Poręba (Bystrzyca Kłodzka)

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Poręba
Wappen fehlt
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Poręba (Polen)
Poręba
Poręba
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Niederschlesien
Landkreis: Kłodzko
Gmina: Bystrzyca Kłodzka
Geographische Lage: 50° 14′ N, 16° 36′ O50.23305555555616.598333333333Koordinaten: 50° 13′ 59″ N, 16° 35′ 54″ O
Höhe: 450–650 m n.p.m
Einwohner:
Telefonvorwahl: (+48) 74
Kfz-Kennzeichen: DKL
Wirtschaft und Verkehr
Nächster int. Flughafen: Breslau

Poręba (deutsch Lichtenwalde) ist ein Dorf im Süden des Powiat Kłodzki in der Woiwodschaft Niederschlesien in Polen. Es gehört zur Gemeinde Bystrzyca Kłodzka (Habelschwerdt), von der es neun Kilometer südwestlich entfernt ist.

Geographie[Bearbeiten]

Poręba liegt in einem engen Tal am südöstlichen Abhang des Habelschwerdter Gebirges und zieht sich fast bis zu der oberhalb liegenden Wojewodschaftsstraße 389. Nachbarorte sind Wyszki im Norden, Ponikwa im Nordosten, Długopole Zdrój im Osten, Długopole Górne im Südosten, Gniewoszów im Süden, Poniatów im Südwesten und Rudawa im Westen. In einer Entfernung von zwei Kilometern südwestlich verläuft die Grenze zu Tschechien. Nordwestlich erheben sich der 978 m hohe Jagoda (Heidelberg) und der 965 m hohe Sasanka (Kohlberg).

Geschichte[Bearbeiten]

Lichtenwalde gehörte zum Glatzer Land und wurde erstmals 1360 erwähnt. Weitere Schreibweisen waren „Lichtenvelde“, „Lytwinwalde“, „Lichtinwalde“[1] sowie „Lychinwald“. Es war vermutlich zur Burg Schnallenstein untertänig und fiel nach deren Zerstörung 1428 durch die Hussiten zusammen mit dieser an den böhmischen Landesherrn. Im Dreißigjährigen Krieg wurde die bereits für 1384 nachgewiesene St.-Sebastian-Kirche von kaiserlichen Truppen geplündert. 1684 verkaufte die königliche Kammer Lichtenwalde und zahlreiche andere Kammerdörfer im Distrikt Habelschwerdt dem Glatzer Landeshauptmann Michael Wenzel von Althann. Dieser bildete aus den neu erworbenen Dorfschaften die Herrschaft Schnallenstein, deren Hauptort Rosenthal war, so dass sie auch als „Herrschaft Rosenthal“ bezeichnet wurde. Der Lichtenwalder Dominialanteil bestand 1684 aus 44 Bauern und 22 Häuslern. Zu diesem gehörte auch die Obergerichtsbarkeit über das Freirichtergut.

Nach den Schlesischen Kriegen kam Lichtenwalde zusammen mit der Grafschaft Glatz 1763 mit dem Hubertusburger Frieden an Preußen. Für Anfang des 18. Jahrhunderts sind nachgewiesen: eine Filialkirche, ein Pfarrhaus, ein Schulgebäude, 43 Bauern, 23 Gärtner und Häusler sowie zwei Kirchgärtner. Nach der Neugliederung Preußens gehörte Lichtenwalde seit 1815 zur Provinz Schlesien und war zunächst dem Landkreis Glatz eingegliedert. 1818 erfolgte die Umgliederung in den Landkreis Habelschwerdt, zu dem es bis 1945 gehörte. 1939 wurden 667 Einwohner gezählt.

Als Folge des Zweiten Weltkriegs fiel Lichtenwalde 1945 wie fast ganz Schlesien an Polen und wurde in Poręba umbenannt. Die deutsche Bevölkerung wurde vertrieben. Die neuen Bewohner waren zum Teil Heimatvertriebene aus Ostpolen. Da zahlreiche Bewohner Poręba in den nächsten Jahrzehnten wieder verließen, ging die Einwohnerzahl deutlich zurück. 1975–1998 gehörte Poręba zur Woiwodschaft Wałbrzych.

Freirichtergut[Bearbeiten]

Das Freirichtergut gehörte um 1540 dem Blasius Jenke, der es 1545 dem Melchior Behm verkaufte. 1554 gelangte es an Blasius Leuchtenberg, 1561 an Thomas Hauck. Dieser wurde 1585 wegen Urkundenfälschung des Landes verwiesen, und das Richtergut ging an seinen Sohn Georg Hauck über. 1596 wurde es von der Stadt Habelschwerdt erworben, die es vier Jahre später ihrem Bürger Peter Engelhard verkaufte, der 1618 den böhmischen Ständeaufstand unterstützte. Obwohl er 1622 starb, wurde seinen Erben 1625 die Hälfte des Guts konfisziert. Für 1632 ist als Freirichter Hans Engelhard nachgewiesen, vermutlich ein Sohn des Vorgenannten. 1650 gehörte es dem Georg Hauck, bei dessen Nachkommen oder Verwandten es bis ins 19. Jahrhundert verblieb.

Kirchliche Zugehörigkeit[Bearbeiten]

Für 1384 ist die Lichtenwalder Kirche St. Sebastian als Pfarrkirche nachgewiesen. 1560 gehörte Lichtenwalde zur damaligen Pfarrei Oberlangenau. Um 1610 amtierte in Lichtenwalde ein lutherischer Pfarrer, und Lichtenwalde war Pfarrort, zu dem auch Stuhlseiffen und Peucker gehörten. Nach der Rückeroberung der Grafschaft Glatz durch die kaiserlichen Truppen 1623 wurde wiederum ein katholischer Pfarrer eingesetzt und Lichtenwalde zur Filialkirche von Ebersdorf herabgestuft. Stuhlseiffen und Peucker wurden 1665 von Lichtenwalde gelöst und zur Filialkirche Seitendorf gewidmet, mit der sie 1665 an die wieder errichtete Pfarrei Rosenthal kamen. Ab 1781 wurde Lichtenwalde durch einen ständigen Kaplan betreut. Heute gehört Poręba zur Pfarrei Długopole Górne.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • An der Stelle der Holzkirche wurde 1565 eine neue Kirche aus Stein errichtet. Die Seitenaltäre stammen aus der Barockzeit, der Hauptaltar ist neuromanisch.
  • Am Abhang des Heidelberges steht eine Marienkapelle, die um 1860 vom Bauern Pelz errichtet wurde.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Adolf Rücker (1880–1948), Professor für christliche Orientalistik[2]

Verweise[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Marek Šebela, Jiři Fišer: České Názvy hraničních Vrchů, Sídel a vodních toků v Kladsku. In: Kladský Sborník 5, 2003, S. 355
  2. Michael Breydy: RÜCKER, Adolf. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 8, Bautz, Herzberg 1994, ISBN 3-88309-053-0, Sp. 936–938.