Präfektur Kanagawa

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Kanagawa-ken
神奈川県
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Über dieses Bild
Basisdaten
Verwaltungssitz: Yokohama
Region: Kantō
Insel: Honshū
Fläche: 2.415,86 km²
Wasseranteil: 2,3 %
Einwohner: 9.097.245
(1. Juli 2014)
Bevölkerungsdichte: 3766 Einw. pro km²
Landkreise: 6
Gemeinden: 33
ISO 3166-2: JP-14
Gouverneur: Yūji Kuroiwa
Website: www.pref.kanagawa.jp
Symbole
Präfekturflagge:
Flagge der Präfektur Kanagawa
Präfekturbaum: Ginkgo
Präfekturblume: Lilium auratum
Präfekturvogel: Sturmmöwe
Präfekturlied: Hikari arata ni
(„Ein frischer Lichtstrahl“)

Die Präfektur Kanagawa (jap. 神奈川県, Kanagawa-ken) ist eine der Präfekturen Japans und liegt in der Region Kanto auf Honshū. Die Präfektur ist Teil des Ballungsraumes Tokio. Sitz der Präfekturverwaltung ist Yokohama. Seit Mai 2006 liegt Kanagawa hinter der Präfektur Tokyo an Position 2 der japanischen Präfekturen nach Einwohnerzahl.

Kanagawa und Baden-Württemberg pflegen seit 1989 eine bilaterale Partnerschaft.[1]

Geschichte des Namens[Bearbeiten]

Kanagawa bezeichnete ursprünglich das Gebiet von Kuraki-gun (久良岐郡) im Osten der Provinz Musashi (heute Stadt Yokohama). Das Gebiet war ein sehr wichtiger Schiffshafen und Handelsumschlagplatz und hat auch heute noch eine große Hafenanlage. 1854 schloss die japanische Regierung nach Ankunft der amerikanischen Flotte unter Commodore Matthew Perry hier den Vertrag von Kanagawa mit den Vereinigten Staaten. Gleichzeitig wurde eine zentrale Handelsstelle gegründet, genannt Kanagawa Bugyō-sho. 1868 wurde der Name Kanagawa für die neu gegründete Präfektur übernommen.

Geographie[Bearbeiten]

Die Präfektur Kanagawa liegt im südwestlichen Teil der Kantōebene, etwa im Zentrum der japanischen Hauptinsel Honshū. Die Präfektur Kanagawa stößt im Norden auf die Hauptstadt Tokio, im Osten und Süden grenzt es ans Meer. Im Westen grenzt es an die Präfekturen Yamanashi und Shizuoka.

Die geografische Ausdehnung reicht von

  • 139° 47′ 58″ bis 138° 55′ 8″ östlicher Länge und von
  • 35° 7′ 32″ bis 35° 40′ 10″ nördlicher Breite.

Das Gebiet kann in drei verschiedene Zonen eingeteilt werden. Die Berge und Hügel im Westen und Nordwesten mit den Höhenzügen von Hakone und Tanzawa (höchste Erhebung: Hirugatake 1673 m). Im Zentrum die flachen Ebenen mit dem Sagami-Fluss, einem wichtiger Wasserspender für die ganze Region. Im Süden und Osten Hügel. Die Präfektur hat insgesamt 426 km Küste zur Sagami-Bucht im Süden und zur Bucht von Tokio im Nordwesten. Die beiden Buchten sind durch die ganz zur Präfektur gehörenden Miura-Halbinsel voneinander getrennt.

Klima[Bearbeiten]

Warme Meeresströmungen bewirken ein mildes Klima. In den Küstengebieten ist der Sommer nicht ganz so heiß, der Winter nicht ganz so kalt wie im Landesinnern. Übers ganze Jahr verteilt gehen die Temperaturen jedoch auch unter 0 ℃ im Winter und weit über 30 ℃ im Sommer.

  • Durchschnittstemperatur: 16,9 ℃
  • Maximaltemperatur: 36,5 ℃
  • Minimaltemperatur: -0,7 ℃
  • durchschnittliche Regenmenge pro Jahr: 1932 mm

(Quelle: Yokohama Local Meteorological Observatory, 2004) 

Politik und Verwaltung[Bearbeiten]

Fraktionsstärken im Präfekturparlament
(Stand: Mai 2013)[2]
         
Von 104 Sitzen entfallen auf:
  • LDP: 42
  • DPJ – Kanagawa Club: 27
  • Minna: 15
  • Kōmeitō: 10
  • Kenseikai: 6
  • Kanagawa Network Undō: 1
  • Ishin: 1
  • Minshu Club („Demokratischer Klub“): 1
  • Kaikaku – Kanagawa Minshu Club („Reform – Demokratischer Klub Kanagawa“): 1
Das 1928 eröffnete Gebäude der Präfekturverwaltung im Naka-ku von Yokohama.
Das Parlament von Kanagawa tagt seit 1966 im Neubau der Präfekturverwaltung.

