Präfektur Tokio

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Tōkyō-to
東京都
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Über dieses Bild
Basisdaten
Verwaltungssitz: Shinjuku, Tokio
Region: Kantō
Insel: Honshū
Fläche: 2.187,50 km²
Wasseranteil: %
Einwohner: 13.358.735
(1. Juni 2014)
Bevölkerungsdichte: 6107 Einw. pro km²
Landkreise: 1
Gemeinden: 39 + 23 Bezirke Tokios
ISO 3166-2: JP-13
Gouverneur: Yōichi Masuzoe
Website: www.metro.tokyo.jp
Symbole
Präfekturflagge:
Flagge der Präfektur Tokio
Präfekturbaum: Ginkgo
Präfekturblume: Yoshino-Kirschblüte
Präfekturvogel: Lachmöwe
Präfekturlied: Tōkyō-shika / Tōkyō-toka
(„Lied der Stadt Tōkyō“ /
„Lied der Präfektur Tōkyō“)
Tag der Bürger: 1. Oktober

Die Präfektur Tokio (jap. 東京都, Tōkyō-to, engl. Tokyo Prefecture oder offiziell Tokyo Metropolis, oft nur Tokyo) ist eine der Präfekturen Japans und liegt größtenteils in der Kantō-Ebene. Sie ist mit über 13 Mio. Einwohnern die bevölkerungsreichste Präfektur Japans, aber mit nur 2.000 km² gleichzeitig auch die drittkleinste. Sitz der Präfekturverwaltung ist der [Sonder-]Bezirk Shinjuku, auch wenn für geographische Zwecke, z.B. auf staatlichen Landkarten, oft nach wie vor ganz Tokio als Präfekturhauptstadt betrachtet wird,[1] obwohl es als Verwaltungseinheit 1943 abgeschafft wurde.

Geographie[Bearbeiten]

Die 23 Bezirke (, ku) im östlichen Teil bilden mit einer Gesamtfläche von etwa 621 km² und über 8 Mio. Einwohnern den urbanen Kernbereich Tokio.

Im mittleren Teil schließen sich nahtlos weitere Großstädte an. Allein Hachiōji, die größte davon, hat über eine halbe Million Einwohner. Der westliche Teil dagegen liegt auf Ausläufern der Japanischen Alpen, ist nur dünn besiedelt und mit seiner Gebirgslandschaft landschaftlich reizvoll (unter anderem um den Okutama-See). Höchster Punkt der Präfektur ist der Gipfel des Kumotoriyama (2017,1m) auf der Grenze zu den Präfekturen Saitama und Yamanashi. Der mittlere und westliche Teil wird zusammen auch als Tama-Gebiet bezeichnet und hat auf 1.169 km² über 4 Mio. Einwohner.

Schließlich gehören zur Präfektur Tokio auch mehr als 60 kleine Inseln im Pazifik südlich von Honshū. 20 davon gehören zu den Izu-Inseln, von denen die nördlichste, Izu-Ōshima, auch die größte ist. Südlich davon liegen die Ogasawara-Inseln, mehr als 1.000 km von der Kantō-Ebene entfernt, die nur mit einer 24-stündigen Schiffsreise erreichbar sind. Sie zählen seit 2011 zum UNESCO-Weltnaturerbe. Während der Hauptteil der Präfektur zur gemäßigten Klimazone gehört, sind die Ogasawara-Inseln bereits in den Subtropen. Mit den Inseln Okinotorishima und Minami-Torishima gehören auch der südlichste und der östlichste Teil des japanischen Staatsgebiets zur Präfektur Tokio.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Am 1. Juli 2011 hatte die Präfektur Tokio 13.190.383 Einwohner (6.547.551 Männer und 6.642.832 Frauen), die in 6.445.202 Haushalten lebten. Nur 3,1 % der Gesamtbevölkerung (410.184) sind registrierte Ausländer. [2]

Politik und Verwaltung[Bearbeiten]

Das Tokyo Metropolitan Government Building, Hauptgebäude der Präfekturregierung in Shinjuku, 1991 erbaut von Kenzō Tange.
Grafik der Präfektur Tokio mit den Bezirken (Gelb) und Städten und Gemeinden (Grün) ohne die Izu- und Ogasawara-Inseln.
Der Sitz des Tokioter Parlaments im gleichen Gebäudekomplex.
Das 1989 offiziell eingeführte Symbol der Präfektur, das einem Blatt des Präfekturbaums Ginkgo ähnelt, stellt stilisiert Tokios Anfangsbuchstaben T im lateinischen Alphabet dar.[3]
Fraktionsstärken im Präfekturparlament
(Stand: 12. Februar 2014)[4]
        
Von 127 Sitzen entfallen auf:

An der Spitze der Verwaltung der Präfektur Tokio (Tōkyō Tochō; engl. Tokyo Metropolitan Government, TMG) steht wie in allen Präfekturen der Gouverneur. Bei der Gouverneurswahl in Tokio 2014 wurde Ex-Sozialminister Yōichi Masuzoe zum Nachfolger des über einen Spendenskandal zurückgetretenen Naoki Inose gewählt.

