Postomino

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Postomino
Wappen der Gemeinde
Postomino (Polen)
Postomino
Postomino
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Westpommern
Landkreis: Sławno
Geographische Lage: 54° 29′ N, 16° 43′ O54.48333333333316.716666666667Koordinaten: 54° 29′ 0″ N, 16° 43′ 0″ O
Einwohner: 713 (2010[1])
Postleitzahl: 76-113
Telefonvorwahl: (+48) 59
Kfz-Kennzeichen: ZSL
Wirtschaft und Verkehr
Straße: DW 203: KoszalinDarłowoUstka
Schienenweg: (kein Bahnanschluss)
Nächster int. Flughafen: Stettin-Goleniów
Gemeinde
Gemeindeart: Landgemeinde
Gemeindegliederung: 34 Ortschaften
Fläche: 227,24 km²
Einwohner: 7079
(31. Dez. 2013)[2]
Bevölkerungsdichte: 31 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 3213052
Verwaltung (Stand: 2007)
Gemeindevorsteher: Zbigniew Galek
Adresse: Postomino 30
76-113 Postomino
Webpräsenz: www.postomino.pl

Postomino [pɔstɔ'minɔ] (deutsch Pustamin) ist ein Dorf in der polnischen Woiwodschaft Westpommern. Es ist der namensgebende Ort und Sitz der Landgemeinde (gmina wiejska) Postomino im Powiat Sławieński.

Geographische Lage[Bearbeiten]

Postomino liegt in Hinterpommern, etwa 15 Kilometer nördlich von Sławno (Schlawe) an der Wojewodschaftsstraße 203[3] und ungefähr in der Mitte des Städte-Dreiecks Darłowo (Rügenwalde)Ustka (Stolpmünde)Sławno.

Dorf Postomino (Pustamin)[Bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten]

Pustamin nördlich von Schlawe, nördlich der Wipper und nordöstlich von Rügenwalde an der Ostsee auf einer Landkarte von 1794.

Postomino (ehem. Pustamyn und Wendisch-Pustamin) ist ein altes Guts- und Bauerndorf. Es ist wendischen Ursprungs, worauf auch die Endung ‚min‘ des Ortsnamens hinweist.[4] Seine erste urkundliche Erwähnung findet sich im Jahr 1301. Bald darauf wird der Ort Besitz der Familie von Below – bis zum Jahr 1792.[5] Danach gehört der Ort wechselnden Besitzern, bis dann 1908 wieder der Name von Below auftaucht.

Pustamin lag von 1818 bis 1945 im Landkreis Schlawe direkt an der Grenze zum Landkreis Stolp am Schnittpunkt der Straßen Rügenwalde (heute polnisch: Darłowo) – Stolp (Słupsk) und Stolpmünde (Ustka) – Schlawe (Sławno). Der Ort war Bahnstation an der Bahnstrecke Schlawe–Stolpmünde.

Bis 1945 bildete Pustamin einen eigenen Amts- und Standesamtsbezirk und gehörte zum Amtsgerichtsbezirk Schlawe im Regierungsbezirk Köslin (Koszalin). Bald nach der Besetzung durch sowjetische Truppen im März 1945 wurde Hinterpommern unter polnische Verwaltung gestellt. Es begann die Zuwanderung von Polen, und die deutschen Einheimischen wurden aus ihren Gehöften und Häusern gedrängt. Die deutsche Bevölkerung wurde in der darauf folgenden Zeit aufgrund der sogenannten Bierut-Dekrete aus Pustamin vertrieben.

Heute ist Postomino ein Ortsteil der gleichnamigen Landgemeinde.