Seit 2011 ist der ehemalige Nachrichtensprecher Yūji Kuroiwa Gouverneur von Kanagawa, der bei den einheitlichen Regionalwahlen im April 2011 als De-facto-Kandidat der großen Parteien zum Nachfolger von Shigefumi Matsuzawa gewählt wurde. Ebenfalls bei den Regionalwahlen wurde das Parlament neu gewählt: Die Liberaldemokratische Partei blieb mit 40 von 104 Sitzen stärkste Partei gefolgt von der Demokratischen Partei mit 29 Mandaten und der Minna no Tō mit 15. Die Kōmeitō verfügt über zehn Abgeordnete, die Kommunistische Partei Japans ist seit 2011 nicht mehr im Parlament vertreten.

Im nationalen Parlament ist die Präfektur durch 18 direkt gewählte Abgeordnete im Shūgiin vertreten und ist Teil des Verhältniswahlblocks Süd-Kantō; ins Sangiin wählt Kanagawa drei Abgeordnete je Wahl. Die 18 Shūgiin-Wahlkreise wurden 2012 von 14 Liberaldemokraten, einem Demokraten, zwei Minna-no-Tō-Mitgliedern und einem der Kōmeitō gewonnen, nachdem die Demokratische Partei 2009 noch 14 der 18 Sitze errungen hatte. 2005 hatte wiederum die LDP-Kōmeitō-Koalition 17 Sitze gewonnen. Ins Sangiin wählt die Präfektur seit 2013 vier statt zuvor drei Vertreter pro Teilwahl, wird also bis 2016 vorübergehend von sieben, danach von acht Abgeordneten vertreten; nach den Wahlen 2010 und 2013 sind das je zwei Mitglieder von LDP, DPJ und Minna no Tō sowie eine Abgeordnete der Kōmeitō.

Der „Finanzkraftindex“ (zaiseiryoku shisū) der Präfektur Kanagawa liegt über 0,9 und auch wenn sie ihre Ausgaben nicht wie Tokio und Aichi ganz selbst bestreiten kann, gehört sie zu den finanzstärksten Präfekturen des Landes. Im Fiskaljahr 2008 belief sich der reguläre Haushalt auf rund 1,7 Billionen Yen.[3]

Mit Yokohama, Kawasaki und Sagamihara ist Kanagawa seit 2010 die einzige Präfektur mit drei „regierungsdesignierten Großstädten“ (seirei shitei toshi).

Verwaltungsgliederung[Bearbeiten]

Kreisfreie Städte (, shi)[Bearbeiten]

Landkreise (, gun)[Bearbeiten]

Liste der Landkreise der Präfektur Kanagawa, sowie deren Städte (, machi) und Dörfer (, mura).

Tourismus[Bearbeiten]

Yokohama[Bearbeiten]

In Yokohama befindet sich das bis 2010 höchste Gebäude Japans, der 296 m hohe Yokohama Landmark Tower. Durch die größte Chinatown Japans sowie weiterer Ausländer, die in Yokohama leben, verfügt die Stadt über ein multikulturelles Flair.

Kamakura[Bearbeiten]

Die ehemalige Hauptstadt Kamakura verfügt über eine Anzahl buddhistischer Tempel und Shintō-Schreinen. Bekannt ist die 13,35 m hohe bronzene Statue des Amida-Buddha, die seit einem Tsunami im 15. Jahrhundert, der den umgebenden Tempel zerstörte, im Freien steht.

Literatur[Bearbeiten]

  • Neil L. Waters: The Second Transition: Early to Mid-Meiji in Kanagawa Prefecture. In: The Journal of Asian Studies, Jg. 49, Nr. 2, 1990, S. 305-322.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kanagawa prefecture – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatGouverneur der japanischen Provinz Kanagawa besucht anlässlich 20-jähriger Partnerschaft Baden-Württemberg. In: Landesportal Baden-Württemberg. 12. Juni 2009, abgerufen am 14. Juni 2009.
  2. Präfekturparlament Kanagawa: Abgeordnete
  3. Übersicht über den Haushalt im Fiskaljahr 2008 (PDF; 1,4 MB)

35.433055555556139.5Koordinaten: 35° N, 140° O