Posta Shqiptare

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Posta Shqiptare sh. a.
Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 5. Dezember 1912
Sitz AlbanienAlbanien Tirana, Albanien
Leitung Arqile Gorea (Geschäftsführer)
Mitarbeiter 2233 (2009)[1]
Postämter 553
Umsatz 1,661 Mia. Lek (2009)[1]
Branche Postwesen, Logistik
Website www.postashqiptare.al

Die Posta Shqiptare Sh. a. ist das nationale Postunternehmen Albaniens. Die Aktiengesellschaft gehört zu hundert Prozent dem albanischen Staat und ist dem Ministerium für Innovation, IT und Kommunikation unterstellt.[2] Im Jahr 2011 gab es im ganzen Land 553 Postämter.[3][4] Nebst postalischen Diensten werden vor allem auch zahlreiche Finanzdienstleistungen – unter anderem internationale Überweisungen, Auszahlen von Pensionen, Einziehen von Gebühren und Rechnungsbeträgen für einzelne Dienstleister – angeboten.[5][6]

Geschichte[Bearbeiten]

Aufdruck aus dem Juni 1913 auf einer türkischen 25-Piaster-Briefmarke

Als Albanien noch Teil des Osmanischen Reichs war, gab es neben der türkischen Post noch Außenstellen der k.u.k. Post und der italienischen Post.[7] Nur eine Woche nach der Ausrufung der Unabhängigkeit Albaniens wurde Anfang Dezember 1912 ein Minister für Post, Telegraph und Telefon ernannt. Die albanische Post übernahm die ehemaligen Postämter der osmanischen Verwaltung. Im Mai 1913 wurden vom Ministerium die ersten Postwertzeichen ausgegeben.[7][8] Das zweite Postwertzeichen, das ab Juni 1913 ausgegeben und anfangs noch auf Briefumschläge aufgestempelt wurde, stammt von den Postanstalten der Provisorischen Regierung (albanisch Postat e Qeverriës së Përkohëshme). Während der Kriegswirren des Ersten Weltkriegs gab es kein landesweites Postsystem; diverse Städte und Regionen versuchten eigenständig, den Postdienst irgendwie aufrechtzuerhalten. 1922 kamen erstmals richtige Briefmarken in Umlauf. Sie waren mit dem Schriftzug Posta Shyptare versehen.[7] Die albanische Post ist seit 1922 Mitglied des Weltpostvereins.[9] In einem Land, in dem die Bewohner mehrheitlich Analphabeten waren, gab es noch in den 1930er Jahren nur 28 Postämter.[8]

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Postsystem langsam ausgebaut.[8] Die Zahl der transportierte Briefe und Pakete stieg von 7.342.000 im Jahr 1950 auf 22.624.000 im Jahr 1970, um aber bis 1988 auf 14.228.000 Stück zurückzugehen. Mangelndes Vertrauen in die Zuverlässigkeit der Post führte dazu, dass Ende der 1980er Jahre fast ein Drittel der Sendungen eingeschrieben versendet wurde. Wegen des schlecht ausgebauten Telefonnetzes wurden damals auch rund vier Millionen Telegramme pro Jahr verschickt.[10] Im kommunistischen Albanien wurden Postsendungen stark kontrolliert und zensuriert.[8]

Mit dem Zusammenbruch des totalitären Regimes im Jahr 1991 begann für die albanische Post eine schwierige Transformationsphase, während der nur eingeschränkte Dienstleistungen erbracht werden konnten und viele Kunden ihr Vertrauen in die Post verloren.[8] Im Jahr 1991 transportierte die heruntergewirtschaftete Post nur noch 9,7 Millionen Briefe und 82.000 Pakete sowie 40,5 Millionen Zeitungen.[11] 1992 wurden die Telekommunikationsdienste in ein unabhängiges Unternehmen namens Albanian Telecom ausgegliedert und die Postdienste marktwirtschaftlich ausgerichtet.[11][12]

Postamt von Tamara, Nordalbanien

Ab dem Jahr 2005 wurde Posta Shqiptare reorganisiert und mit modernen Hilfsmitteln technisch ausgerüstet.[8] Die umfangreichen Investitionen führten zu einem deutlichen Anstieg des Umsatzes sowie der Mitarbeiterzahlen und einer kleinen Ausdehnung des Filialnetzes.[1] 2006 wurden auch erstmals Postleitzahlen festgelegt.[8]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Albanische Post – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Treguesit e sherbimeve ne periudhen 2005-2009. In: Posta Shqiptare. Archiviert vom Original am 11. Oktober 2010, abgerufen am 27. Dezember 2011 (albanisch).
  2. Structure. In: Posta Shqiptare. Archiviert vom Original am 16. Juni 2011, abgerufen am 27. Dezember 2011 (englisch).
  3. Njoftim për shtyp: Projekti „Internet falas“ konfirmohet si sukses i „Shqipërisë në moshën e internetit“. In: Ministri i Inovacionit dhe Teknologjise se Informacionit dhe Komunikimit. 28. Juli 2011, abgerufen am 27. Dezember 2011 (albanisch).
  4. Financial and Economic data. In: Posta Shqiptare. Abgerufen am 5. Oktober 2012 (englisch).
  5. Mission. In: Posta Shqiptare. Abgerufen am 5. Oktober 2012 (englisch).
  6. Analiza e Punes e vitit 2009. In: Posta Shqiptare. Archiviert vom Original am 11. Oktober 2010, abgerufen am 27. Dezember 2011 (albanisch).
  7. a b c  Markus W. E. Peters: Kleine Post- und Postwertzeichenkunde Albaniens. In: Walter Raunig (Hrsg.): Albanien – Reichtum und Vielfalt alter Kultur. Staatliches Museum für Völkerkunde, München 2001, ISBN 3-9807561-2-2, S. 189-208.
  8. a b c d e f g History. In: Posta Shqiptare. Archiviert vom Original am 16. Juni 2011, abgerufen am 27. Dezember 2011 (englisch).
  9. Universal Postal Union. Abgerufen am 27. Dezember 2011 (englisch).
  10.  Raymond Hutchings: Internal Trade, Transportation, Supply and Communications. In: Klaus-Detlev Grothusen (Hrsg.): Albanien (= Südosteuropa-Handbuch. Band VII). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1993, ISBN 3-525-36207-2, S. 391-416.
  11. a b  Hans-Ulrich Friedli: PTT versucht zu helfen. In: newsletter Albanien. Nr. 3, Zürich April 1994, ISSN 1424-5337, S. 8 ff..
  12. History. In: ALBtelecom. Abgerufen am 27. Dezember 2011 (englisch).