Postfanghaken

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Stationärer Postfanghaken in dem Moment, als ein Postfanghaken eines Bahnpostwagens der Chicago, Burlington and Quincy Railroad den Postsack abgreift.
Postfanghaken am Burlington Zephyr

Postfanghaken ermöglichten den Transfer von Postsendungen aus einem oder in einen mit unverminderter Geschwindigkeit fahrenden Bahnpostwagen.[1]

Da das Anhalten und anschließende Anfahren eines Zuges relativ viel Zeit und Energie erfordert, wurde früh darüber nachgedacht, wie es möglich sei, Postsendungen aus einem oder in einen mit unverminderter Geschwindigkeit fahrenden Zug zu übergeben. In Deutschland wurde bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts lediglich das Abwerfen von Briefbeuteln auf Bahnhöfen während der Durchfahrt des Zuges praktiziert (vgl.: hier).

In Großbritannien und den USA wurden dagegen technische Einrichtungen installiert, die die Übergabe von Postsendungen in beiden Richtungen ermöglichten. Dazu gab es zum einen stationäre Gestelle neben dem Gleis, in die ein Postbeutel gehängt werden konnte oder die einen Arm mit Haken hatten, der einen an einem entsprechenden Haken aus einem Bahnpostwagen heraus gehaltenen Postbeutel aufnehmen konnte. Das Verfahren war ebenso in umgekehrter Richtung möglich.

Dessen technische Grenze liegt in der extremen Beschleunigung des Postbeutels, die bei höheren Geschwindigkeiten des Zuges auftritt. Dies kann nicht nur zu Beschädigungen der Postsendungen führen, sondern auch durch zurückschlagende oder gegen den Zug schlagende Postbeutel zu Schäden führen. Deshalb wurde das Verfahren aufgegeben, als die Zuggeschwindigkeiten beim Übergang vom Betrieb mit Dampflokomotiven zu Diesel- und Elektrolokomotiven in den 1950er Jahren anstiegen.

Quellen[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bundesministerium für das Post- und Fernmeldewesen (Hrsg.): Handwörterbuch des Postwesens, 3. völlig neu bearbeitete Auflage, Band 1, Berlin 1971, S. 23.