Portrait Nubiola

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Portrait Nubiola
Joan Miró, 1917
Öl auf Leinwand, 104 × 113 cm
Museum Folkwang, Essen

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Das Portrait Nubiola (auf katalanisch Retrat de Vicenç Nubiola) ist ein 1917 entstandenes Ölgemälde des Malers und Bildhauers Joan Miró. Es befindet sich in der ständigen Sammlung des Museum Folkwang in Essen.[1]

Geschichte des Bildes[Bearbeiten]

Miró malte das Porträt von Vicenç Nubiola im April 1917. Er hatte Nubiola, der Lehrer für Gartenbau an der Escola superior de Bells Oficis (‚Hochschule der Schöne Handwerke‘) war,[2] 1913 im Cercle Artístic de Sant Lluc (‚Künstlerkreis St. Lukas‘) kennengelernt, wo er später auch in Kontakt mit dem Mäzen Joan Prats i Vallès kam. Bald nach seiner Fertigstellung wurde das Gemälde als Teil einer der ersten Ausstellungen Mirós in den Galeries Dalmau in Barcelona gezeigt.

1966 erwarb das Museum Folkwang das Gemälde von der Galerie Wilhelm Großhennig in Düsseldorf mit Unterstützung des Landes Nordrhein-Westfalen und des Westdeutschen Rundfunks. Es ist unter der Inventarnummer G 351 in der Sammlung verzeichnet.[1] Im Besitz des Museums befindet sich darüber hinaus das Miró-Werk Paysage, entstanden zwischen 1924 und 1925.[3] In Barcelona war das Porträt Nubiola seitdem zweimal zu sehen: 2009 anlässlich der Ausstellung Convidats d’Honor (‚Ehrengäste‘), zum 75. Jahrestages der Eröffnung des Museu Nacional d’Art de Catalunya[4] und 2011 in der Ausstellung Joan Miró. L’escala de l’evasió (‚Joan Miró. Die Fluchtleiter‘) in der Fundació Joan Miró.[5]

Beschreibung[Bearbeiten]

Das 113 Zentimeter breite und 104 Zentimeter hohe Gemälde ist ein Frühwerk Mirós; es stammt aus der Zeit vor 1924, bevor er sich dem Surrealismus zuwandte. Das Bild weist Elemente des Kubismus und Fauvismus auf, es finden sich aber auch stilistische Einflüsse Vincent van Goghs, dessen Werke Miró sehr schätzte.[6][7] In dieser frühen Schaffensperiode fertigte Miró neben dem Bildnis Nubiolas mehrere Porträts, wie beispielsweise das Portrait Enric Cristòfol Ricart, heute im Metropolitan Museum of Art in New York, aber auch eine Reihe von Landschaftsbildern mit Anklängen an die spanische Volkskunst.

Miró porträtierte Nubiola Pfeife rauchend, mit einem roten Hemd bekleidet auf einem Stuhl sitzend. Auf einem späteren Selbstporträt – das von Pablo Picasso erworben wurde – bildete sich Miró mit einem identischen Hemd ab. Auf dem Tisch rechts neben Nubiola ist ein Stillleben arrangiert, das Früchte und eine Blume sowie einen Porró zeigt, einen Glasbehälter mit Trinkrohr, der traditionell in Katalonien zum Weintrinken verwendet wird. Im Bildhintergrund dominieren dreieckige Formen, die eine musterähnliche Struktur bilden. Das Bild ist am unteren linken Rand mit „Miró“ signiert.

Literatur[Bearbeiten]

  •  Jordi J. Clavero: Fundació Joan Miró. Guia de la Fundació. Ediciones Polígrafa, Barcelona 2010, ISBN 978-84-343-1242-5.
  •  Convidats d’Honor: exposició commemorativa del 75è aniversari del MNAC. Museu Nacional d’Art de Catalunya, Barcelona 2. Dezember 2009 bis 11. April 2010, ISBN 978-84-804-3209-2.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Eintrag zum Portrait Nubiola. Museum Folkwang, abgerufen am 20. August 2011.
  2.  Josep Vicenç Foix, Edicions Universitat Barcelona (Hrsg.): Cent anys de Miró, Mompou i Foix: Doctors Honoris Causa, Universitat de Barcelona. 1. Januar 1993, ISBN 978-84-475-0535-7, S. 26f (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche, abgerufen am 20. August 2011).
  3. Eintrag zu Joan Miró. Museum Folkwang, abgerufen am 20. August 2011.
  4. El MNAC celebra sus 75 años con „75 invitados de honor“. In: La Vanguardia. 2. Dezember 2009, abgerufen am 20. August 2011 (spanisch).
  5. Ausstellung Joan Miró. L’escala de l'evasió. Fundació Joan Miró, abgerufen am 5. Oktober 2011 (katalanisch, spanisch, englisch).
  6.  Studio international. Studio Trust, 1981.
  7.  Rijksmuseum Vincent van Gogh, Georg-Wilhelm Költzsch, Museum Folkwang Essen (Hrsg.): Vincent van Gogh and the modern movement. 1890–1914. Museum Folkwang Essen, Van Gogh Museum Amsterdam. Luca, Freren 1990, DNB 901158429 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche, abgerufen am 20. August 2011).