Präsident der Vereinigten Staaten

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Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika
Siegel
Siegel
Standarte
Standarte
Präsident Barack Obama
Amtierender Präsident
Barack Obama
seit dem 20. Januar 2009
Amtssitz Weißes Haus
Amtszeit 4 Jahre
(einmalige Wiederwahl möglich)
Schaffung des Amtes 4. März 1789
Letzte Wahl 6. November 2012
Anrede The Honorable (formal)
Mr. President (informal)
His Excellency (in diplomatischem Schriftverkehr)
Stellvertreter US-Vizepräsident
Webseite www.whitehouse.gov

Der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika (engl. amtl. President of the United States of America), siehe auch Akronyme, ist sowohl Staatsoberhaupt als auch Regierungschef der Vereinigten Staaten und ferner Oberbefehlshaber der amerikanischen Streitkräfte. Eine Wahlperiode beträgt vier Jahre, eine Wahl in das Amt ist seit 1951 höchstens zweimal zulässig. Aktueller Amtsinhaber und 44. Präsident ist seit dem 20. Januar 2009 der Demokrat Barack Obama, der erste Afroamerikaner im Amt des Präsidenten.[1][2][3]

Der jeweilige Amtsinhaber ist stets eine der bekanntesten öffentlichen Personen überhaupt. Vor allem während des Kalten Krieges wurde der amerikanische Präsident auch als Leader of the Free World (Führer der freien Welt) bezeichnet.[4]

Verfassungsrechtliche Stellung[Bearbeiten]

Die Position des Präsidenten wird in Artikel II der Verfassung beschrieben. Vorschriften zu seiner Wahl und Amtszeit enthalten der 12., 20., 22., 23. und 25. Verfassungszusatz ("amendment").

Der Präsident ist Staatsoberhaupt, Regierungschef und Oberbefehlshaber zugleich. Damit verkörpert er die Exekutive, die ausführende Gewalt, der amerikanischen Bundesebene. Den Präsidenten kontrollieren der Kongress (Legislative, das Parlament) und die Bundesgerichte (Judikative).

Dem Gedanken der Gewaltenteilung entsprechend darf der Präsident daher auch nicht Mitglied des Kongresses oder eines Bundesgerichts sein. Gleichwohl sind die Bereiche nicht vollständig voneinander getrennt. So kann der Präsident beispielsweise einzelne Kongressbeschlüsse durch sein Veto zeitweilig verhindern (siehe unten) und ernennt zudem alle Bundesrichter, wenn auch nur nach Zustimmung des Senats. In den USA spricht man von checks and balances; keines der Staatsorgane soll übermächtig werden.

Staatsoberhaupt[Bearbeiten]

Siegel des Präsidenten auf Half-Dollar-Münze

Der Präsident ist als Staatsoberhaupt der Vereinigten Staaten Inhaber des höchsten Staatsamts. Er schließt im Namen der Vereinigten Staaten Verträge, die vom Senat mit Zweidrittelmehrheit ratifiziert werden müssen; er entsendet – mit Zustimmung des Senats – Diplomaten der Vereinigten Staaten und empfängt Gesandte anderer Staaten offiziell.

Er ernennt – wiederum mit Zustimmung des Senats – die Richter der Bundesgerichte, insbesondere die Richter des Obersten Gerichtshofs, und alle sonstigen Bundesbeamten. Die Ernennung der obersten Richter erfolgt auf Lebenszeit.

Die Befugnis zur Ernennung der sonstigen Bundesbeamten ist vom Kongress mit Ausnahme der wichtigsten Positionen weiterdelegiert worden. Der Präsident kann, wenn der Senat nicht versammelt ist, eine Person ernennen, selbst wenn dafür die Senatszustimmung erforderlich wäre (recess appointment). Diese Ernennung gilt jedoch nur bis zum Ende der jeweiligen Sitzungsperiode des Senates.

Die Vereinigten Staaten verwendeten als eine der ersten modernen Demokratien die Bezeichnung „Präsident“ (anstelle eines Monarchen) für das Staatsoberhaupt. Fast alle republikanischen Staaten haben diese Amtsbezeichnung seither in Anlehnung an das amerikanische Vorbild übernommen.

Regierungschef[Bearbeiten]

Das Kabinett von Präsident Harry S. Truman während einer Sitzung im August 1945

Der Präsident ist auch der Regierungschef der Vereinigten Staaten: Er führt das von ihm – mit Zustimmung des Senats – ernannte Kabinett.

Gleichzeitig hat der Präsident weitere wichtige politische Berater, die dem Kabinett nicht angehören und im Executive Office zusammengefasst sind. Der Präsident besitzt im Kabinett eine vollständige Richtlinienkompetenz, da er einen Minister (secretary) jederzeit entlassen kann. Der Präsident hat dem Kongress von Zeit zu Zeit Bericht über die Lage der Nation zu erstatten. Das geschieht meist in der jährlichen State of the Union Address.

Oberbefehlshaber[Bearbeiten]

Der Präsident ist Oberbefehlshaber der Streitkräfte und auch der Nationalgarde der Bundesstaaten, sofern sich diese im Einsatz für den Bund befinden. Obwohl das Recht zur Kriegserklärung nach Artikel I Abschnitt 8 der Verfassung dem Kongress zusteht, kann der Präsident den Truppen selbständig nahezu alle Befehle erteilen, sofern er gewisse parlamentarische Kontrollrechte wahrt und nicht formal einen Krieg erklärt.

Über den Einsatz von Atomwaffen entscheidet die National Command Authority (NCA), die vom Präsidenten und dem Verteidigungsminister gemeinsam gebildet wird. Beide müssen unabhängig voneinander für einen Einsatz stimmen, jeder der beiden hat also ein Vetorecht.

Zusammenarbeit mit dem Kongress[Bearbeiten]

Bill Clinton während seiner State of the Union Address im Jahr 1997

Der Präsident wird nicht vom Kongress gewählt und kann von diesem nicht entlassen werden. Oftmals gehört der Präsident einer anderen Partei an als die Mehrheit der Abgeordneten in mindestens einer der beiden Kammern des Kongresses. Da das gesamte Repräsentantenhaus und ein Drittel des Senats alle zwei Jahre gewählt werden, kann diese Situation auch mitten in der Amtszeit des Präsidenten entstehen. Obwohl von diesen beiden Organen im Prinzip unabhängig und mit einigem exekutivem Spielraum ausgestattet, ist der Präsident trotzdem in der Regel um die Unterstützung des Kongresses bemüht, da dieser als essentieller Teil der Legislative Gesetzesvorhaben der Regierung mittragen und u. a. auch die Mittel für die Bundesbehörden bewilligen muss. Ohne diese Unterstützung ist der Handlungsspielraum des Präsidenten stark eingeschränkt. Fehlen Mittel für die Bundesbehörden, kann es im Extremfall zu einem sogenannten Government Shutdown kommen, bei dem die Angestellten der Bundesbehörden keinen Lohn mehr erhalten (und dann in der Regel ihre Arbeit einstellen).

