Potpourri (Musik)

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Ein Potpourri ist in der Musik eine Komposition, die aus bereits bestehenden Kompositionen zusammengesetzt wird und nachträglich eine neue, mehr oder weniger harmonische musikalische Einheit bildet.

Herkunft[Bearbeiten]

Das Wort Potpourri wurde vom französischen pot pourri übernommen. Ursprünglich bezeichnete der französische Begriff ein Eintopfgericht, wörtlich übersetzt bedeutet es „verfaulter Topf“.

Das musikalische Potpourri entstand aus dem Quodlibet, unterscheidet sich jedoch von diesem dadurch, dass beim Potpourri Zitate bekannter Melodien nacheinander erklingen, während beim Quodlibet die verschiedenen Melodien auch gleichzeitig gesetzt sein können. Regionale Varianten solcher Stückfolgen in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts waren das Fricassée in Frankreich und die Ensalada in Spanien. Die französischen „comédies en vaudevilles“ der Pariser Jahrmarktstheater im 17./18. Jahrhundert waren eine Art Potpourri. Seit etwa 1800 wurde es auch üblich, Theater-Ouvertüren aus bekannten Melodien zusammenzustellen ("Potpourri-Ouvertüre").

Von Komponisten wie Grieg, Sibelius oder Tschaikowski wurde der Begriff für eine Abfolge von kleineren Stücken benutzt, die durch ein gemeinsames Thema verbunden waren. Aus Opern und Operetten wurden häufig die bekannten Themen und Melodien vom Komponisten selbst oder von Bearbeitern in neuen Reihenfolgen aneinandergereiht, um das breite Publikum anzusprechen. Große Stilkontraste wurden dabei oft zu parodistischen Wirkungen verwendet.

Abgrenzungen[Bearbeiten]

Das Potpourri ist eine Reihung aus Melodien, mit oder ohne modulierende Übergänge, die zu einer musikalischen Einheit zusammengefügt und geschlossen vorgetragen wird. Folgen von Musikstücken mit kurzen Überleitungen nennt man in der populären Musik heute Medley, wobei rechtlich gesehen ein Medley im Gegensatz zum Potpourri von einem einzigen Musikverlag verlegt sein muss. Beim Potpourri sind die Übergänge von Stück zu Stück durchkomponiert, also durch Modulation in eine andere Tonart, in der das nächste Stück steht oder durch Tempowechsel, wenn die Bestandteile des Potpourri in verschiedenen Tempi verfasst waren, aneinander angepasst. Die musikalische Collage hingegen ist eine lose Zusammenstellung von Musikstücken, wobei die fehlenden Übergänge und die damit verbundenen Klangreibungen bewusst vom Komponisten der Collage beabsichtigt sind.

Urheberrecht[Bearbeiten]

Das Potpourri ist aus mindestens 3 Musikwerken zusammengesetzt.[1] Durch das Potpourri gehen die Rechte der Komponisten der einzelnen Werke nicht unter. Vielmehr liegt eine Bearbeitung im Sinne der §§ 3, § 23 UrhG vor, die im Falle der Veröffentlichung des Potpourris sogar der Zustimmung der Komponisten der im Potpourri vereinten Werke bedarf.

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Reinhold Kreile/Jürgen Becker/Karl Riesenhuber, Recht und Praxis der GEMA: Handbuch und Kommentar, 2008, S. 465