Portoferraio

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Portoferraio
Wappen
Portoferraio (Italien)
Portoferraio
Staat: Italien
Region: Toskana
Provinz: Livorno (LI)
Koordinaten: 42° 49′ N, 10° 19′ O42.81666666666710.3166666666674Koordinaten: 42° 49′ 0″ N, 10° 19′ 0″ O
Höhe: m s.l.m.
Fläche: 47 km²
Einwohner: 12.027 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 256 Einw./km²
Stadtviertel Bagnaia, Biodola, Magazzini, Montecristo, San Giovanni, Scaglieri, Viticcio
Angrenzende Gemeinden Campo nell’Elba, Capoliveri, Marciana, Porto Azzurro, Rio nell’Elba
Postleitzahl: 57037
Vorwahl: 0565
ISTAT-Nummer: 049014
Volksbezeichnung: Portoferraiesi
Schutzpatron: San Cristino (29. April)
Website: http://www.comune.portoferraio.li.it/
Panorama von Portoferraio von Süden gesehen
Panorama von Portoferraio von Süden gesehen
Lage der Gemeinde Portoferraio auf Elba

Portoferraio ist eine von acht Kommunen der Insel Elba und zugleich Hauptstadt der zur Region Toskana in Italien gehörenden Insel Elba und ihr kulturelles und wirtschaftliches Zentrum. Sie hat 12.027 Einwohner (Stand 31. Dezember 2013). Der Name „Portoferraio“ bedeutet „Eisenhafen“, zurückzuführen auf den Eisenabbau auf Elba.

Lage[Bearbeiten]

Portoferraio liegt im Norden der Insel Elba an einem Felsvorsprung, der weit nach Osten ins Meer hineinreicht und somit eine natürliche Bucht (Rada di Portoferraio) bildet. Durch Anlegen und Ausbau von Molen wurde der Hafen von Portoferraio gebildet, der schon den Römern als Fabricia bekannt war.

Geschichte[Bearbeiten]

An der Stelle Portoferraios gibt es seit Jahrtausenden menschliche Siedlungen, die früher von Etruskern, Ligurern und Griechen dominiert waren, bevor sie schließlich zu einem Teil des Römischen Reiches wurden.

Bevor der Ort im 16. Jahrhundert von Cosimo I. de’ Medici in „Cosmopoli“ umbenannt wurde, hieß er Feraia, damals schon bezeichnend für die Erzverschiffung. Die die Stadt prägenden Befestigungsanlagen wurden in den Jahren 1548 bis 1552 gebaut. Sie bestehen aus den Burgen Falcone, Stella und Linguella, die mit einer Mauer verbunden sind.

Am 4. Mai 1814 landete Napoléon Bonaparte auf Elba, der dorthin ins Exil verbannt worden war. Er erwählte Portoferraio als Hauptstadt der Insel Elba und errichtete dort seine Winterresidenz. Er begann mit umfangreichen Reformtätigkeiten, verließ die Insel aber bereits am 1. März 1815 wieder.

Heute profitiert die Stadt stark vom Tourismus und von den Hafenanlagen.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Napoleon in Portoferraio[Bearbeiten]

Nach der Landung Napoleons wählte dieser in Portoferraio den Palast Villa Mulini als seine Winterresidenz. Die Villa war von Großherzog Gian Gastone de’ Medici im Jahre 1724 errichtet und an die Bedürfnisse Napoleons angepasst worden. Sie kann – heute als Nationalmuseum – gegen Eintritt besichtigt werden. Es handelt sich um ein einstöckiges Gebäude mit einem kleinen Garten. Die Residenz liegt auf einer Anhöhe 42.81734571583310.332244634722, auf der sich auch die Festung von Portoferraio befindet. Der Garten der Residenz grenzt an einen Steilhang, der direkt ins Meer mündet, ist aber durch eine mehrere Meter dicke Mauer abgetrennt.

Napoleon stattete sämtliche Zimmer mit aus Frankreich importierten Möbeln aus. Auch seine Lieblingsbücher aus Fontainebleau nahm er mit nach Elba und studierte sie im eigens dafür vorgesehenen Arbeitszimmer im ersten Stock. Es sind noch einige Originalexponate vorhanden, doch viele Stücke wurden in verschiedene Museen der Welt verschifft und durch Kopien ersetzt.

Zu Napoleons Leistungen in Portoferraio gehört auch die Veranlassung des Baues neuer Straßen und die Revitalisierung des Erzabbaus. Ende des 19. Jahrhunderts erreichte der wirtschaftliche Aufschwung seinen Höhepunkt und endete in Portoferraio mit dem Bombardement der Anlagen im Zweiten Weltkrieg (Siehe auch: Rio Marina).

