Poppelsdorf

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50.7222227.09055680Koordinaten: 50° 43′ 20″ N, 7° 5′ 26″ O

Poppelsdorf
Bundesstadt Bonn
Höhe: 80 m ü. NN
Einwohner: 6248 (31. Dez. 2013)[1]
Eingemeindung: 1. Juni 1904
Postleitzahl: 53115
Vorwahl: 0228
Karte

Lage von Poppelsdorf in Bonn

Poppelsdorfer Schloss
Gründerzeitfassaden auf der Poppelsdorfer Allee

Poppelsdorf ist ein Ortsteil der Stadt Bonn im Stadtbezirk Bonn. Er ist stark durch die Universität Bonn geprägt.

Geographie[Bearbeiten]

Poppelsdorf liegt etwa in der Mitte des Bonner Stadtgebietes. Im Norden liegt die Weststadt, im Nordosten die Südstadt, im Südosten Kessenich, im Süden Venusberg und Ippendorf, im Südwesten Lengsdorf und im Westen Endenich.

Der Norden des Ortsteils umfasst die Universitätsgebäude, im Westen bilden deren Versuchsfelder eine Freifläche. Das Poppelsdorfer Zentrum mit Geschäften und Lokalen befindet sich an der Clemens-August-Straße im Südwesten.

Geschichte[Bearbeiten]

Poppelsdorf gehörte bis zum Ende des 18. Jahrhunderts zum Oberamt Bonn im Kurfürstentum Köln und war Namensgeber der Herrlichkeit Poppelsdorf (auch Endenich genannt), die im Besitz des Bonner Cassius-Stiftes war. Die Herrschaft umfasste die Ortschaften Endenich, Ippendorf und Poppelsdorf.[2] Nachdem das linksrheinische Gebiet zu Frankreich kam, wurde Poppelsdorf Sitz einer Mairie, die zum Kanton Bonn externe im Arrondissement de Bonn des Rhein-Mosel-Départements gehörte. Aufgrund der Beschlüsse auf dem Wiener Kongress wurde 1815 das Rheinland dem Königreich Preußen zugeordnet. Unter der preußischen Verwaltung wurde Poppelsdorf 1816 Sitz der Bürgermeisterei Poppelsdorf im Kreis Bonn im Regierungsbezirk Köln. Diese Bürgermeisterei bestand bis 1904, als die Gemeinde Poppelsdorf zusammen mit den Gemeinden Dottendorf, Endenich und Kessenich in die Stadt Bonn eingemeindet wurde. Die Gemarkung Poppelsdorf in den Grenzen der ehemaligen Gemeinde besteht bis heute.[3]

1755 wurde eine kurfürstliche Porzellanmanufaktur gegründet, aus der die Unternehmen Porzellan- und Steingutfabrik Ludwig Wessel (verblieb bis 1969 im Ort) und Steingutfabrik Franz Anton Mehlem (zog bald an den Rhein) hervorgingen. Es hatte außerdem schöne Landhäuser und seit 1885 eine Garnison (ein Infanteriebat. Nr. 28).

Neunzig Jahre lang (1883–1973) prägte der Büroartikel-Hersteller Soennecken das Viertel; während der 1920er Jahre beschäftigte das Unternehmen ca. 1000 Mitarbeiter.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Das ehemalige Lustschloss Clemensruhe des Kurfürsten Clemens August I. von Bayern am Ende der Poppelsdorfer Allee wurde von Friedrich Wilhelm III. der Universität überlassen. Es beherbergt jetzt Institute der Fachrichtung Biologie und das Mineralogisch-Petrologische Institut und Museum. Im benachbarten Botanischen Garten, einer der ältesten Gartenanlagen Deutschlands, deren Anfänge bis ins 16. Jahrhundert zurückreichen, wuchsen zuletzt in den Jahren 2003 und 2006 Aufsehen erregende Exemplare der Titanenwurz (lat. Amorphophallus titanum).

An der Meckenheimer Allee und Nussallee befinden sich zahlreiche Institutsbauten der Universität, einige noch aus dem 19. Jahrhundert. Das größte davon ist das Alte Chemische Institut.

In Poppelsdorf sowie besonders in den angrenzenden Stadtteilen Südstadt und Weststadt stehen noch viele Wohnbauten aus der Gründerzeit (ca. 1870er bis 1910er Jahre, je näher am Schloss, desto älter die Häuser) mit zum Teil hervorragend erhaltenen und sanierten Fassaden.

Der 1800 gegründete Poppelsdorfer Friedhof am Hang des Kreuzberges ist einer der ältesten Friedhöfe Bonns und beherbergt eine Vielzahl bekannter und sehenswerter Grabstätten.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Poppelsdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. bezieht sich auf den Statistischen Bezirk Poppelsdorf; Quelle: Bevölkerungsstatistik – Bevölkerung in Bonn – Stichtag: 31.12.2013, Bundesstadt Bonn, Statistikstelle, Februar 2014
  2. Wilhelm Fabricius: Erläuterungen zum geschichtlichen Atlas der Rheinprovinz, 2. Band: Die Karte von 1789. Bonn 1898, S. 59/88.
  3. Landesvermessungsamt Nordrhein-Westfalen: Verzeichnis der Gemarkungen (Stand 2005; PDF; 243 kB)