Potiphar

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Joseph und die Frau des Potiphar, Kupferstich nach einem Gemälde von Carlo Cignani

Potiphar (auch Potifar) war der biblische Name eines hohen Beamten eines altägyptischen Königs (Pharao).

Biblische Darstellung[Bearbeiten]

Als Lieblingssohn des Patriarchen Jakob wird Josef von seinen Brüdern aus Eifersucht über die Bevorzugung durch den Vater in einen Brunnen geworfen und für 20 Silberstücke an zufällig vorbeiziehende midianitische Händler verkauft. Diese verschleppen ihn nach Ägypten und verkaufen ihn dort an Potiphar, einen Finanzverwalter und Obersten der Leibwache des Königs, weiter. Fortan arbeitet Josef als dessen Sklave. Die Ehefrau des Beamten Potiphar verliebt sich in Josef und versucht vergeblich, ihn zu verführen.

Rembrandt – Joseph und Potiphars Frau

Das Alte Testament der Bibel berichtet in 1. Mose 39, dass die Frau Potiphars ein Auge auf den schön aussehenden Josef geworfen und ihn aufgefordert habe, sich zu ihr zu legen. Als Josef die sexuellen Annäherungsversuche mit der Begründung, er tue mit einem Ehebruch sowohl seinem Herrn Potiphar, als auch JHWH Unrecht, schroff zurückweist, beschuldigt sie aus Enttäuschung und Hass über die Ablehnung ihrerseits Josef bei ihrem Ehemann der versuchten Vergewaltigung. Da Potiphar den Lügen seiner Gattin Glauben schenkt, fällt Josef bei ihm in Ungnade und landet im Gefängnis.

Historische Erwähnungen[Bearbeiten]

Die biblische Figur „Josef“ konnte bislang in altägyptischen Texten nicht nachgewiesen werden. Der in 1. Mose 37,36 EU genannte Name des Potiphar (entspricht wahrscheinlich Padipare – p3-dj-p3-rˁ, der von Ra gegebene) existierte in der Ramessidenzeit noch nicht. Namen vom Typ padi + Gott bildeten sich erst ab der 21. Dynastie (Beginn etwa 1070  v. Chr.) heraus und der eigentlich Name ist sogar erst in der Spätzeit (664–332 v. Chr.) belegt. Somit passt der Name des Potiphar nicht in jene Zeit, in der die Josefsgeschichte spielt.[1]

Parallelen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Wolfgang Helck, Eberhard Otto: Kleines Lexikon der Ägyptologie. Harrassowitz, Wiesbaden 1999, ISBN 3-447-04027-0.
  • Vera Bayer, Friederike Weis, Heinrich Schulze Altcappenberg (Hrsg.): Joseph und Zulaika. Beziehungsgeschichten zwischen Indien, Persien und Europa. Edition Minerva, Berlin 2014, ISBN 978-3-943964-10-3 (Katalog der motivgeschichtlichen Bild-Darstellung der Geschichte von Josef und Potiphars Frau im Kupferstichkabinett, Staatliche Museen zu Berlin).

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Wolfgang Helck, Eberhard Otto: Kleines Lexikon der Ägyptologie. Wiesbaden 1999, S. 137.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Joseph und die Frau des Potiphar – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatThomas Breuer: „Das ist wieder einmal eine List von euch Weibern …“ – Josef und die Frau des Potifar in jüdisch-christlicher und islamischer Tradition. In: THEOPHIL-online. 22. Mai 2003, abgerufen am 29. März 2009 (htm).