Posavina (Region)

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Posavina („Gebiet an der Save“ oder „Savetal“), auch Posavien, ist die Bezeichnung für das beiderseits der Save liegende Flachland im heutigen Kroatien, Bosnien-Herzegowina und Serbien, das von Zagreb und Sisak im Westen bis zur Mündung der Save in die Donau im Osten reicht. Die Posavina ist Teil der Pannonischen Tiefebene. Die Save ist auf einem großen Teil ihres Laufes Grenzfluss zwischen Kroatien und Bosnien und Herzegowina. Der westliche Teil der Posavina ist heute das demographische und wirtschaftliche Zentrum Kroatiens.

Geschichte[Bearbeiten]

Die fruchtbare und wasserreiche Region wurde schon im Neolithikum besiedelt. Die ersten bekundeten Bewohner waren die Skordisker, später die Pannonier, die unter Kaiser Augustus dem Römischen Reich einverleibt wurden. Das Gebiet gehörte nunmehr zu „Pannonia inferior“, wurde aber auch „Pannonia Savia“ genannt. Am Ende der großen Völkerwanderung eroberten und besiedelten slawische Einwanderer unter awarischer Oberhoheit das Land zwischen Drau und Save (siehe Landnahme der Slawen auf dem Balkan). Sie errichteten dort Knezen (Stammesfürstentümer), akzeptierten aber nach den Siegen Karls des Großen über die Awaren mehr oder weniger willig die fränkische Suzeränität und leisteten Tribut und Wehrdienst. Der wohl bekannteste Fürst von Posavina war Ljudevit, der 819 bis 823 versuchte, die fränkische Oberhoheit abzuschütteln, dann aber flüchten musste und in Serbien ermordet wurde. Danach wurde unter Kaiser Ludwig dem Frommen die Grenzmark "Posavina" an der Save errichtet, die im Westen an die Markgrafschaften Friaul und Istrien und im Norden an die Markgrafschaft Karantanien grenzte.

Mit dem Erstarken der kroatischen Fürstenmacht um 925 kam das Gebiet unter die Herrschaft des Königreichs Kroatien und ab 1102 infolge der Personalunion mit dem Königreich Ungarn zu letzterem. Dem bosnischen König Tvrtko I. (1338–1391) gelang es, die Posavina seinem Reich einzuverleiben, aber schon bald nach seinem Tod wurde sie wieder Teil von Kroatien im Rahmen der ungarischen Monarchie. Dabei blieb es allerdings nur bis 1463, als auch die Posavina von den Osmanen erobert wurde. Im Frieden von Karlowitz 1699 kam die Posavina dann mit ganz Slawonien an Österreich, das dort eine Militärgrenze zum Osmanischen Reich einrichtete. Im Friedensvertrag von 1719 zwischen dem Osmanischen Reich und dem Habsburger Reich wurden die Grenzen der Posavina festgelegt, die sich bis 1939 nicht mehr änderten.

Nach dem Ersten Weltkrieg gehörte die Region zum Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen bzw. ab 1929 zum Königreich Jugoslawien. Als am 29. August 1939 die "Banschaft Kroatien" (Banovina Hrvatska) innerhalb des Königreichs geschaffen wurde, kam auch der südlich der Save liegende Teil von Posavina hinzu. Nach der Schaffung des sogenannten Unabhängigen Kroatischen Staates im April 1941 war die Posavina Teil desselben. Nach dem Zweiten Weltkrieg war es zunächst wieder Teil Jugoslawiens, ehe es als Folge der Jugoslawienkriege zwischen Kroatien und Bosnien-Herzegowina geteilt wurde. Die Region litt sehr schwer im Bosnienkrieg, als sämtliche Ortschaften geplündert und niedergebrannt wurden.

Heute tragen zwei administrative Regionen den Namen Posavina:

Literatur[Bearbeiten]

  • Ivan Crkvenčić, „The Posavina Border Region of Croatia and Bosnia-Herzegovina: Development up to 1918 (with special reference to change in ethnic composition),“ in Društvena istraživanja - Časopis za opća društvena pitanja, No. 1-2, 2004, Institut društvenih znanosti Ivo Pilar, Zagreb, S. 293-314
  • Ivan Crkvenčić, „The Posavina Border Region of Croatia and Bosnia-Herzegovina: Development up to 1918 (with special reference to change in ethnic composition),“ in Društvena istraživanja - Časopis za opća društvena pitanja, No. 3, 2004, Institut društvenih znanosti Ivo Pilar, Zagreb, S. 579-595

Weblinks[Bearbeiten]