Postbank

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Postbank (Begriffsklärung) aufgeführt.
  Deutsche Postbank AG
Logo der Postbank
2014-07-24 Zentrale Deutsche Postbank AG, Friedrich-Ebert-Allee 114-126, Bonn-Gronau IMG 2178.jpg
Postbank-Zentrale in Bonn
Staat Deutschland
Sitz Bonn
Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN DE0008001009
Bankleitzahl 380 100 53[1]
BIC PBNK DEFF 380[1]
Gründung 1995 (Privatisierung)
Website www.postbank.de
Geschäftsdaten 2013[2]
Bilanzsumme 161,506 Mrd. Euro
Einlagen 120,398 Mrd. Euro
Kundenkredite 101,313 Mrd. Euro
Mitarbeiter 18.223
Geschäftsstellen 1.092
Leitung
Vorstand Frank Strauß (Vors.),
Marc Heß, Hans-Peter Schmid, Ralf Stemmer, Hans-Peter Storr, Susanne Klöß, Ralph Müller[3]
Aufsichtsrat Rainer Neske (Vors.)
Werbeaktion der Postbank anlässlich ihres Börsengangs im Juni 2004

Die Deutsche Postbank AG ist ein deutsches Finanzinstitut mit Sitz in Bonn. Sie ist seit 2010 mehrheitlich im Besitz der Deutschen Bank. Postbank ist der Name, unter dem das Unternehmen in der Öffentlichkeit auftritt. Sie ist seit der zweiten Postreform 1994 mit dem Poststrukturgesetz eine deutsche Geschäftsbank. Vorläufer der Postbank war der Teilbereich „Deutsche Bundespost POSTBANK“, der im Rahmen der Postreform I aus den „Postscheckämtern“ (später „Postgiroamt“) und den „Postsparkassenämtern“ gebildet worden war. Mit Inkrafttreten der Postreform II wurde aus der Deutschen Bundespost POSTBANK die Deutsche Postbank AG. Schwerpunkte der Bank sind das Spar- und Retail-Geschäft, daneben ist sie Hausbank der Deutschen Post.

Geschichte[Bearbeiten]

Anfänge[Bearbeiten]

Der Postscheckdienst wurde 1909 im Deutschen Reich eingeführt. Hintergrund war die Notwendigkeit eines reichsweiten bargeldlosen Zahlungsverkehrs, den das vorhandene Bankwesen seinerzeit nicht anbot. Jeder hatte Anspruch auf ein Postscheckkonto, von dem aus bargeldlose Zahlungen getätigt werden konnten. Überweisungen, Scheckeinreichungen und Kontoauszüge wurden mit der Post versandt, sodass kein Filialnetz dafür notwendig war. Insofern ist die Postbank die älteste Direktbank Deutschlands.

Mitte der 1980er wurde der Postscheckdienst in den zeitgemäßen Begriff „Postgirodienst“ umbenannt, da der alte Begriff hochgradig erklärungsbedürftig war und Nachteile im Zuge der zunehmenden Konkurrenz im Geschäft mit Girokonten der Banken einbrachte. Damals war auch eine Überziehung des Kontos (Kontokorrentkredit) grundsätzlich nicht möglich, allenfalls ein negativer Saldo von 500 bis maximal 1000 DM wurde geduldet. Lediglich für Bedienstete der Deutschen Bundespost bestand durch Kooperation mit den Post- Spar- und Darlehnsvereinen ein Dispositionskreditrahmen zur Verfügung.

