Porsche 993

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Porsche
911 Targa

911 Targa

993
Verkaufsbezeichnung: Porsche 911
Produktionszeitraum: 1993–1998
Klasse: Sportwagen
Karosserieversionen: Coupé, Cabriolet
Motoren: Ottomotoren:
3,6–3,8 Liter
(200–316 kW)
Länge: 4245 mm
Breite: 1735 mm
Höhe: 1300 mm
Radstand: 2272 mm
Leergewicht: 1400–1500 kg
Vorgängermodell: Porsche 964
Nachfolgemodell: Porsche 996

Der Porsche 993 ist eine Automobilbaureihe der Porsche AG und der Nachfolger des Porsche 964. Als letztes Modell des Porsche-Klassikers 911 hat er einen Boxermotor mit Luftkühlung.

Die Motorenpalette des 1993 eingeführten 993 reicht von 200 kW (272 PS) bzw. 210 kW (286 PS) bei den Carrera- und Targa-Modellen bis hin zum Turbo-Topmodell mit 300 kW (408 PS). Daneben wurden auch leistungsgesteigerte Fahrzeuge für den Motorsport hergestellt, deren Motorenleistungen von 221 kW (300 PS) bis zu 316 kW (430 PS) reichen.

Der Porsche 993 wurde in den Versionen Carrera, Targa und Turbo angeboten. Beim Carrera gab es als Alternative zum Heckantrieb den Allradantrieb in den Modellen Carrera 4 und Carrera 4S. Den Turbo (ab 1995) gab es serienmäßig mit Allradantrieb.

Entwicklung[Bearbeiten]

Neben einem überarbeiteten Fahrwerk mit 20 mm breiteren hinteren Reifen, einer verstärkten Bremsanlage mit perforierten Scheiben und dem verbesserten ABS 5 wurde der Antrieb weiterentwickelt. Insbesondere die mit Hydrostößeln nun wartungsfreie Ventilsteuerung des Motors sorgte dafür, dass der Instandhaltungsaufwand deutlich geringer wurde. Neben der Zentralverriegelung war serienmäßig auch eine Wegfahrsperre mit Alarmanlage an Bord.

Die Wartungskosten für den 993 sind geringer als für seine Vorgänger, was ihm einen Ruf als besonders zuverlässigen 911 einbrachte. Der Verkaufsname Porsche 911 blieb wie beim 964 erhalten. Auch beim generellen Motorprinzip behielt Porsche die bewährte Technik bei und setzte weiterhin auf die Luftkühlung. Bei denjenigen Kunden, die sich als sogenannte „Gusseiserne“ bezeichnen, stellt er somit den letzten „echten“ 911 dar, da mit dem Nachfolgemodell Porsche 996 auch ein völlig neu konstruierter Motor mit Wasserkühlung eingeführt wurde.

Technisch und auch optisch wird der 993 oft als ausgereifter und bester 911 mit einem luftgekühlten Boxermotor angesehen. Da er der letzte Porsche 911 mit einem luftgekühlten Motor ist, kommt ihm in Fan-Kreisen eine besondere Stellung zu. Auf dem Gebrauchtwagenmarkt werden für 993er inzwischen Liebhaberpreise gezahlt. Die Preise für 993er liegen bei vergleichbarer Kilometerleistung fast immer über denen seines Nachfolgemodells 996.

Fahrzeugcharakteristika[Bearbeiten]

Karosserie[Bearbeiten]

911 Carrera, Frontansicht
911 Targa, Heckansicht

Das Design des Porsche 964 stieß seit dessen Einführung nicht bei allen Porsche-Freunden auf Gegenliebe. Viele empfanden die Stoßstangen als zu klobig, obwohl die Grundzüge des klassischen Porsche 911 trotz der Neuerungen nie angetastet wurden. Die stärker in die Karosserieform integrierten Stoßstangen des 993 sollten die Silhouette eleganter erscheinen lassen. Chefdesigner Harm Lagaay, der maßgeblich mit seinem Team dafür verantwortlich war, orientierte sich stark an dem Urmodell, bei dem Karosserie und Stoßstangen optisch eine Einheit bildeten.