Das Präfekturparlament Tokio (東京都議会, Tōkyō-to gikai) ist für die Legislative und den Haushalt verantwortlich. Außerdem stimmt es über wichtige Personalentscheidungen des Gouverneurs, darunter die Vizegouverneure, ab.[5] Die 127 Mitglieder werden in 42 Wahlkreisen durch nicht übertragbare Einzelstimmgebung gewählt. Aus der letzten Wahl am 23. Juni 2013 gingen LDP und Kōmeitō, die auf nationaler Ebene die Regierungsmehrheit stellen, zusammen mit einer Mehrheit der Sitze hervor. Die Demokratische Partei, die bei der Wahl 2009 stärkste Partei geworden war – landesweit erst im zweiten Präfekturparlament nach Iwate –, fiel noch hinter die KPJ auf den vierten Rang zurück.

Die Präfektur Tokio übernimmt von den 23 Bezirken bestimmte Verwaltungsaufgaben, die in anderen Präfekturen den Kommunen zustehen. Dazu gehören öffentliche Dienstleistungen wie die Feuerwehr und Infrastrukturbereiche wie die Wasserversorgung. Zu diesem Zweck erhält sie einige der kommunalen Steuern aus den Bezirken und weist diesen wiederum Mittel entsprechend ihrer Bevölkerung zu.[6] Die Izu- und Ogasawara-Inseln werden durch vier Unterpräfekturen verwaltet, die bei der Abteilung für Allgemeine Angelegenheiten (sōmu-kyoku) angesiedelt sind.

Mit einem „Finanzkraftindex“ (zaiseiryoku shisū) von deutlich über 1 ist Tokio mit Abstand die finanzstärkste Präfektur des Landes. Die Verschuldung Tokios liegt bei über 10 Billionen Yen (rund 75 Mrd. Euro). Sie ist etwa seit der Jahrtausendwende rückläufig.[7]

Ins nationale Parlament wählt die Präfektur 25 Shūgiinabgeordnete direkt – 2012 21 Liberaldemokraten, zwei Demokraten und je ein Mitglied von Minna no Tō (inzwischen Yui no Tō) und Kōmeitō – und fünf Sangiinabgeordnete pro Teilwahl, nach den Wahlen 2010 und 2013 drei Liberaldemokraten, je zwei Mitglieder von Kōmeitō und Demokratischer Partei, eine Kommunistin, ein Minna-no-Tō-Mitglied und den parteilosen Atomkraftgegner Tarō Yamamoto.

CO2-Emissionshandel[Bearbeiten]

Mit dem Fiskaljahr 2010 begann in der Präfektur Tokio am 1. April 2010 ein verpflichtendes Programm für den Emissionsrechtehandel von Industrie und Büros. Der eigentliche Handel, also die Sanktionierung von zu hohen Emissionen, soll nach einer endgültigen Festsetzung der Emissionszuteilungen 2011 beginnen. Im Zeitraum 2010 bis 2014 müssen danach die Treibhausgasemissionen um sechs bis acht Prozent, bis 2019 um 17 Prozent gesenkt werden.[8][9]

Internationale Partnerschaften[Bearbeiten]

Obwohl die Präfektur Tokio keine Stadt ist, unterhält sie zwittermäßig sowohl (quasi als Stellvertreter der nicht-existierenden Stadt Tokio) zahlreiche Städtepartnerschaften mit Weltstädten, als auch Regionalpartnerschaften. Daneben unterhalten die Hauptstadtbezirke und Städte der Region auch eigene Städtepartnerschaften.