Ein Postsparkassendienst war bereits 1883 in Österreich gegründet worden und wurde am 2. Januar 1939 als Folge der Vereinigung Österreichs mit dem Deutschen Reich im März 1938 reichsweit eingeführt. Ein Sparer konnte an allen deutschen Postämtern Einzahlungen leisten und sich Geld auszahlen lassen. Die Möglichkeiten der Auszahlung wurde nach dem Zweiten Weltkrieg sukzessive auf weitere europäische Länder ausgedehnt, sodass sich Sparer in vielen europäischen Ländern kostenfrei Geld von ihrem Postsparbuch in Landeswährung auszahlen lassen konnten.[4]

Zweisprachiger Postspar-Rückzahlungsschein (Portugal)

Postreform[Bearbeiten]

1989 wurde im Zug der ersten Postreform die Deutsche Bundespost in drei relativ eigenständige Geschäftsbereiche aufgegliedert. Die Postbank firmierte von da an unter dem Namen „Deutsche Bundespost POSTBANK“. Sie wickelte weiterhin Postsparkassen- und Postscheckdienst über die Postämter ab. 1994 wurden die Geschäftsbereiche in Aktiengesellschaften umgewandelt und die Deutsche Bundespost aufgelöst.

Von 1990 bis 1997 war Günter Schneider Vorstandsvorsitzender (bis 1994 als Vorstand der Generaldirektion Postbank innerhalb der Bundespost) der Postbank. Anschließend übernahm Dieter Boening den Vorstandsvorsitz bis 1999. Im selben Jahr erwarb die Deutsche Post AG die Postbank von der Bundesrepublik Deutschland. Von 2000 bis 2007 war Wulf von Schimmelmann Vorstandsvorsitzender, im Sommer 2007 übernahm Wolfgang Klein das Amt. Dieser wiederum wurde im Mai 2009 durch Stefan Jütte abgelöst.

21. Jahrhundert[Bearbeiten]

2000 erwarb die Postbank die DSL Bank.

2001 gründete die Postbank die PB Factoring und stieg damit ins Factoring ein.[5]

Da die Auszahlung von Postsparguthaben im Ausland aufwändig war (zweisprachige Vordrucke mussten erstellt und nebst entsprechenden Anleitungen an ausländische Poststellen verteilt werden), wurde sie nach Einführung der Sparcard (s. u.) durch eine weltweite Gültigkeit[6] derselben ersetzt.

Seit dem 1. Januar 2004 hat die Postbank die Abwicklung des Zahlungsverkehrs für die Deutsche Bank und die Dresdner Bank übernommen und in die Betriebs-Center für Banken (BCB) ausgelagert.[7]

Am 6. Mai 2004 teilte Klaus Zumwinkel, damaliger Vorstandsvorsitzender der Deutschen Post AG (Eigentümerin der Postbank) mit, dass die Postbank am 21. Juni 2004 an die Börse gehen und bis zu 50 Prozent minus einer Aktie der Postbank verkauft werde. Die in der ersten Bookbuilding-Phase am 6. Juni festgesetzte Preisspanne von 31,50 bis 36,50 Euro wurde am 19. Juni auf 28,00 bis 32,00 Euro auf Grund der geringen Nachfrage geändert und der Börsengang auf den 23. Juni verschoben.

2005 wurde die Übernahme der BHW Holding AG eingeleitet. Am 21. März 2005 übernahm die Postbank 9,2 % der Anteile an der BHW Holding AG von der Ergo Versicherungsgruppe. Am 25. Oktober wurde mit der Beteiligungsgesellschaft der Gewerkschaften (BGAG) und dem dbb (Beamtenbund) ein Vertrag zur Übernahme von weiteren 76,4 % Anteilen an der BHW Holding AG abgeschlossen. Dieser Vertrag wurde am 2. Januar 2006 vollzogen, womit die Postbank 91,04 % der Anteile hielt und damit den BHW-Konzern erfolgreich übernahm.[8]

Anfang 2007 wurde die Postbank Vertriebsakademie GmbH als jüngste Tochter der Postbank gegründet. Damit bündelt sie die Bildungsaktivitäten an zentraler Stelle und stellt die Qualifikation der Berater sicher. Auf Grund der Ausweitungen des Weiterbildungsschwerpunktes auch auf Themen jenseits des Vertriebs erfolgte im Juli 2010 die Umbenennung in Postbank Akademie und Service GmbH.