Insgesamt wirkte der 993 sehr harmonisch, da neben den neuen Stoßstangen auch die Scheinwerfer stärker in die Karosserie einbezogen wurden, sodass diese nicht mehr wie die sogenannten „Torpedorohre“ der Vorgängermodelle aus der Wagenfront herausstachen. Das durchgehende Leuchtenband am Heck wurde weiter abgeschrägt und bildete zusammen mit den stark betonten hinteren Kotflügeln einen gelungenen Abschluss. Problematisch ist, dass die Hinterräder von den beiden unmittelbar dahinter liegenden Auspuff-Endtöpfen so stark erwärmt werden, dass ein erhöhter Reifenverschleiß auftreten kann. In Einzelfällen müssen die hinteren Reifen bereits bei Laufleistungen von weniger als 10.000 km erneuert werden.

Trotz der tiefgreifenden Designänderungen blieb die unverwechselbare Grundform des Porsche 911 entsprechend der Vorgabe erhalten.

Der 993 wurde zunächst als Carrera mit Heckantrieb und als Carrera 4 mit Allradantrieb gebaut. Den später folgenden Targa gab es nur mit Heckantrieb und den Turbo serienmäßig mit Allradantrieb. Mit dem 993 belebte Porsche die Tradition, besonders reichhaltig ausgestattete Versionen des Carrera mit dem Zusatz „S“ bzw. „4S“ zu kennzeichnen. Nach dem Turbo-911 lagen die „S“-Modelle preislich an zweiter Stelle.

Neben den Großserienfahrzeugen wurden auch Fahrzeuge wie Carrera RS und GT2 in Kleinserien gefertigt. Während die Carrera-Modelle und der Turbo durchaus für Alltagsfahrten gekauft und benutzt wurden, waren die Carrera RS und vor allem die GT-Modelle noch sportlicher ausgelegt und fanden sich entsprechend oft auf den Rennstrecken wieder.

Motor[Bearbeiten]

993-Motor; 3,6 Liter/200kW (272 PS) mit Klimaanlagen-Kompressor (auf dem Bild rechts vorn)
Serienmäßiger Motor von unten
(Abdeckung entfernt).

Die Serienfahrzeuge der Carrera-Reihe haben einen luftgekühlten Sechszylinder-Boxermotor mit einem Hubraum von 3,6 Litern. Die Leistung dieses Motors beträgt 200 kW (272 PS) bei 6100/min und wurde im Modelljahr 1996 – unter anderem durch einen Ansaugtrakt mit variablem Querschnitt (Vario-Ram) – auf 210 kW (286 PS) angehoben. Es war auch möglich, bereits ab Werk leistungsgesteigerte Fahrzeuge zu bestellen, was dann bei den Carrera-Modellen mit 210 kW (286 PS) bzw. 221 kW (300 PS) zu Buche schlug.

Der Turbo – das traditionell stärkste Modell einer Baureihe – holt seine Leistung von 300 kW (408 PS) aus einem 3,6-l-Sechszylinder-Boxermotor, der mit zwei Turboladern und Ladeluftkühler ausgestattet ist.

Beim Turbo gab es ebenfalls ab Werk die sogenannten WLS 1 und WLS 2, also die Werksleistungssteigerung 1 bzw. 2, welche aus den ursprünglich 300 kW (408 PS) des 911 Turbo dann 316 kW (430 PS) über eine andere Motorsteuerung und einen geänderten Ölkühler bzw. 331 kW (450 PS) mit zusätzlich anderen Turboladern und Ladeluftkühler mobilisierten. Diese leistungsgesteigerten Motoren waren auch die Basis für den GT2, der die Rennsportversion des Turbos darstellt.

Mit dieser Generation der luftgekühlten Motoren hatte Porsche die Grenze des wirtschaftlich und ökologisch sinnvollen Entwicklungsstands erreicht. Da die stetig verschärften Umweltschutzvorschriften bei der Abgasreinigung und dem Lärmpegel jede Weiterentwicklung zu kostenaufwändig werden ließ, wurde seitens Porsche das Prinzip der Motorkühlung mittels Luft nicht mehr weiter verfolgt. Mit dem Nachfolger Porsche 996 erhielt der 911 daher einen wassergekühlten Sechszylinder-Boxermotor.

