Porta Bohemica

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Die Elbe an der Porta Bohemica bei Velké Žernoseky (2010)

Porta Bohemica, auch Böhmische Pforte bzw. tschechisch Česká brána wird der Beginn des Elbdurchbruchs durch das Böhmische Mittelgebirge genannt.

Landschaft[Bearbeiten]

Beidseitig des Flusses flankieren auf 1 km Länge steile, ca. 100 m hohe Felswände den Elbstrom. Rechtselbisch befindet sich am Beginn des Engtals die markante Felsklippe des Dreikreuzbergs (tschechisch: Kalvárie) mit drei weithin sichtbaren Kreuzen am Gipfel. Die Steillagen am Dreikreuzberg wurden einst auch für den Weinbau genutzt, verfallene Terrassen zwischen den Felsbereichen zeugen davon.

Geologie[Bearbeiten]

An der Porta Bohemica sind die kristallinen Untergrundgesteine als Scholle bis an die Erdoberfläche herausgehoben worden. Sie bestehen im Wesentlichen aus Gneis, Glimmerschiefer und Rhyolithen, wie sie auch im Osterzgebirge typisch sind. Die Porta Bohemica ist damit einer der wenigen Orte, wo diese Untergrundgesteine im Böhmischen Mittelgebirge an der Oberfläche aufgeschlossen sind. Weitere Fundorte liegen nur noch im benachbarten Oparenské udolí (Wopparner Tal) und am Nordostrand des Gebirges im Tal der Bílina (Biela).[1][2]

Verkehr[Bearbeiten]

Die durch die Porta Bohemica verlaufende Überlandstraße ist die Staatsstraße 30 LovosiceÚstí nad Labem links der Elbe. Zwei Bahnlinien flankieren die Elbe, die Bahnstrecke Praha–Děčín links (vormals k.k. Nördliche Staatsbahn), und die Bahnstrecke Kolín–Děčín rechts (Elbetalbahn, vormals Österreichische Nordwestbahn).

Die 2015 noch in der Erstellung befindliche Autobahn D 8 zwischen Prag und dem Anschluss zur A 17 nach Dresden wird nur wenig westlich der Porta Bohemica verlaufen. Um die europäische Dimension der Verbindung dieser Autobahn (Berlin–Linz/E55) zu unterstreichen, wird die D 8 in offiziellen Publikationen als Via Porta Bohemica bezeichnet.

Weinbau[Bearbeiten]

Berühmt ist der auch heute noch im Bereich der Porta Bohemica bei Velké Žernoseky (Großtschernosek) und Žalhostice (Tschalositz) angebaute Wein. Früher als Tschernoseker bekannt, wird dieser heute unter der Marke Porta Bohemica verkauft.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Peter Rölke: Wander & Naturführer Böhmisches Mittelgebirge; Berg & Naturverlag Rölke, Dresden 2008, ISBN 978-3-934514-22-5, S. 22.
  2. Josef Emanuel Hibsch: Geologische Karte des Böhmischen Mittelgebirges, Blatt 12 Umgebung von Lobositz 1. Auflage. Alfred Hölder, Wien 1909.

50.54722222222214.041388888889Koordinaten: 50° 32′ 50″ N, 14° 2′ 29″ O