Die Aktie der Deutschen Postbank war von 18. September 2006 bis 20. März 2009 Bestandteil des DAX an der Frankfurter Wertpapierbörse und anschließend bis 9. Dezember 2010 im MDAX gelistet.[9]

Im November 2008 wurden im Rahmen einer Kapitalerhöhung 54,8 Millionen neue Aktien ausgegeben. Der Bruttoemissionserlös betrug rund 1 Mrd. €. Die neuen Aktien wurden zu 99,3 % von der Deutschen Post AG übernommen, die damit ihren Anteil an der Postbank AG auf zirka 62,3 % steigerte.[10]

Einstieg der Deutschen Bank[Bearbeiten]

Die Postbank beauftragte die US-amerikanische Investmentbank Morgan Stanley, einen Fusionspartner zu suchen. Im September 2008 wurde eine Übernahme durch die Deutsche Bank angekündigt, die der Offerte der spanischen Großbank Santander zuvorkam. In einem ersten Schritt wollte sich die Deutsche Bank mit 29,75 Prozent an der größten deutschen Filialbank beteiligen. In den folgenden zwölf bis 35 Monaten sollten weitere 20,25 Prozent plus eine Aktie übernommen werden.[11] Der Kauf der Postbank wurde mit mehr als 8 Mrd. Euro bewertet. Das positive Votum des Post-Aufsichtsrats wurde am 12. September 2008 bekanntgegeben.[12]

Im Februar 2009 wurde der Übernahmeplan aufgrund der Finanzkrise geändert.[13] Die Deutsche Bank übernahm nun in einem ersten Schritt 22,9 % der Aktien. Gleichzeitig wurden zwischen Deutscher Bank und Deutscher Post eine Pflichtumtauschanleihe, die nach drei Jahren in 27,4 % der Postbank-Aktien getauscht wird, und Aktienkauf- und -verkaufsoptionen über weitere 12,1 % der Postbank-Aktien vereinbart.

Am 25. Februar 2009 gab die Deutsche Post bekannt, dass die erste Tranche (22,9 %) der Postbank-Aktien an die Deutsche Bank übertragen wurde.[14] Mit zusätzlich am Aktienmarkt gekauften Papieren verfügte die Deutsche Bank zum 31. Dezember 2009 über 29,88 % der Postbank-Aktien.[15] Im November 2010 erwarb die Deutsche Bank die Mehrheit der Anteile und baute diese Mehrheit kontinuierlich aus. Am 28. Februar 2012 teilte sie mit, mittlerweile den vollständigen Anteil der Deutschen Post von 39,5 % mittels Pflichtwandelanleihe und der Verkaufsoption der Deutschen Post übernommen und weitere Aktien am freien Markt aufgekauft zu haben, so dass sich der Anteil an der Postbank nun auf 93,7 % beläuft.[16] Am 30. März 2012 wurde der Beschluss über den Abschluss eines Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrages[17] zwischen der Deutsche Postbank AG als abhängigem Unternehmen und der DB Finanz-Holding GmbH als herrschendem Unternehmen bekanntgegeben, dem die obligatorische Zustimmung der Hauptversammlung der Deutsche Postbank AG am 5. Juni 2012 folgte.[18]

Fakten[Bearbeiten]

Im Jahr 2007 nach Eingliederung der BHW hatte die Postbank 22.000 Mitarbeiter plus 4.500 freie Handelsvertreter, die in der Postbank Finanzberatung AG mit Sitz in Hameln gebündelt sind.