Der Präsident hat als Verkörperung der Exekutive formal keine Möglichkeit, dem Kongress Gesetzesvorhaben vorzulegen. In der Praxis werden daher vom Präsidenten geförderte Gesetzentwürfe von dem Präsidenten nahestehenden Abgeordneten in die zuständige Kammer eingebracht. Außerdem kann der Präsident durch informelle Einflussnahme, unter anderem auch durch seine Rede zur Lage der Nation, Entscheidungen des Kongresses in die von ihm gewünschte Richtung zu lenken versuchen. Stimmt er mit der Linie des Kongresses überhaupt nicht überein, so kann er gegen ein Gesetz ein Veto einlegen, das vom Kongress nur mit Zweidrittelmehrheit in beiden Kammern zurückgewiesen werden kann. Bei einem Veto ist der Präsident darauf beschränkt, ein Gesetz als Ganzes anzunehmen oder abzulehnen: Ein sogenanntes Line-Item-Veto, das die Ablehnung einzelner Stellen eines Gesetzes ermöglicht, ist nicht vorgesehen. Im Jahr 1996 wurde unter Bill Clinton der Line-Item-Veto Act erlassen, der dem Präsidenten das Recht auf ein Line-Item-Veto einräumte. Zwei Jahre später erklärte der Oberste Gerichtshof das Gesetz für verfassungswidrig. Ein Line-Item-Veto für den Präsidenten ließe sich also nur über eine Verfassungsänderung legitimieren.[5] Anders als der Präsident haben aber die meisten Gouverneure der Bundesstaaten ein Line-Item-Veto zur Verfügung.

Eine vorzeitige Auflösung von einer der beiden Kammern des Kongresses ist in der Verfassung nicht vorgesehen, so dass der Präsident keinen Einfluss auf dessen Zusammensetzung nehmen kann. Jedoch werden alle 2 Jahre das ganze Repräsentantenhaus sowie ein Drittel des Senats neu gewählt, so dass es mitten in der Amtszeit eines jeden Präsidenten zu einer Wahl kommt, die unter Umständen auch Mehrheiten verändern kann. In der Praxis ist fast jeder Präsident zumindest in Teilen seiner Amtszeit darauf angewiesen, einen überparteilichen Konsens zu finden, um regieren zu können. Das gilt insbesondere dann, wenn die Partei des Präsidenten in einer oder beiden Kongresskammern keine Mehrheit hat. In solch einem Fall spricht man von einem Divided government.

Der Kongress kann durch ein Amtsenthebungsverfahren (Impeachment) den Präsidenten seines Amt entheben. Das Impeachment ist kein politisches, sondern ein strafrechtliches Verfahren. Es kann nur eingeleitet werden, wenn dem Präsidenten Gesetzesverstöße vorzuwerfen sind. Wenn durch das Repräsentantenhaus in einfacher Mehrheit ein Beschluss zum Impeachment gefasst wurde, wird vom Senat nach einem gerichtsartigen Verfahren ein Urteil gefällt – der Präsident kann mit einer Zweidrittelmehrheit des Amtes enthoben werden.

In der US-Geschichte wurden (Stand 2014) drei Impeachmentverfahren gegen US-Präsidenten eingeleitet. Zwei davon (gegen Andrew Johnson 1868 und Bill Clinton 1999) scheiterten, Richard Nixon kam 1974 dem Abschluss des Watergate-Affäre-Verfahrens durch Rücktritt zuvor (siehe hier).

Wahl[Bearbeiten]

Die Wahl des Präsidenten ist relativ kompliziert. Sie besteht aus Vorwahlen (primaries) zur Bestimmung der Präsidentschaftskandidaten einer Partei, der Volkswahl sowie der anschließenden Wahl durch die Wahlmänner. Schließlich erfolgt die Zählung der Wahlmännerstimmen.

Voraussetzungen[Bearbeiten]

Um wählbar zu sein, muss ein Kandidat das passive Wahlrecht besitzen, er darf also weder Strafgefangener sein noch durch Entmündigung, ein Amtsenthebungsverfahren oder anderweitig sein Wahlrecht verloren haben. Das Mindestalter beträgt 35 Jahre, außerdem muss ein Kandidat seinen Wohnsitz seit mindestens 14 Jahren in den Vereinigten Staaten haben.

Er muss entweder zum Zeitpunkt der Ratifikation der Verfassung bereits Bürger der USA gewesen sein, was für die ersten neun Präsidenten zutraf, oder ein natural born citizen der USA sein. Letztere Vorschrift ist nicht ganz eindeutig, so gab es bei der Kandidatur von John McCain eine Debatte, ob er diese Vorschrift erfülle, da er in Panama geboren ist.[6] Vorherrschende Ansicht ist inzwischen, dass jeder Mensch, der seine US-amerikanische Staatsbürgerschaft durch seine Geburt erlangt hat, ein natural born citizen ist.

Der 14. Zusatzartikel, der 1868 ratifiziert wurde, schließt ehemalige Offiziere, Beamte oder gewählte Amtsinhaber von öffentlichen Ämtern aus, wenn sie an einer Rebellion gegen die Vereinigten Staaten beteiligt waren oder ihre Feinde unterstützt hatten. Der Kongress hat das Recht, mit einer Zweidrittelmehrheit solche Bewerber trotzdem zuzulassen. 1898 wurden pauschal alle Personen wieder zugelassen, die bis dahin von der Ausschlussregel des 14. Zusatzartikels betroffen waren.[7]

Seit 1951 begrenzt der 22. Zusatzartikel die Amtszeit, so dass niemand mehr als zweimal zum Präsidenten gewählt werden darf, unabhängig davon, ob die Amtszeiten aufeinander folgen oder nicht. Ein Vizepräsident, der durch ein vorzeitiges Ausscheiden des Präsidenten in dieses Amt vorrückt, darf sich nur dann zweimal zur Wahl stellen, wenn von der Amtszeit des ursprünglichen Amtsträgers nicht mehr als zwei Jahre übrig sind. Ein regulär gewählter Präsident kann also maximal acht Jahre amtieren, ein ohne Wahl nachgerückter Vizepräsident kann theoretisch bis zu zehn Jahren im Amt verbleiben.

Der 22. Zusatzartikel begrenzt nicht die Amtszeiten des Vizepräsidenten. Jedoch ist durch den 12. Verfassungszusatz geregelt, dass niemand zum Vizepräsidenten gewählt werden darf, der nicht die Voraussetzungen erfüllt, zum Präsidenten gewählt zu werden.

