Pontorson

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Pontorson
Wappen von Pontorson
Pontorson (Frankreich)
Pontorson
Region Basse-Normandie
Département Manche
Arrondissement Avranches
Kanton Pontorson
Gemeindeverband Communauté de communes de Pontorson - le Mont-Saint-Michel.
Koordinaten 48° 33′ N, 1° 30′ W48.553333333333-1.507222222222215Koordinaten: 48° 33′ N, 1° 30′ W
Höhe 5–73 m
Fläche 43,01 km²
Einwohner 4.138 (1. Jan. 2011)
Bevölkerungsdichte 96 Einw./km²
Postleitzahl 50170
INSEE-Code
Website www.ville-pontorson.fr

Der Fluss Couesnon und die Nähe zum Mont Saint-Michel sind die beiden Trümpfe von Pontorson.

Pontorson ist eine französische Gemeinde im Département Manche in der Region Basse-Normandie. Die Stadt ist Verwaltungssitz des Kantons Pontorson mit 10 Kommunen und 6617 Einwohnern im Arrondissement Avranches. Der Ort selbst hat mit 4138 Einwohnern (Stand 1. Januar 2011).

Geografie[Bearbeiten]

Pontorson befindet sich 9 Kilometer von Mont-Saint-Michel, 22 Kilometer von Avranches und 45 Kilometer von Granville entfernt. Mitten in der Meeresbucht des Mont St. Michel gelegen, profitiert Pontorson und seine Umgebung vom ozeanisch geprägten, temperierten Klima. Die Ortschaft wird durch den Fluss Couesnon, einem südlich gelegenen Sumpfgebiet und einem 4800 Hektar großen Polder vom Hinterland abgegrenzt. Die Couesnon fließt zudem auch mitten durch den Ort.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Stadt wurde im 12. Jahrhundert nach einem Gelübde von Wilhelm dem Eroberer gegründet. Es handelte sich zunächst um einen wichtigen Ort vor den Toren der Bretagne. Hier lag auch die Burg von Pontorson, die 1623 unter Anordnung von Ludwig XIII. dem Erdboden gleichgemacht wurde. Einige Ruinen dieser Epoche sind noch zu sehen, wie zum Beispiel die Kathedrale Nôtre Dame, das Hotel Guischard de la Ménardière und das alte Krankenhaus St. Antoine der Charité von Pontorson. Grundfeste der Stadt wurden unter anderem während des Baus eines Kreisverkehrs in der Nähe von Campion und an der Stelle der ehemaligen Motorrad- und Fahrrad-Firma Videloup entdeckt.

Im Jahr 1030 erschwerte Hochwasser das Überqueren des Couesnon. Robert le Diable, der Vetter von Wilhelm dem Eroberer, ordnete daraufhin an, dass Hauptmann Orson eine Brücke über den Fluss bauen müsse.

Verwaltung[Bearbeiten]

Liste der Bürgermeister:

  • Louis-Julien-Marie Tanguy [1]
  • Felix Loyer, Notar [2]
  • 1995-2001: Joël Lerognon
  • Seit 2001: Patrick Lariviere, Pharmazeut

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006
4964 5073 5086 4946 4376 4107 4125

Städtepartnerschaft[Bearbeiten]

Seit 1968 pflegt Pontorson eine Partnerschaft zur deutschen Stadt Wassenberg, die im Jahre 2010 zu einer Dreieckspartnerschaft mit dem englischen Highworth ausgebaut wurde.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Kirche von Pontorson.

Zu den Sehenswürdigkeiten gehört die Kirche Notre Dame aus dem 11. und 12. Jahrhundert, sie wurde auf Grund eines Gelübdes von Wilhelm dem Eroberer von den gleichen Leuten wie der Mont Saint-Michel erbaut. Im romanischen und frühgotischen Stil beherrscht sie ihre Umgebung durch ihre mächtige Erscheinung und durch den von zwei romanischen Türmchen und verschiedenen Skulpturen geschmückten Eingangsbereich.

Weiterhin gibt es eine alte protestantische Kirche oder ehemalige Zehntenscheune. Sie ist ein seltener Zeuge eines wichtigen Abschnittes der Geschichte der Normandie. Die Kirche ist das einzige protestantische Gebäude der Manche vor dem Widerruf des Edikts von Nantes.

Haus Guischard de la Ménardière (genannt das "romanische Haus"): dieses Gebäude wurde vermutlich im 12. Jahrhundert erbaut. Trotz verschiedener Umbauten im 14., 15. und 18. Jahrhundert hat es das Angesicht eines Herrensitzes behalten, auf dem man die Inschrift der Familie Guischard (1719) lesen kann.

Der frühere Sitz der Grafen von Montgomery ist heute ein Hotel mit Restaurant. Die Böden, die bemalten Decken, die Holzarbeiten und die große Treppe sind ebenfalls Zeugen dieser Epoche.

Der alte Bahnhof von Pontorson, welcher die wichtige Rolle der Eisenbahn in der Stadtgeschichte illustriert.

Die Mühle von Moidrey aus dem Jahre 1806. Anfang 2000 wurde sie vollständig überholt und wiederhergestellt. Heute wird dort wieder Mehl gemahlen.

Feste und Ereignisse[Bearbeiten]

  • Anfang Mai findet das Partnerschaftsfest statt.
  • Am ersten Wochenende im März findet die Oldtimerbörse statt. Dort kann man seltene Modellautos, Bücher und mehr tauschen.
  • Am 3. Wochenende im September wird die Antiquariatmesse durchgeführt; eine Ausstellung über die Geschichte von Pontorson aus Beständen der kommunalen Archive.
  • Das Stadtjubiläum von Saint Michel wird am letzten Wochenende im September gefeiert.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Große Unternehmen:

  • Charles Amand
  • Briques et Bois
  • Manoir aux Abeilles
  • Agrial

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Eugène Jarnoüen, Pontorson, petite cité normande », Rennes 1932.
  • Abbé Beuve, Pontorson, 1947 (Réédition Edition du Scribes 1991).
  • Hélène Avisseau-Roussat, Revue du Département de la Manche, L’Hôpital St Antoine de la Charité de Pontorson (1644-1792) t. 6 ; fascicule 22-23 année 1964.
  • Livret de découverte – Pontorson et son canton, 2002 puis 2006 – Édité par l’OTSI de Pontorson
  • Émile Barbe, Restauration de l’église de Pontorson.
  • Catherine Duguépéroux, Le canton de Pontorson et ses habitants dans la seconde guerre Mondiale - à compte d'auteur, 2004.
  • Veritas, Pontorson – La Question du Presbytère, avant-propos de Verax, Rennes, Simon, 1907.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Annuaire du Département de la Manche, 12° Année 1840, S. 221
  2. Annuaire du Département de la Manche, 33° Année 1861, S. 101