Entwicklung der Einwohnerzahl[Bearbeiten]

  • 1818: 416
  • 1867: 943
  • 1939: 706
  • 2010: 713[1]

Ortsgliederung bis 1945[Bearbeiten]

Vor 1945 hatte die Gemeinde Pustamin sieben Ortschaften bzw. Wohnplätze:

  1. Dudel, Bauerngehöft, 1 km südlich von Pennekow
  2. Grünhof (polnisch: Wykroty), Gutsvorwerk, 2 km östlich von Pustamin, dicht an der Grenze zu Landkreis Stolp, ursprünglich einer der zwei Pustaminer Rittersitze bis 1784
  3. Hasenkrug, Bauerngehöft, 2 km östlich des Dorfes, wahrscheinlich ehemaliger Gasthof mit Ausspannung an der Straße RügenwaldeStolp
  4. Niederwald (Kłośnik), Gutsvorwerk an der Straße Pustamin–Thyn, 2,5 km südlich des Dorfes, angelegt in der Mitte des 19. Jahrhunderts
  5. Noras, Bauerngehöft, 1 km nördlich von Pustamin am Weg nach Schlackow am Hang zum Marsower See, hier stand früher die Pustaminer Erbpachtmühle
  6. Pustaminer Mühle, Windmühle am Nordende des Dorfes, auf dem Mühlenberg 55 m über NN., heute nicht mehr existent
  7. Rabenkrug, Gehöftgruppe südlich des Dudel.

Kirche[Bearbeiten]

Postomino, Kirche, 2004

Evangelische Kirche[Bearbeiten]

Bis 1945 gehörte die Kirchengemeinde Pustamin – mit der Kapellengemeinde Pennekow, ab 1928 auch Mitverwaltung der Kirchengemeinde Marsow – zum Kirchenkreis Rügenwalde der Kirchenprovinz Pommern in der evangelischen Kirche der Altpreußischen Union. Noch bis 1914 war sie dem Kirchenkreis Stolp-Stadt zugeordnet. Das Kirchenpatronat übten die Gutsbesitzer in Pustamin und des Gutes Seehof bei Pennekow aus.

Im Jahr 1817 wurde Pennekow in den Zuständigkeitsbereich der Kirchengemeinde Mützenow (Możdżanowo) verlegt. Dort kam es allerdings wegen des Auftretens des rationalistischen Pfarrers Tischmeyer zum Konflikt, auf dessen gegnerischer Seite der Pennekower Kirchenpatron Heinrich von Below stand. An seiner Person entzündete sich eine neupietistische Erweckungsbewegung („Belowsche Bewegung“). Erst 1863 wurden Pustamin und Pennekow wieder vereint.

Im Jahr 1940 zählte die Kirchengemeinde Pustamin 1525 Gemeindeglieder, von denen 800 in Pennekow lebten (zuzüglich 1000 Gemeindeglieder in Marsow). Die Kirchenbücher sind seit 1945 verschollen, nachdem auch schon ein großer Teil im Jahr 1879 beim Brand des Pfarrhauses vernichtet worden ist.

Heute gehört Postomino zur Parochie Słupsk (Stolp) der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen.

Römisch-katholische Kirche[Bearbeiten]

Durch den Bevölkerungsaustausch nach 1945 ist die Konfessionszugehörigkeit der seitdem in dem Ort lebenden polnischen Bevölkerung überwiegend römisch-katholisch. Pfarrort war zunächst Słupsk (Stolp). Seit 1973 besteht die Pfarrei St. Florian in Postomino. Sie gehört zum Dekanat Ustka (Stolpmünde) im Bistum Köslin-Kolberg der Katholischen Kirche in Polen. Zur Pfarrei gehören die beiden Filialkirchen Marszewo (Marsow) und Pieńkowo (Pennekow).

Pfarrkirche[Bearbeiten]

Das Gründungsdatum der Kirche liegt im Dunkeln. 1783 wurde sie nach einer gründlichen Restauration neu eingeweiht. Bis heute weist sie wertvolle Schnitzarbeiten an Altar und Taufstein auf. Als St.-Florian-Kirche ist sie jetzt Gotteshaus der polnischen römisch-katholischen Kirche. Nach 1945 wurde das evangelische Gotteshaus an die katholische Kirche enteignet, die es 1946 neu weihte und ihm den Namen St. Florian gab.

Schule[Bearbeiten]

Über eine Schule in Pustamin gibt es die erste Nachricht im Jahre 1751. Um 1850 war die Schule zu klein, und es musste im Blick auf die steigenden Schülerzahlen eine zweite Klasse eingerichtet werden.