Insbesondere die Vorschrift, dass der Präsident gebürtiger US-Amerikaner sein muss, wird durchaus hinterfragt, da Einwanderer einen großen Teil der Bevölkerung ausmachen. Hintergrund der Vorschrift war ursprünglich das Bestreben, Briten vom Präsidentenamt fernzuhalten. Der gebürtige Österreicher Arnold Schwarzenegger, von 2003 bis 2011 Gouverneur von Kalifornien, galt als einer der bekanntesten Kandidaten im Falle der Aufhebung dieser Vorschrift, zu der allerdings eine Verfassungsänderung notwendig wäre.

Vorwahlen[Bearbeiten]

Jeder Präsidentschaftskandidat der beiden großen Parteien, also der Demokraten und der Republikaner, benötigt die Bestätigung durch den Parteitag. Die Delegierten einer Partei für diesen Parteitag werden in Vorwahlen (primaries) bestimmt.

Während ein amtierender und wieder antretender Präsident in der Regel unangefochten wieder von seiner Partei nominiert wird, ist das Auswahlverfahren in der Partei des Herausforderers deutlich spannender. Die Delegiertenmandate werden entsprechend der Bevölkerungsgröße in den einzelnen Bundesstaaten vergeben. Dadurch kann der Sieg in mehreren großen Bundesstaaten in Verbindung mit der Tatsache, dass dem Kandidaten alle Delegiertenstimmen des Staates zufallen, für einen Kandidaten bereits die Parteinominierung bedeuten. Deshalb wird schon in diesen Vorwahlen, die je nach Bundesstaat nur für Parteimitglieder oder für alle der Partei nahestehenden Wähler offen sind, mit großem Aufwand Wahlkampf gemacht. Die dafür notwendigen Mittel werden neben dem Eigenanteil des Kandidaten wesentlich über Spenden beschafft.

Nach Abschluss der Vorwahlen werden auf großen Parteitagen der jeweiligen Parteien die entsprechenden Kandidaten formal bestätigt. Gleichzeitig gibt der Präsidentschaftskandidat an, wen er als Kandidaten für die Vizepräsidentschaft nominiert. Auch dieser Kandidat wird in der Regel vom Parteitag bestätigt.

Wahltag[Bearbeiten]

Barack Obama beim Wahltag vom 4. November 2008

Die Wahl zum Präsidenten findet stets am ersten Dienstag nach dem ersten Montag im November – also dem Dienstag zwischen dem 2. und dem 8. November – in einem Jahr statt, das durch vier ohne Rest teilbar ist (2000, 2004, 2008 usw.). Dieser Tag hat folgenden Hintergrund: Zum einen sollte die Wahl nach der Ernte stattfinden. Zum anderen sollten die Wahllokale aufgesucht werden können, ohne auf den sonntäglichen Kirchgang zu verzichten. Da in der Gründerzeit die Wahllokale häufig weit entfernt waren, erschien der Dienstag als sinnvoller Tag, um die Lokale nach dem Kirchgang erreichen zu können. Da bei Rücktritt oder Tod des Amtsinhabers die Nachfolge geregelt und keine vorgezogene Neuwahl vorgesehen ist, werden die Wahlen schon seit Gründung der Vereinigten Staaten immer in diesem Turnus durchgeführt. Ein Termin gegen Ende des Jahres wurde schon von Anfang an gewählt. Die aktuelle Regelung besteht seit 1845. Zuvor fanden die Wahlen nicht am selben Tag, sondern über einen längeren Zeitraum von ungefähr Ende Oktober bis Anfang Dezember statt.

In der Regel haben nur die zwei Vorschläge der beiden großen Parteien eine Chance auf den Wahlsieg. Zwar wechselten die Parteien in den ersten 100 Jahren des Bestehens der USA mehrfach, aber noch nie konnte eine der schwächeren Parteien mehr als einen Achtungserfolg erzielen.

Die Wähler stimmen für eines der möglichen aus Präsidentschaftskandidat und Vizepräsidentschaftskandidat bestehenden tickets. Bei der Entscheidung, wer zum Präsidenten (und zum Vizepräsidenten) gewählt ist, zählt jedoch nicht, wer bundesweit die meisten Wählerstimmen erhalten hat. Vielmehr wird diese Entscheidung einem Wahlmännerkollegium überlassen. Das Wahlmännerkollegium besteht aus 538 Personen, die von den Wählern in den einzelnen Bundesstaaten und im Bundesdistrikt gewählt werden. Diese Zahl entspricht der Gesamtzahl der Abgeordneten im Repräsentantenhaus (435) und im Senat (100) sowie dreier Wahlmänner für den sonst im Kongress nicht vertretenen Regierungsbezirk Washington, D.C.

Mit Ausnahme der Staaten Nebraska und Maine, wo ein Teil der Wahlmänner mit einfacher Mehrheit einzeln nach Wahlbezirken gewählt wird, entfallen alle Wahlmänner aus einem Bundesstaat auf den Vorschlag, der in jenem Bundesstaat die meisten Stimmen erhalten hat. Somit kann es vorkommen, dass ein Präsidentenkandidat zwar von mehr Amerikanern gewählt worden ist als sein Konkurrent, dass der Konkurrent jedoch mehr Wahlmänner bekommen hat und von diesen zum Präsidenten gewählt wird. Das ist beispielsweise im Jahre 2000 dem Demokraten Al Gore passiert, der mehr Wählerstimmen, aber weniger Wahlmänner hinter sich hatte als der Republikaner George W. Bush. (Weitere Beispiele siehe unten unter Verschiedenes.) Der offensichtliche Gewinner am Wahltag wird, bis er seine erste Amtsperiode antritt, als President-elect (deutsch: „gewählter Präsident“) tituliert. Verschiedene Gesetze sind darauf ausgerichtet, dem President-elect die Einarbeitung in das Amt zu erleichtern, und enthalten Nachfolgeregelungen für den Fall seiner Nichtwählbarkeit durch das Wahlmännerkollegium.

Wahlmännerkollegium[Bearbeiten]

Hauptartikel: Electoral College

Von der Öffentlichkeit weitgehend unbeachtet, treffen sich die Wahlmänner der Staaten in den einzelnen Bundesstaaten im Dezember nach der Wahl zur Stimmabgabe: Das 538-köpfige Wahlmännerkollegium tritt als solches also nie zusammen. Die Wahlmänner geben ihre Stimmen für Präsident und Vizepräsident getrennt ab. Sie sind zwar gehalten, die Stimme demjenigen Kandidaten zu geben, auf dessen Konto sie gewählt wurden; das wird jedoch durch die geheime Wahl oder durch sehr niedrige Strafen im Falle des Nichteinhaltens nicht verhindert. Aus diesem Grund kommt es regelmäßig vor, dass einzelne Wahlmänner entgegen dem Wählerauftrag stimmen. Allerdings hat ein solcher faithless elector (untreuer Wahlmann) noch nie dazu geführt, dass der andere Kandidat gewählt wurde.

