Porzellansammlung (Dresden)

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Ostasiatische Porzellankunst

Die Porzellansammlung ist Teil der Staatlichen Kunstsammlungen Dresdens. Die Sammlung wurde 1715 vom sächsischen Kurfürsten August dem Starken gegründet.

Die Porzellansammlung befindet sich im Dresdner Zwinger.

Geschichte[Bearbeiten]

Die 1715 gegründete Porzellansammlung befand sich ursprünglich im „Holländischen Palais“ am Neustädter Elbufer. Nach einem Umzug 1876 in das Johanneum fanden die im Zweiten Weltkrieg großteils ausgelagerten Sammlungen 1962 im Südteil des Zwingers ihr dauerhaftes Domizil.

Heute umfasst die Sammlung ungefähr 20.000 Kunstwerke der Porzellankunst. Seit 1994 wird die Porzellansammlung von Ulrich Pietsch als Direktor geleitet.

Ausstellung[Bearbeiten]

Saalflucht vor der farblichen Neugestaltung 2006

Ein Schwerpunkt ist traditionelles Porzellan aus China und Japan aus den Beständen Augusts des Starken. Zu sehen sind insbesondere Blau-Weiß-Porzellan der Ming- und Qing-Dynastie, darunter die berühmten, dem Kurfürsten vom preußischen König im Tausch gegen Soldaten überlassenen „Dragonervasen“, weiter farbenfrohe Stücke der famille-verte und der famille-rose, weiße Dehua-Ware, japanisches Arita-Porzellan sowie speziell für den Export gefertigte Keramik.

Den zweiten Schwerpunkt bilden die Erzeugnisse der sächsischen Porzellankunst, insbesondere der Manufaktur Meißen. Das Dekor des Gebrauchsgeschirrs greift teilweise chinesische Muster auf, andererseits finden sich aber auch vielfach europäische Motive wie etwa mythologische Szenen oder Rokoko-Idyllen. Ebenfalls stark vertreten sind Skulpturen aus rein-weißem oder farbig bemaltem Porzellan. Erwähnt seien die Miniaturen von Komödianten, Musikern sowie den Hofnarren Schmiedel und Fröhlich, aber auch der berühmte Tafelaufsatz für Kurfürst Friedrich August III. von 1775 oder das Reiterstandbild König Augusts III.

Wegen der mangelnden Platzverhältnisse werden nur ca. 2000 Ausstellungsstücke präsentiert. Am 10. Oktober 2006 wurde die Ostasien-Ausstellung um eine zusätzliche Galerie erweitert; die Ausstellungsfläche hat sich damit um ein Viertel vergrößert. Die Präsentation schuf der New Yorker Architekt Peter Marino innerhalb weniger Monate in einer Mischung aus Klassik und Moderne. Im modernen Teil der Ostasien-Galerie ist japanisches Blau-Weiß-Porzellan vor anthrazit und zinnoberrot lackierten Paneelen auf historischen Tischen platziert.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Cordula Bischoff, Ulrich Pietsch (Hrsg.): Japanisches Palais zu Dresden: Die Königliche Porzellansammlung Augusts des Starken. Hirmer Verlag, 2014, 340 S., ISBN 978-3777421124.
  • Johann Georg Theodor Graesse: Abriss der Geschichte des Porzellans und der Thongefäße mit besonderer Beziehung auf die K. Porzellan- und Gefäss-Sammlung zu Dresden. Dresden 1873 (Digitalisat)
  • Eva Ströber: 'La maladie de Porcelaine...' – Ostasiatisches Porzellan aus der Sammlung Augusts des Starken. Edition Leipzig, 2001, 224 S., ISBN 3361005302.
  • Jürgen Helfricht: Kleines ABC des Meissener Porzellans. Husum Verlag 2011, ISBN 978-3-89876-552-7
  • Anette Loesch, Ulrich Pietsch, Friedrich Reichel: Porzellansammlung Dresden - Führer durch die Ständige Ausstellung. Dresden 1998, ISBN 3932264053
  • Ingelore Menzhausen: Alt-Meißner Porzellan in Dresden. Berlin 1988, ISBN 3362001424

Weblinks[Bearbeiten]

51.05217913.734616Koordinaten: 51° 3′ 8″ N, 13° 44′ 5″ O