Hier eine Tabelle zur Entwicklung einiger Kennzahlen der Postbank:[19]

2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012
Bilanzsumme in Mrd. € 132,61 128,25 140,28 184,88 202,91 231,21 226,60 214,68 191,94 193,82
Mitarbeiter 8.700 10.010 9.240 21.490 21.470 21.130 20.860 20.360 19.230 18.599

Im Geschäftsjahr 2011 führte die Postbank 5,01 Millionen Privatgirokonten und 0,32 Millionen Konten von Unternehmen.[20]

Deutschlandweit betreibt die Postbank 1.100 eigene Filialen und über 4.500 Partnerfilialen sowie 900 Beratungscenter der Postbank Finanzberatung. Daneben sind 3.000 mobile Berater im Einsatz.[21]

Die Postbank ist seit dem 1. Juli 2009 Hauptsponsor des Fußball-Bundesligisten Borussia Mönchengladbach. Der bis 2013 laufende Vertrag wurde vorzeitig bis zum 30. Juni 2015 inklusive einer weiteren Verlängerungsoption verlängert. Der neue Vertrag enthält Vereinbarungen über Erfolgsprämien und dürfte maximal ein Gesamtvolumen von rund 6,5 Millionen Euro pro Saison haben – 4,5 Millionen sind, wie bisher, garantiert, hinzu könnten bis zu zwei Millionen durch weitere sportliche Erfolge kommen.

Produkte, Kooperationen[Bearbeiten]

Postbank-Hochhaus in Essen

Zu den Produkten zählen neben dem Girokonto und dem klassischen Sparkonto mit Sparbuch auch die Sparcard 3000 plus, die Sparcard 3000 plus direkt (relativ hoher Zins), Kapital plus, Kapital plus direkt (Festgeld für mindestens 30 Tage, ab 2.500 Euro), das Quartalsparen (relativ hoher Zins, in Quartalen, in denen das Kapital von Anfang bis Ende stehen bleibt), sowie das DAX-Sparbuch.

Außerdem bietet die Postbank Wertpapierhandel (Brokerage), Kredite, Tagesgeldkonten, Fonds, Baufinanzierung, Bausparen, Versicherungen und Altersvorsorgeprodukte an.

Kooperationen

Der Vorläufer der Kooperationen im Inland lag in der Zusammenarbeit mit den Post-Spar- und Darlehnsvereinen (heute PSD Bank), die für Beschäftigte der Deutschen Bundespost die Finanzierung von Dispositionskrediten auf deren Postscheckkonten übernahm. Diese Kooperation wurde als Folge der Postreformen Mitte der 1990er eingestellt.

Herkömmlich arbeitete die Postbank mit den Filialen der Deutschen Post zusammen, so dass dort Bareinzahlungen und Auszahlungen wie am Bankschalter vorgenommen werden können. In einigen Postfilialen unterhielt die Postbank eigene oder freiberufliche Finanzberater. Im Zuge der zunehmenden Aufgabe eigener Filialen der Deutschen Post, die heute weitgehend über Agenturen ihre Dienste anbietet, werden auch viele Leistungen der Postbank in diesen Agenturen abgewickelt. Die größeren Filialen firmieren heute als „Postbank Finanzcenter“, in denen die Deutsche Post ihre Leistungen als „Untermieter“ anbietet.

Am 21. September 2007 gaben die HUK-Coburg und die Postbank den Abschluss einer langfristigen Vertriebspartnerschaft bekannt, nachdem zuvor Mitte 2007 das gesamte Versicherungsgeschäft der Postbank an die Talanx AG veräußert wurde.[22] Ab Oktober 2007 startete der Absatz von Kraftfahrtversicherungen der HUK-Coburg in den Filialen der Postbank und im Internet. Seit 2008 vertreiben alle Vertriebskanäle der Postbank exklusiv Kraftfahrt-, Haftpflicht- und Sachversicherungen der HUK-Coburg. Umgekehrt bietet der Vertrieb der HUK-Coburg exklusiv Bankprodukte für Privatkunden der Postbank, zum Beispiel Girokonten, an.[23]

Kritik[Bearbeiten]

Gebühren für Spareinlagen[Bearbeiten]