Weitere Sehenswürdigkeiten in Portoferraio[Bearbeiten]

  • Der Hafen Darsena ist für sich mit seinem geschäftigen Treiben rund um die hufeisenförmige, nach Südwesten offene Kaianlage sehenswert.
  • Am südöstlichen Ende des Hafens befindet sich der wegen seiner Form im Volksmund Hammerturm (Torre del Martello) genannte, achteckige Wehrturm Torre della Linguella. Er wurde 1548 erbaut.
  • Unmittelbar daneben liegt das Ausgrabungsfeld einer römischen Villa mit Mosaikresten unterhalb der Mauer.
  • Entlang der östlichen Kaimauer ist im ehemaligen Salzlager das Museo Civico Archelogico untergebracht, mit vielen Exponaten, die die Geschichte der Insel vom 8. Jahrhundert v. Chr. bis zum 2. Jahrhundert n. Chr. dokumentieren.
  • Geht man weiter zur Hafenmitte, so betritt man durch die Porta del Mare die Altstadt, die von Resten der Stadtmauer aus der Medicizeit umgeben ist. Man betritt die Piazza Cavour, an deren östlichem Ende die Markthalle La Galeazza 42.81397929166710.332215130278 steht. Weiter sind hier zu finden das ehemalige Marinearsenal sowie das Stapelhaus der toskanischen Flotte.
  • Das Rathaus zwischen der Piazza Cavour und der Piazza della Repubblica 42.81517359638910.331037640556 hat einen sehenswerten Innenhof mit vielen Marmortafeln. Im dritten Stock ist die Foresi-Bibliothek mit 27.000 Bänden über die Inselgeschichte untergebracht. Der elbanische Intellektuelle Mario Foresi hatte der Stadt nicht nur diese Sammlung geschenkt, sondern auch die einzige Gemäldegalerie Elbas, die Pinacoteca Foresiana, das sich heute im Kongresszentrum befindet (s.u.).
  • Auf der Piazza della Repubblica ließ Napoleon einst sein 1000 Mann starkes Privatheer exerzieren.
  • Nördlich des Rathauses steht die alte Pfarrkirche Chiesa del Santissimo Sacramento, eine 1551 errichtete Kirche, die durch Giuseppe Natale Bichi 1731 erweitert wurde. Sie wurde im Zweiten Weltkrieg schwer zerstört. Heute ist hier das Kongresszentrum Centro Comte de Laugier untergebracht mit der bereits erwähnten Pinakothek. Sie wurde 1914 der Gemeinde geschenkt und umfasst rund 500 Bilder mit Malereien des 19. Jahrhunderts.
  • Wenige Schritte weiter nördlich steht die Chiesa della Misericordia aus dem Jahre 1677. Sie wurde von Napoleon als öffentliches Theater zweckentfremdet.
  • Gleich daneben ist eine kleine Napoleon-Ausstellung mit der Hand- und Totenmaske Napoleons zu finden, sowie der kaiserlichen Originalfahne.
  • Chiesa di San Marco alle Grotte, Kirche aus dem Jahr 1619
  • Propositura della Natività di Maria, Kirche aus dem Jahr 1623 an der Piazza della Repubblica

Sehenswürdigkeiten außerhalb der Ortslage[Bearbeiten]

  • Villa San Martino, etwa 5 km im gleichnamigen Tal in Richtung Marciana gelegen 42.78561810916710.280531644722. Das einfache Landhaus hatte die Schwester Napoleons, Pauline Bonaparte, ihrem Bruder geschenkt. Es diente als zweite Residenz des Kaisers zwischen Mai 1814 und Februar 1815.
  • Unterhalb der Villa befindet sich der Demidoff-Palast mit einigen Exponaten.

Impressionen[Bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • August von Rüpplin (1797–1867), General und Kriegsminister des Königreichs Württemberg, wurde vor Portoferraio an Bord eines Schiffes geboren
  • Carmine Crocco, genannt Donatelli (1830–1905), italienischer Brigant und Anführer einer bewaffneten Bande in den Basilicata, in Portoferraio gestorben
  • Pietro Gori (1865–1911), italienischer Jurist, Journalist, Intellektueller und anarchistischer Dichter, in Portoferraio gestorben
  • Ugo Montemurro (1891–1979), italienischer Militär, in Portoferraio geboren
  • Renato Cioni (1929–2014), italienischer Opernsänger, in Portoferraio geboren und gestorben

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Portoferraio – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2013.