Innenraum[Bearbeiten]

993 Cockpit: In der Mitte der
Drehzahlmesser mit Bordcomputer
rechts davon der Tacho mit der Tiptronic-Ganganzeige

Im Innenraum hatte sich der 993 gegenüber dem Vorgänger nicht sehr verändert. Wie bisher waren in der klassischen Anordnung fünf Rundinstrumente mit Durchlichttechnik eingebaut. Die Bestuhlung und die Mittelkonsole gleichen der des 964. Ebenfalls wurde weiterhin das Vierstufen-Automatikgetriebe Tiptronic angeboten. Ab dem Modelljahr 1995 kam die Tiptronic „S“ zum Einsatz, die mittels zweier Wipptasten im Lenkrad bedient wird.

Die augenfälligsten Unterschiede zwischen 964 und 993 sind das neugestaltete Lenkrad, das trotz des serienmäßig enthaltenen Airbags eleganter wirkt als beim 964. Die Türgriffe wurden ebenfalls überarbeitet und dem „fließenden“ Karosseriedesign des 993ers angepasst.

Insgesamt wurde der Wagen komfortabler ausgelegt. Trotz vieler Komfort- und Sicherheitsextras, die bereits im 964 vorhanden waren, wie Fahrer- und Beifahrerairbag, Servolenkung, Servobremse mit Antiblockiersystem und elektrischen Fensterhebern stieg das Leergewicht des 993-Coupés gegenüber dem Vorgänger nur um 20 kg.

Viele Kunden, die einen modernen 911er, jedoch mit dem Temperament des alten Modelle fahren wollten, wünschten sich solche speziellen Fahrzeuge. Diese Anregung hatte Porsche aufgenommen und gegen entsprechenden Preis sportlicher ausgelegte Kleinserien des 911 Carrera und 911 Turbo aufgelegt. Bei den Modellen 911 Carrera RS und 911 GT2 waren die gewichtssteigernden Komfort-Extras nicht enthalten. So kommt es, dass beispielsweise der 911 Carrera RS – obwohl mit weniger Ausstattung, dafür aber mit stärkerem Motor – wesentlich teurer ist als die komfortabler ausgestatteten 911-Carrera-Modelle.

Serienversionen[Bearbeiten]

911 Carrera 4S und 911 Carrera S[Bearbeiten]

911 Carrera S
911 Carrera 4 Cabrio, Frontansicht

Der ab 1995 (bis 1998) gebaute Carrera 4S ist eine Art „Kreuzung“ zwischen dem Carrera und dem Turbo.

Optisch sind sich der Carrera 4S und der Turbo sehr ähnlich. Wichtigstes Unterscheidungsmerkmal ist der große feststehende Heckspoiler des Turbo. Außer diesem augenfälligen Unterscheidungsmerkmal weist auch die Typenbezeichnung „Turbo“ bzw. „Carrera 4S“ am Heck des Fahrzeugs auf die unterschiedlichen Typen hin. Abgesehen vom großen Heckspoiler stimmen die beiden Typen jedoch in vielen Punkten überein. Der Carrera 4S hat die Frontschürze des Turbo. Der Carrera 4S ist wie der Turbo an der Hinterachse 6 cm breiter als der Carrera und hat somit breitere hintere Kotflügel. Auch der Carrera 4S hat serienmäßig 18-Zoll-Felgen und die roten Bremssättel des Turbo. Wie beim Turbo (und auch beim allradgetriebenen Carrera 4) sind die Blinkergläser hinten rot und vorne weiß. Außerdem hat auch der Carrera 4S wuchtige Seitenschweller.

Die Technik des Carrera 4S ist grundsätzlich gleich derjenigen des Carrera. Auch im Carrera 4S arbeitet der 210 kW (286 PS) leistende Saugmotor. Doch auch in technischer Hinsicht wurde dem Carrera 4S von den Konstrukteuren ein Systemteil aus dem Turbo spendiert: Der Carrera 4S erhielt vom Turbo dessen stärkere Bremsanlage (einschließlich der dazugehörenden roten Bremssättel). Zudem sind im Carrera 4S einige Ausstattungselemente serienmäßig, die im Carrera nur gegen Aufpreis erhältlich sind: Klimaanlage, Bordcomputer, Volllederausstattung, vollelektrische Sitzverstellung, Heckscheibenwischer, Dachblende mit integrierter dritter Bremsleuchte und Klangpaket mit Kassettenradio. Schließlich sind beim Carrera 4S Sportsitze wahlweise ohne Aufpreis erhältlich.