Bis 1800 wurden Präsident und Vizepräsident nicht getrennt gewählt, sondern der Erstplatzierte wurde Präsident, der zweite Vizepräsident. Nachdem die Wahl 1800 zu einem Gleichstand zwischen Thomas Jefferson und Aaron Burr geführt hatte, wurde diese Regel durch den 1804 in Kraft getretenen 12. Verfassungszusatz geändert.

Auszählung und Vereidigung[Bearbeiten]

Die vielleicht berühmteste Vereidigung: Lyndon B. Johnson legt am 22. November 1963 den Eid ab, zwei Stunden nachdem sein Vorgänger John F. Kennedy ermordet wurde. Rechts neben Johnson an Bord des Präsidentenflugzeugs steht die Witwe Kennedys.

Anfang Januar nach der Wahl werden die Stimmabgaben der Wahlmänner in den 51 Gebietseinheiten dann in einer seltenen gemeinsamen Sitzung von Senat und Repräsentantenhaus ausgezählt. Diese Aufgabe kommt dem Präsidenten des Senats, also dem noch amtierenden Vizepräsidenten, zu. Nach Ende der Auszählung verkündet dieser, wer zum Präsidenten und zum Vizepräsidenten gewählt worden ist. Hat keiner der Kandidaten eine absolute Mehrheit der Wahlmännerstimmen (also 270) auf sich vereinigt, so wählt gegebenenfalls das Repräsentantenhaus den Präsidenten und der Senat den Vizepräsidenten. Ein solcher Fall ist jedoch angesichts der meist eindeutigen Zweiteilung des amerikanischen Parteiensystems seit rund zweihundert Jahren nicht mehr vorgekommen. Der letzte Präsident, der durch das Repräsentantenhaus gewählt wurde, war John Quincy Adams im Jahr 1824, nachdem die damalige Wahl keine eindeutige Mehrheit der Wahlmännerstimmen erbracht hatte.

Am auf die Wahl folgenden 20. Januar schließlich wird zunächst der Vizepräsident, dann der Präsident um genau 12.00 Uhr Ortszeit in der Bundeshauptstadt vereidigt. Zwischen Volkswahl im November und Vereidigung liegen also über zwei Monate. Das ist sinnvoll, weil es noch Wahlmodalitäten gibt und der Gewählte seine Regierungsmannschaft noch zusammenstellen muss. In früheren Zeiten dauerte das Reisen noch wesentlich länger als heute, darum fand vor 1933 die Vereidigung sogar erst am 4. März statt.

Der Eid lautet:

„I (Name) do solemnly swear (or: affirm) that I will faithfully execute the office of President of the United States, and will, to the best of my ability, preserve, protect, and defend the Constitution of the United States.“

Deutsch: „Ich, (Name), schwöre (oder: gelobe) feierlich, dass ich das Amt des Präsidenten der Vereinigten Staaten getreulich ausüben und die Verfassung der Vereinigten Staaten nach besten Kräften erhalten, schützen und verteidigen werde.

Traditionellerweise legt der Präsident den Eid auf eine Bibel ab und fügt die Worte „so help me God“ („so wahr mir Gott helfe“) hinzu; das gehört aber nicht zur verfassungsmäßig vorgeschriebenen Eidesformel.[8]

Amtszeit[Bearbeiten]

Gruppenbild der Präsidenten Gerald Ford, Richard Nixon, George Bush Sr., Ronald Reagan und Jimmy Carter am 4. November 1991
Gruppenbild der Präsidenten George Bush Sr., Barack Obama, George W. Bush, Bill Clinton und Jimmy Carter am 7. Januar 2009

Die Amtszeit des Präsidenten beträgt vier Jahre. Sie beginnt am 20. Januar um 12:00 Uhr und endet nach vier Jahren wieder um dieselbe Zeit. Scheidet der Präsident durch Tod, Rücktritt, Amtsenthebung oder Amtsunfähigkeit vorher aus dem Amt aus, so wird der Vizepräsident sofort neuer Präsident. Dessen Amtszeit endet mit dem ursprünglichen Ende der Amtszeit des Vorgängers. Scheidet der Vizepräsident vorher aus dem Amt, so findet der 25. Verfassungszusatz Anwendung, dem zufolge der Präsident mit Zustimmung von Senat und Repräsentantenhaus einen neuen Vizepräsidenten ernennen kann. Gibt es zum Zeitpunkt der Vakanz des Präsidentenamtes trotzdem keinen Vizepräsidenten, so regelt der Presidential Succession Act, dass der Sprecher des Repräsentantenhauses geschäftsführender Präsident wird. Steht auch dieser nicht zur Verfügung, sind der Präsident pro tempore des Senats der Vereinigten Staaten und dann die Kabinettsmitglieder die nächsten in der Reihe.

Grundsätzlich darf seit 1951 jeder Präsident nur einmal wiedergewählt werden, unabhängig davon, ob die Wiederwahl anschließend an die erste Amtsperiode oder später erfolgt. Hat ein Vizepräsident die übrige Amtszeit seines Vorgängers als Präsident ausgefüllt, so gilt dies nur als Amtsperiode, wenn er länger als zwei Jahre Präsident war. Eine Person kann also höchstens zehn Jahre Präsident sein, zweimal vier Jahre als gewählter Präsident und zusätzlich zwei Jahre als Nachfolger eines verstorbenen oder zurückgetretenen Vorgängers.

Demzufolge hätte Lyndon B. Johnson 1968 erneut kandidieren dürfen, womit er seit Inkrafttreten des Verfassungszusatzes die einzige Person ist, die theoretisch mehr als acht Jahre hätte Präsident sein können. Der Vizepräsident Kennedys wurde nach dessen Ermordung im November 1963 Präsident. Im Januar 1965 wurde Johnson nach gewonnener Wahl erneut vereidigt, verzichtete aber 1968 auf eine erneute Wiederwahl und schied 1969 aus dem Amt. Gerald Ford hingegen wurde im August 1974 Nachfolger des im Januar 1973 erneut vereidigten Richard Nixon. Wäre Ford 1976 gewählt worden, hätte er 1980 nicht mehr kandidieren können, da er von Nixons Amtszeit mehr als zwei Jahre lang das Amt des Präsidenten bekleidete.