Neben den elf Städte- und Regionenpartnerschaften ist die Präfektur Tokio Teil des ANMC21 (Asian Network of Major Cities 21), einer Kooperation von asiatischen Hauptstädten und Hauptstadtregionen.[10] Außerdem unterhält sie eine politische Kooperation mit der Greater London Authority, die im Jahr 2006 vereinbart wurde. Seitdem ist die Präfektur Tokio auch Mitglied der 2005 von Greater London initiierten Large Cities Climate Leadership Group.[11][12]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Regionenpartnerschaften[Bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Das „Bruttoinlandsprodukt“ der Präfektur Tokyo betrug im Fiskaljahr 2006 92,3 Billionen Yen (rund 590 Mrd. Euro),[13] das entspricht knapp einem Fünftel des gesamten japanischen Inlandsproduktes.

Dienstleistungen spielen die Hauptrolle in der Tokioter Wirtschaft: Von den 2006 rund 8,7 Millionen Beschäftigten in Tokio – davon mehr als 7,2 Millionen auf dem Gebiet der 23 Bezirke – waren weniger als 1,4 Millionen in Industrie, Bau, Energie-, Gas- und Wasserversorgung und nur gut 6.000 in Bergbau, Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft tätig.[14] In Tokio befinden sich die Unternehmenszentralen zahlreicher japanischer Unternehmen und viele Niederlassungen ausländischer Konzerne. Die Tokioter Börse ist die größte Japans und Tokio ist einer der bedeutendsten Finanzplätze Asiens und der Welt.

Die Einkommen, aber auch die Lebenshaltungskosten in Tokio sind hoch. Das durchschnittliche monatliche Haushaltseinkommen (nur Beschäftigte) in Tokio betrug 2006 rund 570.000 Yen, von denen rund 428.000 Yen als Lebenshaltungskosten ausgegeben wurden.[15]

Geschichte[Bearbeiten]

Karte von 1879 noch mit der Einteilung in Provinzen und Landkreise (Kōri).
Ursprüngliches Gebiet der 1893 an Tokio übertragenen San-Tama (三多摩, „drei Tama[-Landkreise]“) Nishi- („West-“, orange), Kita- („Nord-“, gelb) und Minami-Tama („Süd-Tama“, grün) – alle Landkreise östlich davon wurden 1932 Teil der Stadt Tokio, darunter der ursprüngliche vierte Tama-Kreis Higashi-Tama („Ost-Tama“), der 1896 mit Miniami-Toshima zu Toyotama fusioniert worden war.

Die Präfektur Tokio wurde 1868 in der Meiji-Restauration zunächst für kurze Zeit als Präfektur Edo, Edo-fu, nach der Umbenennung Edos in Tokio im selben Jahr dann als Tōkyō-fu (東京府) eingerichtet. Im Gegensatz zu den meisten übrigen Präfekturen, die als ken errichtet wurden, wurden neun städtische Gebiete, die durch Bugyō direkt vom Shōgun verwaltet worden waren, als fu eingerichtet. Darunter waren insbesondere die Hauptstädte Edo, Kyōto und Ōsaka, zunächst auch die in den ungleichen Verträgen geöffneten Vertragshäfen. Letztere wurden aber bereits 1869 in ken umgewandelt.

Das Territorium der Präfektur entsprach anfangs etwa dem der späteren Stadt Tokio. Nach der Abschaffung des Lehenssystems (Han) und der flächigen Einteilung Japans in Präfekturen 1871 wurden die Präfekturen Kosuge und Shinagawa Tokio zugeschlagen. Weitere Gebiete folgten: 1878 die Izu-Inseln, 1880 die Ogasawara-Inseln und 1893 die drei westlichen Teile des Landkreises Tama von Kanagawa. Dadurch gehörten auch ländliche Regionen und abgelegene Inseln zu Tokio.

1878 wurde erstmals ein Präfekturparlament (fukai) mit 49 Mitgliedern gewählt. 1889 unterteilte die Meiji-Regierung Japan in moderne Gebietskörperschaften: Auf dem Gebiet der Präfektur Tokio entstanden die Stadt Tōkyō und weitere Kleinstädte (Machi und der Fuchū-eki) und Dörfer (Mura).[16] Allerdings blieb der vom Innenministerium ernannte Gouverneur der Präfektur bis 1898 in Personalunion Bürgermeister der Stadt Tokio – eine Regelung, die zunächst für alle „drei Hauptstädte“ (santo) galt, also neben Tōkyō auch für die Städte Kyōto und Ōsaka.

