Porta Bohemica

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Die Elbe an der Porta Bohemica bei Velké Žernoseky (2010)

Porta Bohemica, auch Böhmische Pforte bzw. tschechisch Česká brána wird der Beginn des Elbdurchbruchs durch das Böhmische Mittelgebirge genannt.

Landschaft[Bearbeiten]

Beidseitig des Flusses flankieren auf 1 km Länge steile, ca. 100 m hohe Felswände den Elbstrom. Rechtselbisch befindet sich am Beginn des Engtals die markante Felsklippe des Dreikreuzbergs (tschechisch: Kalvárie) mit drei weithin sichtbaren Kreuzen am Gipfel. Die Steillagen am Dreikreuzberg wurden einst auch für den Weinbau genutzt, verfallene Terrassen zwischen den Felsbereichen zeugen davon.

Verkehr[Bearbeiten]

Verlauf der D8 mit dem Talabschnitt im Nordteil

Die durch die Porta Bohemica verlaufende Überlandstraße ist die Staatsstraße 30 LovosiceÚstí nad Labem links der Elbe. Zwei Bahnlinien flankieren die Elbe, die Bahnstrecke Praha–Děčín links (vormals k.k. Nördliche Staatsbahn), und die Bahnstrecke Kolín–Děčín rechts (Elbetalbahn, vormals Österreichische Nordwestbahn).

Die 2015 noch in der Erstellung befindliche Autobahn D 8 zwischen Prag und dem Anschluss zur A 17 nach Dresden wird nur wenig westlich der Porta Bohemica verlaufen. Um die europäische Dimension der Verbindung dieser Autobahn (Berlin–Linz/E55) zu unterstreichen, wird die D 8 in offiziellen Publikationen als Via Porta Bohemica bezeichnet.

Geologie[Bearbeiten]

Das Gebiet zwischen Dobkovičky (Dubkowitz) und Prackovice (Praskowitz) ist zu durch außergewöhnlich viele Erdrutsche geprägt.[1][2][3] Die Benutzung von Verkehrswegen in diesem Gebiet ist derzeit stark in Frage gestellt.[4]

Durch einen Erdrutsch am 7. Juni 2013 bei Litochovice wurde das Gefahrenpotential besonders deutlich und rückte in das Licht der Öffentlichkeit.[5] Durch starke Regenfälle und die damit einhergehenden Erdrutsche kam es zu Zerstörungen der im Bau befindlichen D8 (250 Meter Autobahn durch eine halbe Million Kubikmeter Schlamm) als auch der Bahnstrecke Teplice–Lovosice. Wesentlich langsamere Erdbewegungen wurden 2014 kurz vor Lovosice und bei Prackovice gemessen. Diese betreffen ein 4 Kilometer langes Stück der Autobahn D8 Richtung Prag.[3] Bei Regenfällen wird erwartet, dass sich schnelle Erdrutsche bilden.[6]

Weinbau[Bearbeiten]

Berühmt ist der auch heute noch im Bereich der Porta Bohemica bei Velké Žernoseky (Großtschernosek) und Žalhostice (Tschalositz) angebaute Wein. Früher als Tschernoseker bekannt, wird dieser heute unter der Marke Porta Bohemica verkauft.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Die Autobahn nach Prag rückt in weite Ferne. Freie Presse, 28. Februar 2013.
  2. Kriegen die Tschechen die Autobahn denn nie hin? Anneke Müller in Morgenpost, 10. September 2014.
  3. a b Erdrutsch auf D8: 4 weitere Kilometer Autobahn bedroht. Marek Pokorny in Aktualne.cz, 19. Februar 2015.
  4. Tschechischer Verkehrsminister hört auf. Verkehrsrundschau, 13. November 2014.
  5. Fotogalerie, Aktualne.cz;
    Bilder Gleise der Bahnstrecke Teplice–Lovosice (–Liberec) und Erdrutsch auf die Autobahn D8, beide panoramio.com.
  6. Kilometerbreiter Erdrutsch bedroht Autobahn nach Prag. Hans-Jörg Schmidt in Sächsiche Zeitung vom 20. Februar 2015, S. 6.

50.54722222222214.041388888889Koordinaten: 50° 32′ 50″ N, 14° 2′ 29″ O