Vor der Verabschiedung des 22. Verfassungszusatzes 1951 gab es noch keine formelle Beschränkung der Wiederwahl. Allerdings hatte der erste Präsident, George Washington, auf eine dritte Amtszeit verzichtet und dies auch seinen Nachfolgern empfohlen. Daran hielten sich fast alle, bis auf Theodore Roosevelt, der 1912 (vergeblich) für eine dritte Amtszeit kandidierte, und Franklin D. Roosevelt. Dieser kandidierte erfolgreich 1940 für eine dritte und 1944 für eine vierte Amtszeit, starb aber im April 1945 wenige Monate nach Beginn seiner vierten Amtsperiode im Amt. Im Jahr 1947 initiierte der Kongress den Verfassungszusatz, der nur noch die einmalige Wiederwahl zulässt. Er konnte 1951 in Kraft treten, als wie von der Verfassung verlangt drei Viertel der Bundesstaaten ihre Zustimmung gegeben hatten.

Entlohnung und Privilegien[Bearbeiten]

Dem ersten Präsidenten, George Washington, stand ein jährliches Gehalt in Höhe von 25.000 US-Dollar zu, das er als wohlhabender Mann nicht annahm. Seit 2001 erhält der Präsident ein Gehalt in Höhe von 400.000 $ pro Jahr. Traditionell dient das Gehalt des Präsidenten, des höchsten Amtsträgers in den Vereinigten Staaten, als Obergrenze für die Bezahlung von Regierungsangestellten. Daher musste 2001, als sich das Gehalt von hohen Beamten dem des Präsidenten immer weiter annäherte, die Entlohnung des Präsidenten angehoben werden, um diese Beamten weiterhin nach diesem Muster bezahlen zu können.

Die heutigen Präsidenten können im Weißen Haus leben und arbeiten, allerdings wird ihnen die private Nutzung der Küche in Rechnung gestellt − es sei denn, es handelt sich um ein offizielles Staatsbankett. Sie können an Bord der Air Force One und anderer dem Präsidenten zur Verfügung stehender Verkehrsmittel alle Dinge erledigen, die zur Erfüllung ihrer Aufgaben notwendig sind. Ferner steht dem Amtsinhaber der Landsitz des Präsidenten in Camp David zur Verfügung, auf den auch ausländische Würdenträger häufig eingeladen werden.

Der Präsident und seine Familie werden jederzeit vom Secret Service beschützt. Bis 1997 stand dieses Privileg auch allen früheren Präsidenten und ihren Familien bis zum Tod des Präsidenten zu. Seither galt das nur noch für höchstens zehn Jahre nach dem Ausscheiden aus dem Amt, was aber 2013 wieder rückgängig gemacht wurde.

Hinzu kommen Privilegien wie ein kostenloses Büro, ein Diplomatenpass und Haushaltsmittel für Bürohilfe und Assistenten. Jedoch erhalten Präsidenten erst seit 1958 eine Pension, nachdem sie das Amt verlassen haben. Im Jahr 2008 betrug die Pension 191.300 US-Dollar pro Jahr.[9] Seit Herbert Hoovers Präsidentschaft (1929–1933) bauen frühere Präsidenten regelmäßig eine eigene Präsidentenbibliothek auf, die vornehmlich der Bewahrung und Erforschung der Nachlässe der jeweiligen Präsidenten dient. Grundlage für die Ansprüche nach der Präsidentschaft ist der 1958 verabschiedete Former Presidents Act.

Amtssitz[Bearbeiten]

Das Weiße Haus, Amtssitz des Präsidenten

Der Präsident hat seinen traditionellen Amtssitz im Weißen Haus in Washington. Das Haus, mit dessen Grundsteinlegung 1792 die Stadtbebauung der heutigen amerikanischen Hauptstadt begann, steht seit 1800 dem amerikanischen Präsidenten und seiner Familie zur Verfügung. Es wurde 1814 im Britisch-Amerikanischen Krieg zerstört und 1819 wiederaufgebaut.

Das Oval Office im Westflügel des Weißen Hauses, das Arbeitszimmer des US-Präsidenten, wird durch umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen geschützt. Ein Bunker unter dem Ostflügel des Weißen Hauses, das Presidential Emergency Operations Center, schützt den Präsidenten und seinen Stab in Notfällen.

Protokollarische Ehren[Bearbeiten]

Der Präsident der Vereinigten Staaten führt keine weiteren Titel − die protokollarisch korrekte Anrede ist schlicht The President bzw. Mr. President. Die Frage, mit welchen protokollarischen Ehren und Titeln der Präsident zu bedenken sei, war eine der ersten Fragen, die den ersten Kongress im Frühjahr und Sommer 1789 beschäftigten. Insbesondere Vizepräsident John Adams sowie die Mehrheit der Senatoren sprachen sich für die Einführung von Titeln aus. So schlug ein Senatskomitee die Anrede „His Highness the President of the United States of America, and Protector of their Liberties“ vor, und einer verbreiteten, aber wohl unwahren Legende zufolge soll Washington selbst die Anrede „His High Mightiness“ („Mightiness“, dt. Mächtigkeit/Gewaltigkeit) favorisiert haben. Die Mehrheit des Repräsentantenhauses weigerte sich jedoch, jegliche Titel einzuführen, die nicht von der Verfassung vorgesehen waren, so dass bis heute die bloße Amtsbezeichnung auch die korrekte Anrede darstellt.

Bei öffentlichen Auftritten des Präsidenten erklingt - wie vom Verteidigungsministerium 1952 festgelegt - als Präsidialsalut nach vier ruffles and flourishes (Trommelwirbel und Fanfaren) die Melodie, selten das Lied „Hail to the Chief“. Stattdessen kann auch das Abspielen der Nationalhymne „The Star-Spangled Banner“ erfolgen.[10]

Transportmittel[Bearbeiten]

Eine Boeing 747 der Air Force

Um auch während der Abwesenheit vom Amtssitz die Amtsgeschäfte wahrnehmen zu können, kann der Präsident unter anderem auf zwei besonders ausgestattete Flugzeuge vom Typ Boeing 747 zurückgreifen. Sie sind im Volksmund als „Air Force One“ bekannt. Allerdings ist diese Bezeichnung nicht diesen zwei Flugzeugen fest zugewiesen. Vielmehr erhält jedes Luftfahrzeug der amerikanischen Luftstreitkräfte den Rufnamen „Air Force One“, sobald sich der Präsident an Bord befindet. Luftfahrzeuge des Marine Corps erhalten den Rufnamen „Marine One“. Diesen Rufnamen erhält derzeit der Hubschrauber, welchen der Präsident hauptsächlich für den Transport vom Weißen Haus zur Andrews Air Force Base (Heimatflugplatz der Regierungsflugzeuge) verwendet. Der vorher für diesen Zweck verwendete Hubschrauber des Heeres trug analog den Rufnamen „Army One“. „Navy One“ und „Coast Guard One“ sind die entsprechenden Rufnamen für Luftfahrzeuge der Marine und der Küstenwache. „Navy One“ wurde erstmalig verwendet, als George W. Bush 2003 den Flugzeugträger „USS Abraham Lincoln“ mit einem Düsenflugzeug der Navy besuchte. „Coast Guard One“ wurde bislang noch nicht verwendet. „Executive One“ ist der Rufname für Zivilflugzeuge, bei denen sich der Präsident an Bord befindet.

