: Das Pontifikalprivileg more Abbatum. In: Liturgisches Jahrbuch. Jg. 1, 1951, ISSN 0024-5100, S. 75–101; Jg. 2, 1952, S. 15–43.
  • Wolfgang Buchmüller: Die Insignien der Pontifikalliturgie in ihrem kulturgeschichtlichen und spirituellen Kontext. In: Forum Katholische Theologie. Jg. 27, 2011, ISSN 0178-1626, S. 129–146.