1943 wurden mit dem Tōkyō-tosei Stadt und bisherige Präfektur Tokio aufgelöst und die Hauptstadtpräfektur Tōkyō-to eingerichtet. Die Bürgermeister der Bezirke Tokios unterstanden nun direkt der Präfektur Tokio und der Gouverneur hieß tōkyō-to-chōkan (東京都長官). Nach dem Ende des Pazifikkrieges wurde die Verwaltung wie in den übrigen Präfekturen demokratisiert: Ab 1947 wurde der Gouverneur vom Volk gewählt. Allerdings blieb der Sonderstatus des ehemaligen Stadtgebiets von Tokio teilweise erhalten, die Bezirke erhielten aber eine größere Autonomie und haben inzwischen weitgehend die gleichen Rechte wie die übrigen Gemeinden im Land.

Die zweite kreisfreie Stadt (shi) in der Präfektur wurde 1917 Hachiōji, 1940 folgte Tachikawa – nach der Auflösung der Stadt Tokio 1943 die beiden einzigen shi in Tokio. Beginnend mit Musashino 1947 wurde in den Nachkriegsjahren ein Großteil der Präfektur in kreisfreien Städten organisiert. Von den drei Tama-Landkreisen besteht heute nur noch einer, der seit 1995 noch aus vier nicht mehr zusammenhängenden Gemeinden besteht.

Verwaltungsgliederung[Bearbeiten]

Die Tokioter Autobahn Nr. 4 führt, später als Chūō-Autobahn, von den Bezirken durch einige der Städte im Westen Tokios.
Oberlin-Universität in Machida, eine von über 100 Universitäten in der Präfektur.
Der Berg Hinode in der gleichnamigen Gemeinde im dünn besiedelten Westen Tokios.
Die Izu-Inseln, Teil des Fuji-Hakone-Izu-Nationalparks

Bezirke (, ku)[Bearbeiten]

  • Sitz der Präfekturverwaltung: Shinjuku

Kreisfreie Städte ( shi)[Bearbeiten]

Landkreise und Unterpräfekturen[Bearbeiten]

Städte und Dörfer auf Inseln:

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Präfektur Tokio – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Präfekturverwaltung Tokio, Hauptamt des Gouverneurs: 東京都庁の所在地
  2. Tokyo Metropolitan Government News No. 792, Ausgabe Sept. 2011 (an alle Tokioter Haushalte verteiltes Infoblatt der Präfekturverwaltung)
  3. 都の紋章・花・木・鳥
  4. Präfekturparlament Tokio: Abgeordnete nach Fraktion
  5. Tokyo Metropolitan Government (TMG): Organizational Structure of TMG
  6. TMG: TMG and the 23 Special Wards
  7. Präfekturverwaltung Tokio, Finanzabteilung (zaimu-kyoku), TMG Investor Relations: Provisional Annual Report Fiscal 2010 (englisch; PDF; 1,8 MB)
  8. Asia's first cap-trade plan starts in Tokyo. In: The Japan Times. 2. April 2010, abgerufen am 2. April 2010 (englisch).
  9. Präfekturverwaltung Tokio, Umweltabteilung (kankyō-kyoku): 地球温暖化対策 („Maßnahmen zur Bekämpfung der globalen Erwärmung“), 総量削減義務と排出量取引制度 (japanisch, englisch: Tokyo Cap and Trade)
  10. Präfektur Tokio, Hauptamt des Gouverneurs, Abteilung für Auswärtige Angelegenheiten: Partnerstädte und -regionen (japanisch, englisch)
  11. Greater London Authority, 31. Mai 2006: Mayor of London and Governor of Tokyo sign Partnership Agreement
  12. Präfektur Tokio, Umweltabteilung: C40(世界大都市気候先導グループ)について
  13. Abteilung für Allgemeine Angelegenheiten (sōmu-kyoku) der TMG, Statistisches Jahrbuch 2007: Abschnitt 16: 都民経済計算, 16-2: 経済活動別都内総生産 (MS Excel; 29 kB)
  14. Abteilung für Allgemeine Angelegenheiten (sōmu-kyoku) der TMG, Statistisches Jahrbuch 2007: Abschnitt 3: 事業所, 3-1: 地域,産業(大分類)別事業所数及び男女別従業者数 (MS Excel; 183 kB)
  15. Abteilung für Allgemeine Angelegenheiten (sōmu-kyoku) der TMG, Statistisches Jahrbuch 2007: Abschnitt 14: 家計, 14-2: 勤め先収入7分位階層別1世帯当たり年平均1か月間の収入と用途別生計支出(勤労者世帯) (MS Excel; 121 kB)
  16. Gemeinden in der Präfektur Tokio seit 1889

35.689444444444139.69166666667Koordinaten: 36° N, 140° O