Zum 1. Januar 2008 führte die Postbank eine neue Gebührenstruktur ein. Seitdem fielen für „Sparkonten mit dreimonatiger Kündigungsfrist“, die bis in die 1990er Jahre eröffnet wurden, monatliche Kontoführungsgebühren in Höhe von 1,00 Euro an, bis zum vollständigen Verbrauch des Guthabens. Die Hürden zur Vermeidung dieser Kosten waren Kritikern zufolge nicht sehr hoch: entweder ein Guthaben über 60 Euro, oder mehr als ein Konto, oder mindestens eine Ein- oder Auszahlung in den letzten fünf Jahren, oder der Kontoinhaber ist minderjährig. Die Änderung dieser Bedingungen blieb vielen Kunden verborgen. Die entsprechende Information erfolgte kurz vor Jahresende 2007 in einem Schreiben, das sehr leicht mit Werbung zu verwechseln war. Der Hinweis auf die Änderung der Gebührenstruktur wurde tief im Text versteckt.[24] Seit 2013 wird diese Gebühr nicht mehr erhoben, bei den von der Regelung betroffenen Konten wurde aber bis zu diesem Zeitpunkt das Restguthaben bereits vollständig abgebaut.

DAX-Sparbuch[Bearbeiten]

Das Produkt DAX-Sparbuch erhielt massive Kritik von Verbraucherschützern, da es nicht die Rendite erwirtschaftete, die die Werbung suggerierte.[25] So sollte der Anleger mit dem DAX-Sparbuch zusätzlich zu einem Basiszins die Hälfte des Anstiegs des Börsenindizes DAX erhalten. Erst bei genauerem Hinsehen bzw. nach Gutschrift der Zinsen ergab sich, was dies bedeutete, nämlich dass bei einem angenommen linearen DAX-Anstieg von 12 % im Jahr (also etwa 1 % pro Monat) der Anleger nicht etwa 6 % p.a., sondern lediglich 0,5 % p.a. zusätzlich erhielt. Dies lag daran, dass die Berechnung des DAX-Bonus monatlich erfolgte. Der Anstieg des DAX um 1 % in einem Monat führte somit nicht zu einem Bonus von 0,5 % pro Monat, sondern nur 0,5 % p.a., was etwa 0,042 % pro Monat entsprach. Das Produkt wird seit Januar 2010 nicht mehr angeboten. Bestehende DAX-Sparbücher führt die Postbank allerdings weiter. Die Konditionen wurden nochmals verschlechtert: Nicht mehr die Hälfte, sondern nur noch ein Viertel des DAX-Anstiegs wird berücksichtigt.[26]

Missbrauch von Kundendaten[Bearbeiten]

Im Mai 2010 wurde die Postbank zu einer Strafe in Höhe von 120.000 € verurteilt, weil sie freiberuflichen Mitarbeitern ihrer Vertriebstochter bis Herbst 2009 Zugriff auf die Kontobewegungen ihrer Kunden gegeben hatte. Die freiberuflichen Mitarbeiter sollten die Kontodaten auswerten, um damit den Kunden maßgeschneiderte Produkte anbieten zu können. Nachdem die Stiftung Warentest dies im Oktober 2009 bemängelt hatte, sperrte die Postbank den Zugriff für die rund 4.000 Außendienstmitarbeiter.[27]

Fehlberatung von Kunden[Bearbeiten]

Der Postbank wird vorgeworfen, jahrelang ihren Kunden riskante und für diese ungeeignete Fondsbeteiligungen vermittelt zu haben. Viele Anleger klagen deshalb.[28] ZDFzoom recherchierte zur Postbank und sendete am 2. Oktober 2013 die Dokumentation „Die Falschberater“. Älteren Kunden, die ausdrücklich eine sichere Anlage wünschten wurden stattdessen hochriskante Produkte verkauft. Um sich abzusichern, ließen sich die Berater die Beratungsprotokolle blanko unterschreiben. Anschließend wurde dann eingetragen, dass der Kunde ein spekulativer Anleger sei und über alle Risiken aufgeklärt wurde.[29]

Bankleitzahlen[Bearbeiten]