Als Dienstwagen steht dem Präsidenten ein Cadillac DTS der Version 2006 zur Verfügung, inoffiziell auch als „Cadillac One“ bezeichnet. Der neue Cadillac von Präsident Obama trägt auch den Spitznamen „The Beast“.[11]

Verschiedenes[Bearbeiten]

Wahl[Bearbeiten]

  • Aufgrund des Wahlmännersystems kann es vorkommen, dass ein Kandidat Präsident wird, obwohl sein Gegenkandidat mehr Stimmen erhalten hat:
  • Gerald Ford war vom 9. August 1974 bis zum 20. Januar 1977 Präsident, ohne je vom amerikanischen Volk als Präsident oder Vizepräsident gewählt worden zu sein. Präsident Richard Nixon hatte Ford für das Amt des Vizepräsidenten nominiert, nachdem Spiro Agnew am 10. Oktober 1973 aufgrund von Korruptionsvorwürfen zurückgetreten war. Ein knappes Jahr später, als Nixon aufgrund der Watergate-Affäre selbst zurückgetreten war, rückte Ford ins Präsidentenamt auf. Er kandidierte dann 1976 für eine zweite Amtszeit, verlor jedoch diese Wahlen und der Demokrat Jimmy Carter zog ins Weiße Haus ein.
  • Als erste Frau kandidierte 1872 – lange bevor Frauen in den USA auf Bundesebene das aktive Wahlrecht hatten – Victoria Woodhull für die Präsidentschaft.
  • 14 Präsidenten waren zuvor Vizepräsident. Acht (Tyler, Fillmore, A. Johnson, Arthur, T. Roosevelt, Coolidge, Truman, L. Johnson) übernahmen das Amt aufgrund des Todes des Präsidenten, einer (Ford), weil der Präsident während der Amtszeit zurücktrat. Vier amtierende Vizepräsidenten (J. Adams, Jefferson, van Buren, G. H. W. Bush) wurden in einer regulären Wahl unmittelbar zum Präsidenten gewählt, bei einem Präsidenten (Nixon) lagen zwischen dem Ende der Amtszeit als Vizepräsident und dem Beginn der Präsidentschaft acht Jahre. Theodore Roosevelt, Calvin Coolidge, Harry S. Truman und Lyndon B. Johnson waren darüber hinaus die einzigen nachgerückten Vizepräsidenten, die nach ihrem Aufrücken zum Präsidenten eine die nächste Wahl gewinnen konnten.
  • Nur ein einziges Mal – unter Präsident John Adams (einem Föderalisten) – gehörten Präsident und Vizepräsident unterschiedlichen politischen Lagern an, da Adams’ Vizepräsident Thomas Jefferson den Republikaner-Demokraten angehörte. Abraham Lincoln (ein Republikaner) und Andrew Johnson (ein Demokrat des Flügels seiner Partei, der für die Fortsetzung des Bürgerkriegs plädierte) gehörten ebenfalls unterschiedlichen Parteien an, waren aber gemeinsam im Rahmen der Wahlplattform der National Union Party angetreten.
  • Nur zwei Präsidenten wurden bislang ohne die Stimmen ihres Heimatstaats gewählt: James K. Polk (er gewann 1844 weder North Carolina, wo er geboren wurde, noch Tennessee, wo er lebte und Gouverneur gewesen war) und Woodrow Wilson (New Jersey, bei seiner Wiederwahl 1916).

Amtszeiten[Bearbeiten]

  • 13 Präsidenten gewannen zwei aufeinanderfolgende Wahlen, Franklin D. Roosevelt gewann als einziger vier (aufeinanderfolgende) Wahlen (1932, 1936, 1940 und 1944). Grover Cleveland gewann als einziger Präsident in der Geschichte der USA zwei nicht direkt aufeinanderfolgende Wahlen: Er war von 1885 bis 1889 und erneut von 1893 bis 1897 Präsident und wird deshalb auch zweimal gezählt, nämlich als 22. und 24. Präsident.
  • 12 Präsidenten waren zwei (aufeinanderfolgende) Amtszeiten im Amt.
  • Barack Obama wäre bei Vollendung seiner laufenden zweiten Amtszeit, die 2017 endet, seit 1820 der erste Präsident mit zwei vollen Amtszeiten, der auf zwei weitere Präsidenten mit zwei vollen Amtszeiten (George W. Bush und Bill Clinton) folgte. 1820 wurde James Monroe wiedergewählt, dessen Vorgänger James Madison und Thomas Jefferson ebenfalls wiedergewählt wurden. George W. Bush war bereits der erste Präsident seit 1820, der wie sein direkter Vorgänger (Bill Clinton) wiedergewählt wurde. Geht man allerdings davon aus, dass der Vorgänger des wiedergewählten William McKinley, Grover Cleveland, trotz seiner zwei getrennten Amtszeiten als wiedergewählt gilt, so ist die Wiederwahl von William McKinley als die letzte (vor der Wahl George W. Bushs) anzusehen, in der zwei wiedergewählte Präsidenten aufeinander folgten.
  • Mit einem Monat die kürzeste Amtszeit hatte 1841 der im Amt verstorbene William Henry Harrison; mit zwölf Jahren am längsten amtierte 1933–1945 der im Amt verstorbene Demokrat Franklin D. Roosevelt, der als einziger viermal gewählt (dreimal wiedergewählt) wurde (1932, 1936, 1940 und 1944).
  • „Kurzzeitpräsidentschaften“ oder „Präsidenten für einen Tag“ gibt es nicht und hat es nie gegeben. David Rice Atchison wird nachgesagt, einen Tag lang als Stellvertreter des Senatspräsidenten Präsident gewesen zu sein, da zwischen dem Ende der Amtszeit James K. Polks und der Vereidigung Zachary Taylors ein Tag lag (vom 4. auf den 5. März 1849) und auch die Amtszeiten der Vizepräsidenten bereits beendet waren bzw. noch nicht begonnen hatten. Es handelt sich jedoch um eine Legende. Auch der 25. Verfassungszusatz von 1967 lässt - anderslautenden Gerüchten zum Trotz - dergleichen nicht zu. Dieses Amendment sieht vor, dass der Präsident sich selbst für vorübergehend amtsunfähig erklären und seine Befugnisse auf den Vizepräsidenten übertragen kann, was bisher dreimal geschehen ist, 1985, 2002 und 2007 (in allen drei Fällen jeweils wegen einer Darmspiegelung). Das bedeutet aber nur, dass seine „Befugnisse und Obliegenheiten vom Vizepräsidenten als amtierendem Präsidenten wahrgenommen“ werden, nicht aber, dass - wie es im Falle des Todes des Präsidenten wörtlich bestimmt ist - dass „der Vizepräsident Präsident [wird]“. Es gab also 1985 nicht für einige Stunden einen Präsidenten George Bush, und es gab 2002 und 2007 keinen Präsidenten Dick Cheney.
  • Dass jedoch der Vizepräsident nach dem Tode des Präsidenten selbst als Präsident gilt, nicht etwa lediglich als geschäftsführender Präsident, ist auf den ersten nachrückenden Vizepräsidenten überhaupt, John Tyler, zurückzuführen. Nach dem Tode William Henry Harrisons bestand Tyler darauf, dass er selbst Präsident sei, eine Interpretation, die er entscheidend beförderte und die vom 25. Verfassungszusatz zuletzt ausdrücklich anerkannt wurde.

