Potthucke

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Fertige Potthucke
Frisch aufgeschnitten

Potthucke, auch Puffert genannt, ist ein typisches Kartoffelgericht aus dem Sauerland und dem Siegerland, wörtlich bedeutet es: „das was im Topf hockt“, da sich dieses Gericht leicht am Boden festbackt. In Kochbüchern wird es heute meist als "Sauerländer Potthucke" bezeichnet.

Der im Ofen gebackene Teig aus geriebenen Kartoffeln galt früher als Arme-Leute-Essen. In den vergangenen Jahren findet man das Gericht immer häufiger, leicht veredelt in Sauerländer Spezialitätenrestaurants.

Im Rheinland beheimatet ist ein ähnliches Gericht. Bezeichnungen dafür sind z. B. Döppekooche, Döbbekuchen, Dibbelabbes, Kesselskooche je nach Region unterschiedlich. Im Westerwald wird dieses Gericht überwiegend als Datschert oder Dibbekooche bezeichnet.

Zubereitung[Bearbeiten]

Zur Zubereitung werden rohe Kartoffeln geschält, gewaschen, gerieben und in einem feinen Sieb ausgedrückt. Gekochte Kartoffeln durch ein Kartoffelpresse drücken und mit den geriebenen Kartoffeln vermengen. Das Verhältnis rohe zu gekochte Kartoffeln beträgt immer vier zu eins. Zur Kartoffelmasse werden vier Eier (Zutatenmenge bei vier Personenportion) und 250 ml süße oder saure Sahne dazugegeben und alles vermengt. Teilweise wurden auch kleingewürfelte Mettwurst und Zwiebeln zugegeben. Der Teig wird mit Salz und Pfeffer, manchmal auch Muskatnuss, gewürzt. In einer ofenfesten Form werden 100 g durchwachsener und gewürfelter Speck zerlassen. Nun wird der Kartoffelteig in die ofenfeste Form gefüllt. Teilweise wird kein Speck zerlassen, sondern der Teig in die zuvor mit Butter eingefettete Form gegeben und anschließend kleingewürfelter durchwachsenen Speck darüber verteilt. Im Backofen bei 220 Grad 45 bis 50 Minuten backen.

Danach kann die Potthucke so verzehrt werden oder nach kurzem Abkühlen in ca. 2 cm dicke Scheiben geschnitten und von beiden Seiten in einer Pfanne knusprig gebraten werden. Der Verträglichkeit wegen wurde früher geraten, einen Klaren oder ein Bier dazu zu trinken. Er wurde früher zu Salat und Butterbrot gegessen.

Verbreitung des Rezepts für die Potthucke[Bearbeiten]

Durch Henriette Davidis, der berühmtesten Kochbuchautorin Deutschlands, wurde die Potthucke unter dem Namen Puffert im ganzen deutschsprachigem Raum bekannt.[1] Davidis nahm das Gericht Puffert schon in ihr 1845 erschienenes Praktische Kochbuch auf. Dieses Buch wurde bis in die 1990er Jahre in immer wieder verbesserten Auflagen gedruckt. 1994 erschien auch ein Nachdruck der Erstausgabe von 1845. Im Jahr 1879 wurde in Milwaukee in den USA auch eine besondere Ausgabe für Auslandsdeutsche gedruckt.[2]

Ähnliche Gerichte[Bearbeiten]

Pickert

Literatur[Bearbeiten]

  • Anonym: Sauerländische Küche - Regionale Küche mit Tradition. Komet Verlag, Köln 2007, ISBN 978-3-89836-705-9.
  • Sauerländer Potthucke. In: Axel Riepenhausen: Das Kochbuch aus dem Sauerland. Verlag Wolfgang Hölker, Münster 1979, ISBN 3-88117-084-7, S. 72.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Henriette Davidis, Die hausfrau: Praktische anleitung zur selbständigen und sparsamen führung ..., Leipzig, 1870
  2. Henriette Davidis, Praktisches Kochbuch für die Deutschen in Amerika, 1879, Seite 276

Weblinks[Bearbeiten]