Der Carrera 4S wurde im Vergleich zum Porsche 993 Carrera in verhältnismäßig geringer Stückzahl gebaut. Dies ist mit ein Grund dafür, weshalb für den Carrera 4S heute meist wesentlich mehr bezahlt werden muss als für einen Carrera oder Carrera 4. Insgesamt wurden vom Carrera 4S 6948 Einheiten gefertigt.

Im Modelljahr 1997 wurde die 993-Modellpalette um den Carrera S ergänzt. Er wurde im Modelljahr 1997 und 1998 gebaut. Der Carrera S entspricht hinsichtlich Karosserie und Ausstattung dem Carrera 4S. Einzige technische Unterschiede: Der Carrera S hat keinen Allradantrieb, kein Turbo-Fahrwerk und auch keine Turbo-Bremsanlage. Äußerlich ist der Porsche 993 Carrera S vom Carrera 4S anhand des auf dem Heckdeckel in stahlgrauer Farbe angebrachten Schriftzugs „Carrera S“ zu unterscheiden. Noch augenfälliger ist jedoch das beim Carrera S (im Gegensatz zum Carrera 4S) geteilte und in Wagenfarbe lackierte Spoilergitter. Wegen eines mittleren Steges im Spoilergitter entsteht der Eindruck eines Doppelgitters. Außerdem sind die Blinkleuchten vorn und hinten gelb und nicht weiß und rot. Die Bremssättel sind schwarz und nicht rot. Standardmäßig wurde der Carrera S mit 17-Zoll-Rädern ausgeliefert.

Vom Carrera S wurde während seiner zweijährigen Bauzeit lediglich 3714 Einheiten produziert:

911 Turbo[Bearbeiten]

911 Turbo
Der auf dem Turbo basierende 911 GT2

Der 993 Turbo als Topmodell der 993-Modellreihe kam 1995 auf den Markt (auch die 1995 produzierten Fahrzeuge wurden jedoch dem Modelljahr 1996 zugeordnet) und ist optisch am feststehenden großen Heckflügel zu erkennen.

Dieser hat zwei Aufgaben zu erfüllen: Erstens wird dadurch der Auftrieb an der Hinterachse verringert, was eine erhöhte Fahrstabilität bei hohen Geschwindigkeiten zur Folge hat. Zweitens verdeckt der Heckflügel die unmittelbar darunter liegenden beiden Ladeluftkühler. Da der Boxermotor mit den beiden Turboladern (Biturbo) bereits den ganzen Platz im Heck des Wagens beansprucht, wurden die Ladeluftkühler über dem Motor angeordnet.

Im Gegensatz zu seinem Vorgänger der Baureihe 964 ist der 993-Turbo mit je zwei Turboladern mit Ladeluftkühlern versehen. Dadurch konnte ein schnelleres Ansprechverhalten und ein gleichmäßigerer Leistungsverlauf erreicht werden. Das bei Turbomotoren sonst übliche „Turboloch“ wurde weitgehend eliminiert. Die Leistung entfaltet sich gleichmäßig ohne den überraschenden Schub beim Ansprechen des Turboladers. Anders als sein Vorgänger hat der 993 Turbo einen permanenten Allradantrieb. Beim 993 Turbo wurde wie schon beim 964 Turbo auf die sonst verwendete Doppelzündung verzichtet.

Wegen des längeren Ansaugwegs über die beiden Turbolader und Ladeluftkühler unterscheidet sich der Klang des Turbomotors von demjenigen der Carrera-Saugmotoren: Der 993 Turbo ist leiser als die anderen Modelle.