Trivia[Bearbeiten]

  • Barack Obama ist der dritte afroamerikanische Politiker der großen Parteien (nach Jesse Jackson und Shirley Chisholm), der sich für das Amt des Präsidenten beworben hat, und der erste, der in dieses Amt gewählt wurde.
  • Der älteste Präsident war Ronald Reagan, der das Amt im Alter von 69 Jahren antrat. Der jüngste Präsident war Theodore Roosevelt, der im Alter von 42 Jahren vereidigt wurde. Da Roosevelt als Vizepräsident ohne Wahl ins Amt aufrückte, war John F. Kennedy mit 43 der jüngste direkt ins Amt gewählte Präsident.
  • Alle US-Präsidenten, die zwischen 1840 und 1960 in einem auf 0 endenden Jahr gewählt wurden, verstarben im Amt oder wurden ermordet. Dieser Zufall ist als „Tecumsehs Fluch“ bekannt, da William Henry Harrison, der 1840 gewählt wurde, die von Tecumseh geführten Indianer besiegt hatte. Der 1980 gewählte Ronald Reagan entging diesem Schicksal, hatte jedoch einen Attentatsversuch zu überstehen. Zachary Taylor war 1850 der einzige im Amt verstorbene Präsident, der nicht auf einem 0 endenden Jahr gewählt wurde, nämlich 1848.
  • 88 Prozent der US-Präsidenten waren überdurchschnittlich groß. Die beiden größten Amtsinhaber waren Abraham Lincoln und Lyndon B. Johnson mit einer Körpergröße von 193 cm. Der kleinste Präsident, James Madison war nur 163 cm groß. Barack Obama, der aktuelle Amtsinhaber ist 185 cm groß und liegt damit u.a. auf Rang 8.[12][13][14]
  • Bis 2012 konnte Herbert Hoover den Ruhestand nach Ende seiner Amtszeit am längsten genießen. Er starb 11.554 Tage, also über 31 Jahre, später. Inzwischen hat Jimmy Carter ihn in dieser Hinsicht überholt. Nur wenige Präsidenten nahmen nach ihrer Amtszeit noch politische Ämter wahr, wie John Quincy Adams (im Repräsentantenhaus), William Howard Taft (als Oberster Richter) oder Andrew Johnson, der kurz vor seinem Tode 1875 nochmals zum US-Senator gewählt wurde.
  • Acht Präsidenten sind im Amt verstorben. Die Hälfte von ihnen starb durch Mord mit einer Schusswaffe; drei dieser vier waren Republikaner. George W. Bush war der achte Präsident in Folge, der nicht im Amt verstorben ist. Das kam bisher nur bei den ersten acht Präsidenten vor.
  • Durchschnittlich (wie derzeit auch im Falle Barack Obamas) sind drei oder vier Expräsidenten bei Amtsantritt eines neuen Präsidenten noch am Leben. Als Abraham Lincoln sein Amt antrat, waren mit fünf die bisher meisten Expräsidenten am Leben - Martin Van Buren, John Tyler, Millard Fillmore, Franklin Pierce und James Buchanan. Diese Anzahl konnten erst Bill Clinton (Richard Nixon, Gerald Ford, Jimmy Carter, Ronald Reagan, George H. W. Bush) und nach ihm George W. Bush wieder erreichen (bei dessen Amtsantritt lebten Gerald Ford, Jimmy Carter, Ronald Reagan, sein eigener Vater George Bush und Bill Clinton). Nach dem Tode Lyndon B. Johnsons im Jahr 1973 ergab es sich während der Präsidentschaft Richard Nixons, dass kein Expräsident mehr am Leben war.
  • Außergewöhnlich viele Präsidenten wurden entweder in Virginia (acht) oder Ohio (sieben) geboren. Erster Präsident, der bereits in den USA und nicht noch in den britischen Kolonien geboren worden war, war Martin Van Buren. Barack Obama ist der erste Präsident, der außerhalb des amerikanischen Festlandes geboren wurde, nämlich auf Hawaii.
  • Vom militärischen Standpunkt ranghöchster Präsident war George Washington als General of the Armies (der Rang wurde ihm allerdings lediglich postum verliehen). Ihm folgen Dwight D. Eisenhower als General of the Army mit fünf Sternen und Ulysses S. Grant als General of the Army mit vier Sternen. Abgesehen von den Präsidenten, die nicht in den Streitkräften dienten, war der rangniederste Präsident James Buchanan im Rang eines Private (Gemeiner Soldat) während des Kriegs von 1812.
  • Nach US-Präsidenten wurden u. a. naturwissenschaftliche Phänomene (Coolidge-Effekt), Inseln (Roosevelt-Insel) und Berge benannt (z.B. Mount Jefferson in Oregon). Der erste Amtsträger George Washington wurde sogar zum Namenspatron der Hauptstadt und eines Bundesstaates.
  • Am Mount Rushmore sind die vier Präsidenten George Washington (1. US-Präsident), Thomas Jefferson (3.), Abraham Lincoln (16.) und Theodore Roosevelt (26.) abgebildet.
  • Bei Proben zu Repräsentationsveranstaltungen wird für die Position des Präsidenten die Abkürzung POTUS (President of the United States) verwendet.
  • Im Jahr 2008 kämpften mit Barack Obama und John McCain zwei Linkshänder um die Präsidentschaft. In diesem Zusammenhang richtete sich die Aufmerksamkeit der Medien häufig darauf, dass fünf der sieben Präsidenten seit 1974 (Gerald Ford, Ronald Reagan, George Bush sen., Bill Clinton und Barack Obama) Linkshänder waren bzw. sind, und dass seit 1977 kein Linkshänder das Präsidentenamt gegen einen Rechtshänder verloren hat.
  • Martin Van Buren war der erste und bisher einzige Präsident, dessen Muttersprache nicht Englisch war. In seinem Elternhaus wurde Niederländisch gesprochen.
  • Seit Franklin Roosevelt (Amtszeit: 1933–1945) unterzeichnen manche Präsidenten bedeutende Gesetze mit mehreren Füllfedern, um diese dann als Dank und Erinnerung an wesentliche Unterstützer beim Zustandekommen des Gesetzes zu übergeben. So wurde beispielsweise der Civil Rights Act von 1964 mit 75 Füllern unterschrieben. Andere, wie beispielsweise George W. Bush, unterzeichneten dagegen mit nur einem Füllhalter und übergaben ungebrauchte Füller als Andenken. Oft ist in den betreffenden Füllfedern ein Schriftzug eingraviert. Manche Füller werden von den Beschenkten für Unterschriften genutzt, die für sie bedeutend sind, oder später in Museen ausgestellt.[15]

