Postfeminismus

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Der Postfeminismus radikalisiert mittels des Dekonstruktivismus und des Poststrukturalismus den Feminismus. Im Postfeminismus werden sowohl das biologische Geschlecht (sex) wie das soziale Geschlecht (gender) als gesellschaftliche Konstrukte angesehen und deshalb als Klassifikationseinheiten abgelehnt. Im Mittelpunkt steht nicht mehr das Subjekt „Frau“, sondern dessen Subjektivierung.

Ins Zentrum dieser Theorie tritt die Differenz unter Menschen, d.h. angenommene Gemeinsamkeiten/Geschlechtsidentitäten werden aufgelöst/dekonstruiert. Stattdessen wird davon ausgegangen, dass es so viele Identitäten gibt, wie es Menschen gibt. Auch die in den vorherigen Ansätzen angenommene Zweigeschlechtlichkeit wird aus dekonstruktivistischer Sicht bestritten und durch das Anerkennen von Vielgeschlechtlichkeit ersetzt.

Die wichtigste Vertreterin des Postfeminismus ist Judith Butler. Sie schrieb unter anderem „Gender Trouble. Feminism and the Subversion of Identity“ (dt. „Das Unbehagen der Geschlechter“) im Jahre 1990 und „Bodies That Matter“ (dt. Körper von Gewicht) im Jahre 1994. In beiden Büchern beschäftigt sie sich mit der von ihr entwickelten Queer-Theory. Einer von Butlers bedeutendsten Beiträgen war ein performatives Modell von Gender, in welchem die Kategorien „männlich“ und „weiblich“ als Wiederholung von Handlungen verstanden werden, und nicht als natürliche oder unausweichliche Absolutheiten. Diese Beiträge waren auch bedeutend zur feministischen und kritischen Theoriebildung, weil Butler damit die Kategorie „Frau“ als Subjekt des Feminismus in Frage stellte. Dies führte besonders in Deutschland zu erbitterten Debatten innerhalb der feministischen Theorie.

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