Porzellanmanufaktur Augarten
| Neue Wiener Porzellanmanufaktur Augarten GmbH | |
|---|---|
| Rechtsform | GmbH & Co. KG |
| Gründung | 1923 |
| Sitz | Wien |
| Branche | Eisenwaren- und Hartwarengroßhandel |
| Produkte | Porzellanwaren, Besteck |
| Website | www.Augarten.at |
Die Porzellanmanufaktur Augarten ist eine Wiener Porzellanmanufaktur; gegründet wurde sie in ihrer heutigen Form 1923.
Benannt ist sie nach dem Augarten, jenem Park, in dem ihre Manufakturgebäude (Schloss Augarten und ein in der Zweiten Republik errichteter Erweiterungsbau) Nachbarn des Palais Augarten der Wiener Sängerknaben sind.
Inhaltsverzeichnis |
Bedeutung [Bearbeiten]
Von der kunsthistorischen Bedeutung her ist Augartenporzellan mit Meißen und der Porzellanmanufaktur Nymphenburg vergleichbar. Die Stücke werden in der Manufaktur im 2. Wiener Gemeindebezirk Leopoldstadt händisch hergestellt. Die Produkte von Augarten sind das teuerste österreichische Porzellan und werden auch für Staatszwecke wie in der Hofburg, dem Bundeskanzleramt und österreichischen Botschaften, sowie als Staatsgeschenke verwendet. Die Produktpalette umfasst Vasen, Speise-, Tee- und Kaffeeservices, Figuren, Lampen und Geschenke. Die Entwürfe entstammen verschiedenen Epochen und umfassen unterschiedliche Motive. Neben Chinoiserien, Blumen-Buketts, Jagd- und Naturmotiven stehen Klassizismus, Biedermeier, Art Déco und Moderne zur Auswahl.
Geschichte [Bearbeiten]
Nach Ende der Donaumonarchie und der Stabilisierung der Nachkriegswirtschaft wurde am 2. Mai 1923 im Schloss Augarten die „Wiener Porzellanmanufaktur Augarten“ (Porzellanfabrik Augarten A.-G.) im Beisein von Bundespräsident Michael Hainisch eröffnet.[1] Das Unternehmen bezieht sich auf die Tradition der ehemaligen, 1864 geschlossenen Wiener Porzellanmanufaktur und verwendet teilweise deren Designs.
Das Art Déco war in dieser Zeit sehr beliebt und die Produkte wurden von Künstlern wie Franz von Zülow, Josef Hoffmann und Michael Powolny entworfen. Die Manufaktur produziert nach wie vor Altbewährtes aus allen Zeitrichtungen. Künstler wie Friedrich Ludwig Berzeviczy-Pallavicini, Thomas Feichtner, Walter Bosse, Yu Feng, Joseph Nigg, Gottfried Palatin, Ena Rottenberg, Claudia Stuhlhofer Mayr und Robert Ullmann sorgen für immer neue Entwürfe.
2003 - nachdem die Manufaktur wegen Konkurs geschlossen und das gesamte Personal gekündigt wurde - kaufte die Firma VMS Value Management Services GmbH des Unternehmensberaters Erhard Grossnigg.[2] die Konkursmasse auf und gründete damit eine neue Firma namens "Neue Porzellanmanufaktur Augarten".
In einem Seitenflügel befindet sich seit dem Jahr 2011 das Porzellanmuseum im Augarten.
Signierung [Bearbeiten]
Auf jedem Produkt von Augarten wird der blaue Bindenschild aufgestempelt. Des Weiteren wird die Malernummer, Dekornummer und Formnummer aufgetragen.[3]
Filialen [Bearbeiten]
Augarten unterhält Filialen in Wien, Linz und Salzburg. Das Schloss selber steht zur Besichtigung offen. Besucher können dort bei täglichen Führungen einen Einblick in die Produktionsweise von Augarten Porzellan gewinnen. Im neu gestalteten Porzellanmuseum können Besucher anhand repräsentativer Exponate die Geschichte des Wiener Porzellans erleben. Die Produkte sind nicht nur in Österreich begehrt, auch bei Japanern finden die Produkte großen Absatz. Im Flagshipstore in der Spielgelgasse 3 gibt es extra eine japanische Kundenbetreuerin. Im Kaiserpalast von Tokio wurde Augarten-Porzellan ebenfalls gesichtet.[4]
Galerie [Bearbeiten]
-
Porzellanservice Maria Theresia, wurde im Auftrag der Kaiserin für die Ausstattung eines Jagdschlosses im 18. Jhdt. kreiert
-
Figur Lipizzaner mit Reiter der Spanischen Hofreitschule
-
Service für den Bundespräsidenten, mit dem Wappen von Österreich in Gold versehen
Siehe auch [Bearbeiten]
Literatur [Bearbeiten]
- Reinhard Engel, Marta Halpert: Luxus aus Wien II. Czernin Verlag, Wien 2002. ISBN 3-7076-0142-0
- Waltraud Neuwirth: Die Wiener Porzellan- Manufaktur Augarten. Jugend u. Volk, Wien (1996). ISBN 3224188677
- Waltraud Neuwirth: Wiener Porzellan. Original, Kopie, Verfälschung, Fälschung. Jugend u. Volk, Wien. (1996) ISBN 3224188677
- Waltraud Neuwirth: Porzellan aus Wien. Von du Paquier zur Manufaktur im Augarten. Jugend u. Volk, Wien (1992) ISBN 3811360841
- Waltraud Neuwirth: Wiener Porzellan. 1744-1864. Neuwirth, Wien (1983). ISBN 3900282110
- Wilfried Seipel (Hg.): Weißes Gold aus Europa. Ausstellungskatalog, Kunsthistorisches Museum. Wien (1997). ISBN 3-900325-79-0
- Wilhelm Siemens: Impulse - Europäische Porzellanmanufakturen als Wegbereiter internationaler Lebenskultur. Zweckverband Dt. Porzellanmuseum, (1995). ISBN 3927793434
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Eröffnung der Porzellanfabrik im Augarten. In: Neue Freie Presse, Morgenblatt, Nr. 21424/1924, 3. Mai 1924, S. 8, Mitte unten. (Online bei ANNO)
- ↑ Porzellanmanufaktur Augarten auf www.boerse-express.com, abgerufen am 4. September 2011
- ↑ Signierung. Augarten Wien, 22. November 2009, abgerufen am 22. November 2009.
- ↑ Frau im Spiegel, Nr.10 - 1. März 2007
Weblinks [Bearbeiten]
- Webpräsenz der Wiener Porzellanmanufaktur Augarten
- Augarten Japan. Archiviert vom Original am 5. März 2008, abgerufen am 22. November 2009.
- Eintrag zu Wiener Porzellanmanufaktur Augarten Ges. m. b. H. in: Austria-Forum, dem österreichischen Wissensnetz – online (auf AEIOU)
- Eintrag zu Augartenporzellan in: Austria-Forum, dem österreichischen Wissensnetz – online (im Heimatlexikon)
48.22369444444416.378472222222Koordinaten: 48° 13′ 25″ N, 16° 22′ 42″ O