Verwandtschaftliche Beziehungen[Bearbeiten]

  • In der Geschichte der USA kam es zweimal vor, dass der Sohn eines Präsidenten selbst Präsident wurde. Das ist der Fall bei: John Adams, dem zweiten Präsidenten, und John Quincy Adams, dem sechsten; sowie bei George Bush, dem 41. Präsidenten und George W. Bush, dem 43. Präsidenten. Außerdem war William Henry Harrison, der neunte US-Präsident, Großvater von Benjamin Harrison, dem 23. Präsidenten.
  • Die Präsidenten Theodore Roosevelt (26.) und Franklin D. Roosevelt (32.) waren Cousins 5. Grades. Franklin Delano war darüber hinaus weitläufig mit zehn weiteren Präsidenten verwandt, nämlich George Washington, John Adams, John Quincy Adams, James Madison, Martin Van Buren, William Henry Harrison, Ulysses S. Grant, Benjamin Harrison und William Howard Taft.
  • Harry S. Truman war entfernt mit John Tyler verwandt. Seine Großmutter väterlicherseits führte ihre Abstammung auf Tylers Bruder zurück.
  • Viele Präsidenten haben laut Burke’s Peerage direkte Verwandtschaftsbeziehungen zum britischen Hochadel.

Spitznamen[Bearbeiten]

Für viele Präsidenten wurden vor, während oder nach ihrer Amtszeit Spitznamen geprägt, welche in der Presse und im allgemeinen Sprachgebrauch Verwendung fanden. So wurden zum Beispiel einfache Abkürzungen wie JFK für John F. Kennedy und Bezeichnungen wie Ike (Dwight D. Eisenhower), Tricky Dick (Richard Nixon) oder Dubya (George W. Bush) häufig verwendet. Auch heute noch benutzt wird die Kurzform Teddy für Theodore Roosevelt, nach dem das beliebte Stofftier, der Teddy-Bär, benannt wurde.

Akronyme & Metonyme[Bearbeiten]

Für den Präsidenten der Vereinigten Staaten gibt es mehrere Akronyme (Wort aus Abkürzungen oder Initialen) sowie Metonyme (sinnhafte, oft häufig gebrauchte Umschreibung anstelle der korrekten Amtsbezeichnung).

Akronyme[Bearbeiten]

  • POTUS, steht für President of the United States

Metonyme[Bearbeiten]

  • Leader of the free world (dt.: Anführer der freien Welt), aufgrund der Macht, die dieses Amt hat
  • The Commander in Chief (dt.: der Oberkommandierende), aufgrund der Tatsache, dass der Präsident auch gleichzeitig Oberkommandierender der Streitkräfte ist
  • Chief Executive (dt.: Oberhaupt der Exekutive), aufgrund der Stellung des Amtes innerhalb der Exekutive des Bundesregierung
  • Eagle

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Presidential Studies Quarterly. 1977-heute (vierteljährlich erscheinende Fachzeitschrift)
  • Leonard W. Lewy, Louis Fischer (Hrsg.): Encyclopedia of the American Presidency. 4 Bände, New York 1994.
  • Christine Weiss: Der US-Präsident als Inszenierung: Ehe, Familie und Privates in der politischen Kommunikation. Nomos, 2008. ISBN 978-3-8329-3872-7
  • Kurt L. Shell, Kapitel B1: Kongreß und Präsident, in Peter Lösche Hg.: Länderbericht USA. Geschichte, Politik, Wirtschaft, Gesellschaft, Kultur. Bundeszentrale für politische Bildung, BpB, 5. neub. Aufl. Bonn 2008 ISBN 978-3-89331-851-3 ISSN 0453-7604 S. 94–141

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Präsident der Vereinigten Staaten – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Obama bezeichnet sich selbst als „African American“: New York Times: Racism and Obama's Census Form. Letzter Abruf: 7. Januar 2011.
  2. Seine Wahl wurde aufgrund seiner Hautfarbe als historisch angesehen: MSNBC: Barack Obama elected 44th president. The Guardian: Barack Obama to be America's first black president. Letzter Abruf: 7. Januar 2011.
  3. Es gibt eine öffentliche Debatte um seine Selbstbezeichnung: Time: Is Obama Black Enough? Letzter Abruf: 7. Januar 2011. New York Times: Our First Black President? Letzter Abruf: 7. Januar 2011.
  4. Als Beispiel des heutigen Gebrauchs dieser Redewendung Daring to Believe, Blacks Savor Obama Victory, Diane Cardwell, New York Times vom 5. Januar 2008.
  5. CNN: Clinton Disappointed By Line-Item Ruling; Welcomes McDougal's Release
  6. Washington Post zu McCains Status als natural born citizen, abgerufen 2. Juli 2012
  7. caselaw.lp.findlaw.com zum 14. Verfassungszusatz, abgerufen 2. Juli 2012
  8. Die Library of Congress führt eine Liste der Bibeln, auf die die verschiedenen Präsidenten ihren Eid abgelegt haben.
  9. Former Presidents Act (FPA) (PDF; 73 kB) U.S. Senate. 1958. Abgerufen am 5. Januar 2007.
  10. Music.tv.edu.
  11. http://www.spiegel.de/auto/aktuell/0,1518,601388,00.html
  12. Braden, Waldo W., Abraham Lincoln, LSU Press, 1993. ISBN 0-8071-1852-4
  13. Robert Dallek: Lyndon B. Johnson: Portrait of a President, Oxford University Press S.11
  14. Phillips, Louis, Ask Me Anything About the Presidents, HarperCollins, 1992. ISBN 0-380-76426-1
  15. Claire Suddath: Why Did Obama Use So Many Pens to Sign the Health Care Bill?, Time.com, 23. März 2010