Porto Torres

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Porto Torres
Wappen
Porto Torres (Italien)
Porto Torres
Staat: Italien
Region: Sardinien
Provinz: Sassari (SS)
Lokale Bezeichnung: Portu Turre / Portu Torres / Polthu Torra
Koordinaten: 40° 50′ N, 8° 24′ O40.8333333333338.4Koordinaten: 40° 50′ 0″ N, 8° 24′ 0″ O
Fläche: 102,62 km²
Einwohner: 22.461 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 219 Einw./km²
Postleitzahl: 07046
Vorwahl: 079
ISTAT-Nummer: 090058
Volksbezeichnung: Turritani
Schutzpatron: San Gavino
Website: Porto Torres

Porto Torres (sardisch Pòrtu Tòrres, im regionalen Dialekt Pòlthu Tòrra) ist eine Stadt in Sardinien in der Provinz Sassari. Sie hat 22.461 Einwohner (Stand 31. Dezember 2013) und eine Fläche von 102,62 km².

Porto Torres liegt am Golf von Asinara, gegenüber der gleichnamigen Insel, die zum Gemeindegebiet gehört und heute ein Nationalpark ist. Unweit der Hafenstadt liegt der Monte d'Accoddi. Die Stadt ist ein wichtiger Hafen für den Waren- und Passagierverkehr mit Genua, Toulon und Marseille. Außerdem bestehen saisonale Verbindungen mit Propriano auf Korsika sowie mit dem italienischen Hafen Civitavecchia sowie Barcelona in Spanien.

Die heutige autonome Gemeinde Porto Torres wurde 1842 durch Zusammenschluss des Siedlungsgürtels am Hafen mit der damaligen Stadt Torres (so der Name seit dem Mittelalter) gegründet. Besiedelt war die Region seit dem Neolithikum, der geschichtliche Aufstieg begann zur Zeit der Romanisierung Sardiens als augusteische Kolonie Turris Libyssonis, aus der sich noch Überreste der Thermen und des Gräberfeldes erhalten haben. Seit dem Frühmittelalter war die Stadt Hauptstadt eines der vier sardischen Judikate, seit dem 12. Jh. verlor sie jedoch an Bedeutung gegenüber der heutigen Provinzhauptstadt Sassari, die den von der See her durch arabische Angriffe bedrohten Einwohnern von Torres als Rückzugsgebiet diente.

San Gavino

Die ehemalige Kathedrale (heute Basilika) von Porto Torres, San Gavino, wurde seit 1065 von pisanischen Baumeistern im romanischen Stil errichtet, an der Stelle eines byzantinischen Vorgängerbaus und auf dem Gebiet der früheren römischen Nekropole, und erhielt im 12. Jahrhundert ihre heutige Größe und Gestalt mit einem im Osten und Westen jeweils durch Apsiden abgeschlossenen Langschiff. Sie ist der größte romanische Kirchenbau Sardiniens und wahrscheinlich der Ausgangspunkt für den mittelalterlichen, literarisch in der lateinischen Literatur seit dem frühen 12. Jahrhundert greifbaren Kult des Heiligen Gabinus oder Gavinus in Sardinien, eines Märtyrers aus römischer Zeit († 303?), der dort mit zwei weiteren lokalen Heiligen, Protus und Januarius, bestattet sein soll, und dessen Leben und Martyrium Gegenstand des ältesten erhaltenen literarischen Textes in sardischer Sprache ist (Sa vitta et sa morte, et passione de sanctu Gavinu, Prothu et Januariu, Mitte 15. Jh.)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Porto Torres – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2013.