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„Eine Gesellschaftsformation geht nie unter, bevor alle Produktivkräfte entwickelt sind, für die sie weit genug ist, und neue höhere Produktionsverhältnisse treten nie an die Stelle, bevor die materiellen Existenzbedingungen derselben im Schoß der alten Gesellschaft selbst ausgebrütet worden sind. Daher stellt sich die Menschheit immer nur Aufgaben, die sie lösen kann, denn genauer betrachtet wird sich stets finden, daß die Aufgabe selbst nur entspringt, wo die materiellen Bedingungen ihrer Lösung schon vorhanden oder wenigstens im Prozeß ihres Werdens begriffen sind.“

Karl Marx: Zur Kritik der Politischen Ökonomie. MEW 13:9
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Ernest Mandel (* 5. April 1923 in Frankfurt am Main; † 20. Juli 1995 in Brüssel) war ein einflussreicher marxistischer Ökonom, Theoretiker des Sozialismus und – zeitweise zusammen mit Michel Pablo – ein führendes Mitglied der Vierten Internationale. Von 1970 bis zu seiner Emeritierung (1988) lehrte Mandel an der Vrijen Universiteit in Brüssel. Als er 1972 zum Professor für Politische Ökonomie an die Freie Universität Berlin berufen werden sollte, verhängte der damalige Innenminister Hans-Dietrich Genscher gegen ihn, der als einer der "Hintermänner der Unruhen vom Mai 1968 in Frankreich" bezeichnet wurde, ein Einreiseverbot. Für seine Vorlesungen in Cambridge über die Langen Wellen der kapitalistischen Entwicklung erhielt er 1978 den Alfred-Marshall-Preis der Universität. Gemessen an der Verbreitung seiner zahlreichen Bücher ist er nach Georges Simenon der erfolgreichste belgische Autor des 20. Jahrhunderts. Zu den Schwerpunkten von Mandels theoretischer Arbeit gehörten die Widersprüche des zeitgenössischen Kapitalismus, die Chancen für die Entstehung revolutionärer Massenbewegungen, die Probleme sozialistischer Strategie und die Beschäftigung mit der Bürokratie und den stalinistischen Entwicklungen in der Sowjetunion und anderen realsozialistischen Ländern. mehr
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Die Marxistische Gruppe (MG) war die mitgliederstärkste kommunistische Organisation der Neuen Linken in der Bundesrepublik Deutschland. Die MG veröffentlichte u. a. das Magazin MSZ – Gegen die Kosten der Freiheit. Das Programm der MG bestand in der Abschaffung des Privateigentums. Die Marktwirtschaft sollte ersetzt werden durch eine gesellschaftliche Planung der Produktion. Hervorgegangen ist die MG aus den so genannten Roten Zellen, die im Jahre 1968 in der Münchener Studentenbewegung entstanden sind. Der Aufbau der eigentlichen MG erfolgte in der zweiten Hälfte der 1970er Jahre.

Die vom Verfassungsschutz beobachtete und von ihm nachrichtendienstlich ausgespähte Organisation soll bis zu 10.000 Mitglieder gehabt haben. Zahlreiche Mitglieder der MG – vor allem in Bayern – wurden auf Grundlage der vom Verfassungsschutz gesammelten Daten aus dem öffentlichen Dienst entlassen, privatwirtschaftliche Arbeitgeber wurden vom Verfassungsschutz über bei ihnen angestellte MG-Mitglieder informiert und zu deren Entlassung aufgefordert.

Im Mai 1991 gab die MG ihre Selbstauflösung bekannt. Als Begründung gab sie an, dass sie anlässlich einer gerade über sie erschienenen Broschüre des Verfassungsschutzes mit verschärften Repressionen für ihre Mitglieder rechne. Auch nach der Auflösung der MG wurden die organisatorischen Strukturen beibehalten, die Buchläden der Organisation, das gesamte Publikationswesen sowie das Veranstaltungswesen aber liquidiert. 1992 veröffentlichten ehemalige MG-Aktivisten die erste Ausgabe der Zeitschrift GegenStandpunkt.
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Titelblatt der Erstveröffentlichung der marxschen Schrift „Der achtzehnte Brumaire des Louis Bonaparte“ von 1852.
(Dieses Bild wurde zufällig aus den bestehenden Bildern der Woche ausgesucht. Trage hier ein eigenes Bild für diese Woche ein.)
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