Tabelle I: reguläre Bankleitzahlen der Postbank
BLZ Ort Letzte drei Kto.nr.stellen Bemerkung
100 100 10 Berlin 100–109
200 100 20 Hamburg 200–209 nur Girokonten
201 100 22 Hamburg nur Sparkonten
250 100 30 Hannover 300–309
360 100 43 Essen 430–439
370 100 50 Köln 500–509
370 110 00 Köln Easytrade - Wertpapierdepotgeschäft
380 100 53 Bonn Zentrale
440 100 46 Dortmund 460–469
500 100 60 Frankfurt am Main 600–609
545 100 67 Ludwigshafen am Rhein 670–679
590 100 66 Saarbrücken 660–669 Tagesgeldkonten
600 100 70 Stuttgart 700–709
660 100 75 Karlsruhe 750–759
700 100 80 München 800–809 nur Girokonten
701 100 88 München nur Sparkonten
760 100 85 Nürnberg 850–859
860 100 90 Leipzig 900–909

Die Bankleitzahlen der Postbank haben eine Besonderheit: Die letzten beiden Ziffern stellen die ersten beiden Stellen der alten (westdeutschen) vierstelligen Postleitzahl des jeweiligen Ortes dar (Ausnahme hiervon sind die Spar-Niederlassungen Hamburg und München, bei denen die erste PLZ-Ziffer verdoppelt wird, die Niederlassung Leipzig sowie die „Gf FK“-Bankleitzahlen in Saarbrücken). Insgesamt ist die Postbank in 14 Niederlassungen aufgeteilt. Als weitere Besonderheit sind für die Postbank an den Stellen 4 bis 6 der Bankleitzahl grundsätzlich die Ziffern 100 reserviert (Ausnahme: Easytrade-BLZ). Diese Ziffernfolge wird von der Deutschen Bundesbank nicht an andere Kreditinstitute vergeben. Für Kunden der „Direktbank“ existieren keine eigenen Bankleitzahlen. Diese Kunden werden auf Institute in verschiedenen Städten verteilt.

Es bestehen nur noch zwei kontoführende Niederlassungen der Postbank:

  • Hamburg für Hamburg Giro und Spar, Dortmund, Essen, Frankfurt, Hannover, Köln, Ludwigshafen, Saarbrücken
  • München für München Giro und Spar, Berlin, Karlsruhe, Leipzig, Nürnberg und Stuttgart

Die letzten drei Stellen der Kontonummer identifizieren die ursprünglichen Niederlassungen. Dazu besteht die Niederlassung Köln Easytrade für das Wertpapierdepotgeschäft.

Tabelle II: weitere Bankleitzahlen der Postbank[30]
BLZ Ort Bemerkung
254 102 00 Hameln BHW Bausparkasse
254 103 00 Hameln BHW Allgemeine Bausparkasse -alt-
440 102 00 Hameln BHW Bausparkasse
590 100 11 St. Ingbert ZVC Gf FK 11
590 100 12 Neunkirchen (Saar) ZVC Gf FK 12
590 100 13 Dillingen/Saar ZVC Gf FK 13
590 100 49 Brakel ZVC Gf FK 49

Die Bankleitzahlen von 590 100 11 bis 590 100 49 werden für Postbank ZV Collect genutzt. Hierbei erhalten Postbank Firmenkunden eine dieser Bankleitzahlen als persönliche Bankleitzahl, unter der sie beliebig viele virtuelle Konten anlegen und verwalten können, um so ihr Debitorenmanagement zu vereinfachen.[31]

Anteilseigner[Bearbeiten]

Im November 2010 übernahm die Deutsche Bank die Mehrheit der Anteile an der Postbank.[32] Nach der Übernahme aller Anteile der Deutschen Post bis Ende Februar 2012 verteilen sich die Anteile so:

Anteil Anteilseigner
94,1 % Deutsche Bank AG
5,9 % Streubesitz

Stand: 31. Dezember 2012[33]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Deutsche Postbank – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Stammdaten des Kreditinstitutes bei der Deutschen Bundesbank
  2. Konzern-Geschäftsbericht 2013 (PDF-Datei; 2,57 MB)
  3. Management der Postbank
  4.  Constanze Jung (Real.): Rechtsfibel für die Jugend. 22. überarbeitete Auflage Auflage. INFO Verlagsgesellschaft, Karlsruhe 2001, ISBN 3-88190-023-3, S. 134.
  5. Deutsche Postbank AG, Presseinformationen, Pressearchiv, Pressemitteilung vom 18. Dezember 2001, http://www.postbank.de/postbank/pr_presseinformation.html?newsid=1179843311034
  6. Neue Postbank SparCard mit Online-Konditionen. Deutsche Postbank, 1. Juli 2002, abgerufen am 10. April 2013.
  7. http://www.handelsblatt.com/unternehmen/banken-versicherungen/gewerkschaft-kritisiert-commerzbank;2345705
  8. Geschäftsbericht des Postbank Konzerns 2005, Innenseite „Meilensteine 2005“
  9. FTD: Außerplanmäßige Indexumstellung (Memento vom 31. Juli 2012 im Webarchiv Archive.today)
  10. Geschäftsbericht 2008 (PDF, 1,7 MB).
  11. Financial Times Deutschland: Post gibt ihre Bank komplett ab (Memento vom 31. Juli 2012 im Webarchiv Archive.today), 11. September 2008
  12. vgl. Reuters: Deutsche Bank wird Grossaktionärin der Postbank bei nzz.de, 12. September 2008
  13. Manager Magazin: Deutsche Bank/Postbank - Übernahme in drei Akten (abgerufen am 27. März 2010)
  14. SpiegelOnline: Deutsche Bank übernimmt Postbank-Anteil, abgerufen am 25. Februar 2009
  15. Geschäftsbericht 2009 der Deutschen Bank Seite 234 abgerufen 15. Mai 2010
  16. Deutsche Bank erhöht Postbank-Anteil auf 93,7 %. Abgerufen am 28. Februar 2012.
  17. BEHERRSCHUNGS- UND GEWINNABFÜHRUNGSVERTRAG zwischen der DB Finanz-Holding GmbH und der Deutsche Postbank AG
  18. Abstimmungsergebnisse der Hauptversammlung 2012 der Postbank
  19. Datenblatt, Investor Relations der Postbank.
  20. Postbank Gruppe in Zahlen, Wir über uns bei der Webpräsenz der Postbank
  21. Unternehmensporträt abgerufen am 24. Januar 2013
  22. http://www.welt.de/welt_print/article1037642/Talanx_kauft_alle_Versicherer_der_Postbank.html
  23. Postbank und HUK-Coburg vereinbaren Vertriebspartnerschaft , 21. September 2007
  24. Aus Sparbuch mit 30 DM werden in 34 Jahren 53 Cent, DerWesten, 9. Februar 2012
  25. Dreiste Werbung fürs Dax-Sparbuch Stiftung Warentest, 4. September 2003
  26. Website der Postbank
  27. Postbank: Systematische Verstöße gegen den Datenschutz Stiftung Warentest, 26. Oktober 2009
  28. Teure Fehlberatung: Postbank hat Kunden jahrelang bewusst getäuscht
  29. Video ZDFzoom: Die Falschberater (15. November 2013, 19:45 Uhr, 2:48 Min.) in der ZDFmediathek, abgerufen am 6. Februar 2014
  30. Entnommen aus der offiziellen BLZ-Liste der Bundesbank.
  31. Postbank: ZV Collect. In: postbank.de. Abgerufen am 19. November 2014.
  32. Handelsblatt: Deutsche Bank sichert sich Postbank Mehrheit
  33. Anteilseigner Postbank AG. Abgerufen am 3. Mai 2013.

50.709277.12744Koordinaten: 50° 42′ 33″ N, 7° 7′ 39″ O