Präsidentschaftswahl im Iran 2001

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wahlsieger Mohammad Chātamī
(Ricardo Stuckert/ABr, 2004)

Die Iranischen Präsidentschaftswahlen 2001 fanden am 8. Juni 2001 statt. Der Reformer Mohammad Chātamī wurde mit deutlicher Mehrheit wiedergewählt.

Vorgeschichte[Bearbeiten]

Der Wahl ging die erste Legislaturperiode Chātamīs voraus, die anfangs von Hoffnungen westlicher Demokratien auf einen Reformprozess in Iran geprägt war. Chātamī schlug liberale Töne an und machte es sich zum Ziel, die von staatlichen Reglementierungen und Zensur durchzogenen Gesellschaft zu liberalisieren. Insbesondere die Presse- und Meinungsfreiheit, sowie Frauenrechte standen auf seiner Agenda. Seit den Parlamentswahlen 2000 war auch das Parlament in reformerischer Hand. Allerdings sah sich Chātamī mit seinen Reformansätzen dem Widerstand der theokratischen Institutionen um den obersten geistigen Führer Seyyed Alī Chāmene'ī gegenüber. Der Wächterrat verhinderte den Großteil der Reformgesetze und schränkte Chātamīs Einfluss erheblich ein.

Zum Zeitpunkt der Präsidentschaftswahlen 2001 hatte sich in großen Teilen der reformwilligen Bevölkerung bereits eine gewisse Resignation über die Machtlosigkeit der Regierung und des Parlaments breit gemacht. Dennoch konnten die Reformer ihre Wählerschaft nochmals mobilisieren und es kam zu einer Wahlbeteiligung von 67 %.[1]

Der Wächterrat hatte, wie bei allen Wahlen, dem Großteil der Kandidaten und allen Kandidatinnen für das Amt des Präsidenten die Kandidatur verboten. So wurden von 814 Bewerbern lediglich 10 zur Wahl zugelassen.[2]

Ergebnis[Bearbeiten]

  Stimmen Prozent
Mohammad Chātamī 21.659.053 77 %
Ahmad Tavakkoli 4.393.544 15,6 %
Ali Shamkhani 737.962 2,62 %
Mahmoud Jasebi 260.082 0,92 %
Mahmoud Kashani 235.363 0,84 %
Hassan Ghafourifard 129.222 0,46 %
Mansour Razavi 114.327 0,41 %
Ali Fallahian 55.176 0,20 %
Mostafa Hashemi-Taba 28.090 0,10 %
 ? Shahabeddin Sadr  ?  ?
Gesamt 28.081.930 100 %

[3]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Johannes Reissner: Stabilitätsanalyse Iran PDF; In: Sigrid Faath (Hrsg.): Stabilitätsprobleme zentraler Staaten; Hamburg 2003; S. 259
  2. Fischer Weltalmanach: Iran: Präsidentschaftswahlen 2001
  3. princeton.edu 2001 Presidential Election, abgerufen am 2. Februar 2013