Das bis 1945 als Schulhaus benutzte Gebäude stammte aus den Jahren 1861/62. Es lag gegenüber dem Gutsinspektorenhaus und hatte Einliegerwohnungen für zwei Lehrerfamilien. Letzter deutscher Lehrer war Ernst Griep.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Gmina Postomino[Bearbeiten]

Gemeindeinformation[Bearbeiten]

Postomino ist der namengebende Ort und damit Sitz der Landgemeinde Postomino im Powiat Sławieński. Mit 227,24 km² Gemeindefläche nimmt sie einen großen Bezirk an der Ostseeküste ein. Von 1975 bis 1998 gehörte Postomino zur Woiwodschaft Koszalin (Köslin), seither ist die Gemeinde der Woiwodschaft Westpommern zugeordnet, in der sie (bei insgesamt 144 Gemeinden) flächenmäßig an 43. Stelle steht, einwohnermäßig dagegen auf Rang 56.

Die Gmina Postomino liegt relativ verkehrsgünstig an der Woiwodschaftsstraße 203, die Darłowo (Rügenwalde) (22 km) mit Ustka (Stolpmünde) (16 km) verbindet. Außerdem führen Nebenstraßen direkt in die Kreisstadt Sławno (Schlawe) (15 km) und nach Słupsk (Stolp) (15 km). Eine Bahnanbindung besteht seit 1945 nicht mehr.

In der Gmina Postomino gibt es zwei Postleitzahlengbiete: Jarosławiec (Jershöft) an der Ostsee = 76-107, Postomino = 76-113.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Zur Gmina Postomino gehören 28 Ortsteile (Schulzenämter), die zusammen 34 kleinere Orte und Siedlungen einschließen:

Andere Ortschaften: Chełmno Słowieńskie (Gollenberg), Chudaczewko (Neu Kuddezow), Czarna Buda, Dołek, Górka, Kłośnik (Niederwald), Królewice (Krolowstrand), Królewko (Neu Krolow), Łężek (Lanziger Ländchen), Mszane (Groß Waldhof), Maszanka (Klein Waldhof), Nosalinek, Nowe Łącko (Neu Lanzig), Przybudówka-Królewo (Körliner Ländchen), Radziszkowo (Flüchtenhagen), Ronino (Rönneberg), Tłuki (Hammermühle), Wicko Morskie (Vietzkerstrand) und Wykroty (Grünhof)

Tourismus[Bearbeiten]

Postomino liegt im Küstengebiet zur Ostsee mit Dünen- und Badestränden. Im Süden fließt die Wieprza (Wipper) durch das Gemeindegebiet, und im Norden befindet sich der Jezioro Wicko (Vietzker See).

Verweise[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Der Kreis Schlawe. Ein pommersches Heimatbuch, hg. von Manfred Vollack, 1. Band: Der Kreis als Ganzes, Husum 1986, ISBN 3-88042-239-7; 2. Band: Die Städte und Landgemeinden, Husum 1997², ISBN 3-88042-337-7.

Weblinks[Bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. a b Główny Urząd Statystyczny, Portret miejscowości statystycznych w gminie Święciechowa (powiat leszczyński, województwo wielkopolskie) w 2010 r. Online-Abfrage
  2. Population. Size and Structure by Territorial Division. As of December 31, 2013. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF), abgerufen am 11. Juli 2014.
  3. Straßenkarte PL003: Hinterpommern. Köslin – Stolp – Danzig. 9. Auflage, Höfer Verlag, Dietzenbach 2009, ISBN 978-3-931103-14-9, Planquadrat E3.
  4. Karl Friedrich Wilhelm Hasselbach, Johann Gottfried Ludwig Kosegarten, Friedrich von Medem (Hrsg.): Codex Pomeraniae diplomaticus – Sammlung der die Geschichte Pommerns und Rügens betreffenden Urkunden. Band 1, Greifswald 1849, S. 895.
  5. Ludwig Wilhelm Brüggemann (Hrsg.): Ausführliche Beschreibung des gegenwärtigen Zustandes des Königlich-Preußischen Herzogtums Vor- und Hinterpommern. Band 2, Stettin 1784, S. 883–884, Nr. 53.