Posthumanismus

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Posthumanismus nennt sich eine Philosophie, die sich als nach-menschlich betrachtet und in deren Zentrum die Idee der Unsterblichkeit in der Virtualität steht.

Im Gegensatz zum klassischen Humanismus wird dabei die besondere Stellung des Menschen negiert und er als eine unter vielen natürlichen Spezies dargestellt. Daraus wird u.a. geschlussfolgert, dass der Mensch auch nicht das Recht hat, die Natur zu zerstören oder sich selbst als ethisch höherwertig zu betrachten. Außerdem wird das menschliche Wissen auf eine weniger kontrollierende Position reduziert, seine Einschränkungen und die Fehlbarkeit des Menschen werden verdeutlicht.

Trotz aller unterschiedlichen Argumentationen der Posthumanisten vereint diese der Gedanke, dass die biologische Menschheit den Gipfel ihrer Evolution bereits erreicht hat und die nächste Entwicklung von intelligentem Leben in den Händen der künstlichen, computergestützten Intelligenz liegt, die in vielen Bereichen dem Menschen überlegen sein könnte.

Der Posthumanismus beschreibt also ein Entwicklungszeitalter nach der Menschheit. Da dies naturgemäß in der Zukunft liegt, gibt es darüber zunächst nur Spekulationen und Thesen. Allerdings versucht der Posthumanismus auch eine Beschreibung des posthumanen Menschen als hypothetisches zukünftiges Wesen, dessen Fähigkeiten die eines heutigen Menschen bei weitem übersteigen. Ein posthumanes Wesen kann also auch als Kreatur beschrieben werden, die durch eine Erweiterung der physischen und psychischen Fähigkeiten entsteht. Posthuman kann allerdings auch bedeuten, dass eine Einheit von menschlicher und künstlicher Intelligenz geschaffen wird und dass das Bewusstsein in einen fremden Körper oder Computer geladen wird. Beispiele dafür können eine Veränderung des menschlichen Organismus durch Nanotechnologie oder einer Kombination von Gentechnik, Psychopharmakologie, lebensverlängernde Maßnahmen, neurale Schnittstellen, gedächtniserweiternde Drogen und tragbare oder implantierte Computertechnologie sein.

Ob der Transhumanismus als eine Spezialform des Posthumanismus angesehen werden sollte oder ob es sich um zwei unterschiedliche kulturelle Traditionen handelt wurde in den Jahren 2009 und 2010 in einigen Artikeln und einer Sonderausgabe der Zeitschrift "Journal of Evolution and Technology" erörtert. Im Rahmen dieser Diskussion hat sich herausgestellt, dass es Gründe gibt davon auszugehen, dass Friedrich Nietzsche sowohl als Ahnherr des Trans- als auch des Posthumanismus angesehen werden kann.[1] [2] [3] [4]

Der Verlag Peter Lang hat in Zusammenarbeit mit dem Philosophen Stefan Lorenz Sorgner[5] eine Buchreihe geschaffen, die den Titel trägt "Beyond Humanism: Trans- and Posthumanism/Jenseits des Humanismus: Trans- und Posthumanismus".[6]

Science-Fiction[Bearbeiten]

Im Bereich der Science-Fiction beschäftigen sich u.a. folgende Autoren (explizit oder implizit) in ihren Werken mit Posthumanität:

Literatur[Bearbeiten]

  • John Brockman: Die neuen Humanisten. Wissenschaft an der Grenze (Ullstein Hc; Oktober 2004), ISBN 978-3-550-07597-1
  • Achim Bühl: Cyber Society. Mythos und Realität der Informationsgesellschaft. (Köln: PappyRossa Verlag, 1996)
  • Bernd Flessner (Hg.): Nach dem Menschen – der Mythos einer zweiten Schöpfung und das Entstehen einer posthumanen Kultur (Freiburg im Breisgau: Rombach, 2000)
  • Francis Fukuyama: Das Ende des Menschen (Stuttgart: DVA, 2002)
  • Stefan Herbrechter: Posthumanismus. Eine kritische Einführung (Darmstadt: Wiss. Buchgesellschaft 2009)
  • Karl Kegler (Hg.): Der künstliche Mensch: Körper und Intelligenz im Zeitalter ihrer technischen Reproduzierbarkeit (Köln: Böhlau, 2002)
  • Oliver Krüger: Virtualität und Unsterblichkeit. Die Visionen des Posthumanismus (Diss.; Rombach; 2004), ISBN 978-3-7930-9405-0
  • Lutz Marz: Mensch, Maschine, Moderne – Zur diskursiven Karriere der posthumanen Vernunft. In: Veröffentlichungsreihe der Abteilung Organisation und Technikgenese des Forschungsschwerpunkts Technik-Arbeit-Umwelt des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung, FS II 93-107; (1993) pp. 1-95; Das Leitbild der posthumanen Vernunft – Zur diskursiven Technikfolgenabschätzung der Künstlichen Intelligenz. In: ibid., FS II 93-111, pp. 1-75
  • Stefan Lorenz Sorgner: Menschenwürde nach Nietzsche. Die Geschichte eines Begriffs (Darmstadt: Wiss. Buchgesellschaft 2010) (Der Autor entwickelt ein Würde-Konzept, das für die Epoche des Posthumanismus angemessen ist)
  • Raimar Zons: Die Zeit des Menschen – Kritik des Posthumanismus (Frankfurt: Suhrkamp, 2001)

Weblinks[Bearbeiten]

Kunst[Bearbeiten]

Belege[Bearbeiten]

  1. Max More: The Overhuman in the Transhuman
  2. Stefan Lorenz Sorgner: Beyond Humanism: Reflections on Trans- and Posthumanism
  3. Michael Hauskeller: Nietzsche, the Overhuman and the Posthuman: A Reply to Stefan Sorgner
  4. Stefan Lorenz Sorgner: Nietzsche, the Overhuman, and Transhumanism
  5. [1]
  6. [2]

Siehe auch[Bearbeiten]