Der Porsche 993 Turbo wurde in folgenden Stückzahlen produziert: 2.484 Stück im Modelljahr 1996, 1.775 Fahrzeuge (zuzüglich 182 Fahrzeuge des Typs Turbo S) im Modelljahr 1997, 556 Fahrzeuge (zuzüglich 160 Fahrzeuge des Typs Turbo S) im Modelljahr 1998.

Vom Turbo-Modell wurden 1995 14 Exemplare von der Porsche Exclusive-Abteilung als Cabrio hergestellt und an ausgewählte Kunden verteilt. Die Cabrioversion wurde mit dem Turbomotor des Vorgängers 964 und mit Heckantrieb gebaut; sie wurde optisch dezent gehalten, so dass sie nur am Heckspoiler des Turbos zu erkennen ist, der Rest der Karosserie ist der des Carrera 2 gleich.

Rennversionen[Bearbeiten]

911 3.8 Cup[Bearbeiten]

911 Carrera RS

Der 993 3.8 Cup auf Basis des Porsche 993 debütierte 1994 im Porsche Supercup. Ein Jahr später wurde er auch im Carrera Cup eingesetzt.

Das Fahrzeug wurde wesentlich verbessert und war gleichermaßen schneller und leichter kontrollierbar als sein Vorgänger 964 Carrera 2. Dazu trug vor allem die neue Mehrlenker-Hinterachse bei. Die Kraft wurde nun über ein Sechsgang-Getriebe übertragen. Die Leistung des nun 3,8 Liter großen Boxermotors von 310 PS erlaubte eine Höchstgeschwindigkeit von etwa 280 km/h.

Bereits 1995 folgte die erste Überarbeitung. Dabei erhielt das Fahrzeug einen größeren und feststehenden Heckflügel sowie Seitenschweller und Bugspoiler des Carrera RS. 1996 bewirkte eine modifizierte Ventilsteuerung eine Mehrleistung von fünf PS.

Technische Daten[Bearbeiten]

Modell Porsche 993 3.8 Cup
Baujahr 1994–1995 1996–1997
Produktionszahl 147 69
Motor 3,8-Liter-Sechszylinder-Boxermotor
Leistung 228 kW (310 PS) bei 6100/min 232 kW (315 PS) bei 6200/min
Drehmoment 360 Nm bei 5500/min 370 Nm bei 5500/min
Leergewicht 1100 kg

911 Cup 3.8 RSR[Bearbeiten]

Porsche 993 Carrera RSR 3.8

Als Nachfolger des 964 Carrera RSR 3.8 erschien 1997 der 993 Cup 3.8 RSR. Er war für den Renneinsatz in den damaligen GT3-Klassen (entsprechen heute GT2) und nationalen Rennserien bestimmt.

Das Fahrzeug basierte nun auf dem Porsche 993 Cup und erhielt die Kotflügelverbreiterungen und das Rennfahrwerk vom 993 GT2. Der Motor wurde aus dem Vorgänger übernommen und nur geringfügig überarbeitet. Statt fünf hatte das Getriebe nun sechs Gänge. Das Fahrzeug konnte für einen Preis von 238.500 D-Mark bestellt werden und speziell für Langstreckenrennen auch mit einer anderen Bremsanlage mit Bremsscheiben von 380 Millimetern Durchmesser und einem 100-Liter-Sicherheitstank geliefert werden. Darüber hinaus gab es auch eine Motorvariante mit Katalysator und Schalldämpfer, welche die Teilnahme am Veedol-Langstreckenpokal erlaubte.

Technische Daten[Bearbeiten]

Modell 993 Cup 3.8 RSR
Baujahr 1997-1998
Produktionszahl 15
Motor 3,8-Liter-Sechszylinder-Boxermotor
Leistung 350 PS (257 kW) bei 7.000/min
Drehmoment 380 Nm bei 5.500/min
Leergewicht 1.120 kg

Technische Daten der Serienversionen[Bearbeiten]

Die Modellpalette des 993 war recht umfangreich:

Porsche 993: 911 Carrera 2
(bis Mj. 1995)
911 Carrera 4
(bis Mj. 1995)
911 Carrera 2 u. Targa
(ab Mj. 1996)
911 Carrera 4
(ab Mj. 1996)
911 Carrera S 911 Carrera 4S 911 Turbo
Motor:  6-Zylinder-Boxermotor (Viertakt) wie Carrera, zusätzl. 2 Turbolader und Ladeluftkühler
Hubraum:  3600 cm³
Bohrung × Hub:  100,0 × 76,4 mm
Leistung
bei 1/min: 
200 kW (272 PS)
bei 6100
210 kW (286 PS), mit WLS1: 220 kW (300 PS)
bei 6500
300 kW
(408 PS)
WLS11: 316 kW (430 PS)
WLS21: 330kW (450 PS)
bei 5750
Max. Drehmoment
bei 1/min: 
330 Nm
5000
340 Nm
5250
540 Nm
4500
Verdichtung:  11,3:1 8,0:1
Ventilsteuerung:  OHC (eine Nockenwelle je Zylinderbank), Antrieb durch zwei hydraulisch gespannte Rollenketten
Automatischer Ventilspielausgleich (Hydrostößel)
Kühlung:  Luftkühlung (Gebläse mit elektr. Zusatzlüfter)
Im Bug: Rechts Ölkühler mit elektr. Zweistufengebläse (links ATF-Kühler bei Tiptronic)
Getriebe:  6-Gang-Getriebe, Hinterradantrieb bei Carrera 2, S und Targa
4-Stufen-Automatic (Tiptronic), Hinterradantrieb bei Carrera 2 (wahlweise)
6-Gang-Getriebe, Allradantrieb bei Carrera 4, 4S und Turbo
Bremsen:  innenbelüftete Stahlscheibenbremsen, ABS
Radaufhängung vorn:  einzeln an MacPherson-Federbeinen, Querlenkern, Stabilisator, Schraubenfedern
Radaufhängung hinten:  einzeln an Schräglenkern, Stabilisator, Schraubenfedern
Karosserie:  Carrera: Selbsttragende Stahlblechkarosserie mit ab 80 km/h automatisch ausfahrendem Heckspoiler
Turbo: Selbsttragende Stahlblechkarosserie mit feststehendem Heckflügel
Tankinhalt: 72 Liter (Serienmäßig bei Turbo: 92 Liter; andere Modelle gegen Aufpreis)
Spurweite vorn/hinten:  1405/1445 mm 1410/1505 mm
Radstand 2272 mm
Reifen/Felgen:  VA: 205 × 55 ZR16 auf 7J × 16
HA: 245 × 45 ZR16 auf 9J × 16
auf Wunsch:
VA: 205 × 50 ZR17 auf 7J × 17
HA: 255 × 40 ZR17 auf 9J × 17
VA: 225 × 40 ZR18 auf 8J × 18
HA: 285 × 30 ZR18 auf 10J × 18
Maße L × B × H:  4245 × 1735 × 1310 mm 4245 × 1795 × 1310 mm
Leergewicht 1370 kg
1395 kg2
1420 kg 1400 kg
1425 kg2
1450 kg 1400 kg 1450 kg 1500 kg
Höchstgeschwindigkeit:  270 km/h
265 km/h2
270 km/h 275 km/h
270 km/h2
275 km/h 270 km/h 290 km/h
Beschleunigung 0 – 100 km/h:  5,6 s
6,6 s2
5,4 s 5,4 s
6,4 s2
5,3 s 4,5 s
Beschleunigung 0 – 200 km/h:  14,3 s
Verbrauch Drittelmix Liter/100 km
(Super Plus 98 Oktan):
11,4 l 11,5 l 11,2 l 11,3 l 11,5 l 13,2 l

1Werkleistungssteigerung, 2Tiptronic

Technische Daten der Sport-/Straßenversionen[Bearbeiten]

Für Kunden, denen die Serienversionen zu brav waren, bot Porsche sportlichere, für den öffentlichen Straßenverkehr zugelassene, Fahrzeuge an. Diese Modelle sind nach der Devise „mehr Motorleistung bei geringem Fahrzeuggewicht“ konstruiert.

Porsche 993: 911 Carrera RS 911 GT2
Motor:  6-Zylinder-Boxermotor (Viertakt) 6-Zylinder-Boxermotor mit Turboaufladung
Hubraum:  3746 cm³ 3600 cm³
Bohrung × Hub:  102,0 × 76,4 mm 100,0 × 76,4 mm
Leistung bei 1/min:  221 kW (300 PS) bei 6500 316 kW (430 PS) bei 5750
Max. Drehmoment bei 1/min:  355 Nm bei 5400 540 Nm bei 5400
Verdichtung:  11,3:1 8,0:1
Ventilsteuerung:  OHC (eine Nockenwelle je Zylinderbank), Antrieb durch zwei hydraulisch gespannte Rollenketten
Automatischer Ventilspielausgleich (Hydrostößel)
Kühlung:  Luftkühlung (Gebläse)
Getriebe:  6-Gang-Getriebe, Hinterradantrieb
Bremsen:  Stahlscheibenbremsen (innenbelüftet), ABS
Radaufhängung vorn:  einzeln an MacPherson-Federbeinen, Querlenkern, Stabilisator, Schraubenfedern
Radaufhängung hinten:  einzeln an Schräglenkern, Stabilisator, Schraubenfedern
Karosserie:  Selbsttragende Stahl-Karosserie mit feststehendem Heckflügel
(der GT2 hat zusätzlich genietete Kotflügelverbreiterungen)
Spurweite vorn/hinten:  1413/1452 mm 1475/1550 mm
Radstand:  2272 mm
Reifen/Felgen:  VA: 225 × 40 ZR18 auf 8J × 18
HA: 265 × 35 ZR18 auf 10J × 18
VA: 235 × 40 ZR18 auf 9J × 18
HA: 285 × 35 ZR18 auf 11J × 18
Maße L × B × H:  4245 × 1735 × 1310 mm 4245 × 1855 × 1310 mm
Leergewicht:  1270 kg 1295 kg
Höchstgeschwindigkeit:  277 km/h 295 km/h
Beschleunigung 0 – 100 km/h:  5,0 s 4,4 s
Kraftstoffverbrauch auf 100 km:  12,4 l
Stückzahl:  1146

Grafische Darstellung der 993er Entwicklung[Bearbeiten]

Porsche 993 Straßenfahrzeughistorie von 1993 bis 1998
Modell Leistung 1990er
0 1 2 3 4 5 6 7 8 9
993
911 Carrera 2 200 kW/272 PS
210 kW/286 PS
911 Carrera 4 200 kW/272 PS
210 kW/286 PS
911 Carrera 2S 210 kW/286 PS
911 Carrera 4S 210 kW/286 PS
911 Turbo 300 kW/408 PS
911 Carrera RS 221 kW/300 PS
911 GT2 316 kW/430 PS
Farb-Legende:
Grün Serienversionen des 911
Blau Sport-/Straßenversionen des 911

Literatur[Bearbeiten]

  • Thomas Agethen, Sigmund Walter: Typenkompass Porsche. Personenwagen seit 1948. Motorbuch Verlag, Stuttgart 2003, ISBN 3-613-02157-9.
  • Tobias Aichele: Porsche 911 – Forever young. Motorbuch Verlag, Stuttgart 2004, ISBN 3-613-01546-3.
  • Marc Bongers: Porsche. Serienfahrzeuge und Sportwagen seit 1948. Motorbuch Verlag, Stuttgart 2004, ISBN 3-613-02388-1.
  • Paul Frère: Die Porsche 911 Story. Motorbuch Verlag, Stuttgart 2002, ISBN 3-613-02225-7.
  • Achim Kubiak: Faszination 911. Die Typologie des Porsche 911. Delius Klasing Verlag, Bielefeld 2004, ISBN 3-7688-1581-1.
  • Randy Leffingwell: Porsche 911 – Perfektion und Design. Heel Verlag, Königswinter 2007, ISBN 978-3-89880-641-1.
  • Adrian Streather: Porsche 993 – The Essential Companion. Veloce Publishing, Dorchester 2008, ISBN 978-1-904788-94-2.
  • Nicky Wright: Porsche. Traumauto made in Germany’. Orbis Verlag, München 1990, ISBN 3-572-09989-7.
  • Joerg Austen: Porsche 911 Rallye- und Rennsportwagen. Motorbuch Verlag, Stuttgart 2006, ISBN 3-613-02492-6.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Porsche 993 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien