Präsidentschaftswahl in den Vereinigten Staaten 1848

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
‹ 1844 • Flagge der USA • 1852
16. Präsidentschaftswahl
7. November 1848

ZacharyTaylor small.png
Whig
Zachary Taylor / Millard Fillmore
Wahlmänner 163  
Stimmen 1.361.393  
  
47,3%
Lewis Cass circa 1855.jpg
Demokratische Partei
Lewis Cass / William O. Butler
Wahlmänner 127  
Stimmen 1.223.460  
  
42,5%
MartinVanBuren.png
Free Soil
Martin Van Buren / Charles F. Adams
Wahlmänner 0  
Stimmen 291.501  
  
10,1%

Wahlergebnisse nach Bundesstaat
Karte der Wahlergebnisse nach Bundesstaat
  15   Taylor/Fillmore
  15   Cass/Butler
  0   Van Buren/Adams

Präsident der Vereinigten Staaten

Die 16. Wahl des Präsidenten der Vereinigten Staaten fand am 7. November 1848 statt. Als Wahlsieger ging der Whig-Kandidat Zachary Taylor hervor. Gegen ihn waren für die Demokraten Lewis Cass und für die Free Soil Party Martin Van Buren angetreten. Taylor übernahm damit die Nachfolge des Demokraten James K. Polk, der auf eine Kandidatur für eine zweite Amtsperiode verzichtet hatte.

Diese Wahl war die erste, die landesweit am selben Tag abgehalten wurde.

Kandidaten[Bearbeiten]

Demokratische Partei[Bearbeiten]

Demokratische Kandidaten:

Die Demokraten hielten ihren Nominierungsparteitag im Mai 1848 in Baltimore ab. Da der amtierende Präsident James K. Polk sowohl seine wesentlichen politischen Ziele wie die Eroberung weitere Territorien im Westen des Kontinents erreicht hatte, als auch mit zunehmend gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hatte, verzichtete er auf eine erneute Kandidatur für das Weiße Haus. Wie schon vier Jahre zuvor strebte der ehemalige Präsident Martin Van Buren erneut die Kandidatur seiner Partei an (Van Buren war von 1837 bis 1841 US-Staatsoberhaupt; unterlag jedoch 1840 dem Whig William Henry Harrison bei seiner Bewerbung für eine zweite Amtsperiode). Allerdings gelang es Van Buren erneut nicht, eine ausreichende Zahl der Delegierten hinter sich zu bringen. Stattdessen trat er als Bewerber der Free Soil Party an. Die Demokraten stellten schließlich den Senator Lewis Cass auf, der sich unter anderen gegen den Außenminister und späteren Präsidenten James Buchanan durchsetzen konnte. Der General William Orlando Butler wurde Vizepräsidentschaftskandidat.

Whigs[Bearbeiten]

Kandidaten der Whigs:

Die Whigs sahen keinen Gewinn darin, erneut ihren prominentesten Politiker, den Senator Henry Clay, aufzustellen. Dieser kandidierte bereits 1824, 1832 und 1844 vergeblich für die Präsidentschaft. Die Delegierten auf dem im Juni 1848 stattfindenden Parteitag der Whigs entschieden sich für den populären General aus dem Mexikanisch-Amerikanischen Krieg Zachary Taylor als Kandidaten. Obwohl dieser zuvor nicht politisch in Erscheinung trat, versuchte man so den Wahlerfolg von 1840 zu wiederholen, indem man einen beliebten militärischen Befehlshaber aufstellte. Taylor, der sich zuvor auch gar nicht um das Präsidentenamt bemüht hatte, siegte auf dem Parteitag neben Clay auch über den Senator Daniel Webster und den General Winfield Scott. Als Kandidaten für das Amt des Vizepräsidenten wurde Millard Fillmore nominiert. Dieser sollte insbesondere Wähler für die Whigs aus seinem Heimatbundesstaat New York ansprechen.[1]

Free Soil Party[Bearbeiten]

Kandidaten:

Für die Free Soil Party trat der ehemalige demokratische Präsident Martin Van Buren an. Kernpunkt des Wahlprogramms war die Abschaffung der Sklaverei. Die Partei war vor allem ein Sammelbecken von Abolitionisten.

Wahlkampf[Bearbeiten]

Poster der Demokraten zur Wahl 1848
Wahlplakat der Whigs zur Präsidentschaftswahl 1848

Der Wahlkampf von 1848 wurde mit vergleichsweise wenig Polarisierung geführt. Ein zentrales Thema gab es nicht. Die Demokraten wiederholten ihre Forderungen aus früheren Kampagnen; wie beispielsweise ihre Opposition zur Gründung einer neuen Nationalbank. Auch sprachen sie sich für die Absenkung von Zöllen aus, während die Whigs, die traditionell die Interessen der Industrie in den Nordstaaten vertraten, einen eher protektionistischen Ansatz in der Wirtschaftspolitik verfolgten. Die Whigs versuchten insbesondere durch die Popularität ihres Kandidaten Zachary Taylor als Kriegsheld zu punkten. Daher nahmen sie auch zu kontroversen Themen keine Stellung.[2]

Die Free Soil Party mit ihrem Kandidaten versuchte mit ihrer die Sklaverei ablehnenden Haltung potentielle Wähler der Demokraten im Nordosten und Mittelwesten für sich zu gewinnen. In den meisten Südstaaten waren sie überhaupt nicht auf dem Wahlzettel. Zwar wäre auch mit den Wahlmännern aus den 17 Bundesstaaten, in denen sie antraten, ein Wahlsieg möglich gewesen, doch wurde dies als äußerst unwahrscheinlich angesehen.

Ergebnis[Bearbeiten]

Erstmals in der amerikanischen Geschichte fand die Präsidentschaftswahl landesweit an ein und demselben Tag statt. Die Einzelstaaten, in deren Zuständigkeit das Wahlrecht fällt, hatten ihren Wahltermin auf den Dienstag nach dem ersten Montag im November gelegt. Damit fiel der Wahltermin auf den 7. November 1848. Taylor konnte die Wahl für seine Partei gewinnen, was den zweiten und zugleich letzten Sieg der Whigs bei einer Präsidentschaftswahl bedeutete. Er vereinte bei den Stimmen im Volk 47,3 Prozent der Stimmen auf sich; für Cass sprachen sich 42,5 Prozent der Wähler aus. Mit 10,1 Prozent war Van Buren abgeschlagener Dritter. Da er in keinem Bundesstaat eine Mehrheit der Stimmen erlangte, erhielt er auch im Electoral College keine Stimme. Taylor konnte mehrere bevölkerungsreiche Schlüsselstaaten wie New York und Pennsylvania gewinnen. Auch im zu jener Zeit traditionell demokratisch wählen Süden gelang ihm der Sieg in manchen Staaten; andererseits errang Cass in einigen nördlichen Staaten eine Mehrheit, wie beispielsweise Ohio und Illinois. Beide verbuchten am Ende in je 15 Bundesstaaten eine Mehrheit. Da jedoch Taylors Staaten meist bevölkerungsreicher waren und damit in Summe mehr Wahlmänner zu vergeben hatten, konnte er mit 163 zu 127 Stimmen die Wahl für sich entscheiden und im März 1849 das Präsidentenamt antreten.[3]

Kandidat Partei Volksstimmen Wahlmännerstimmen
Zachary Taylor Whig 1.361.393 (47,3 %) 163
Lewis Cass Demokraten 1.223.460 (42,5 %) 127
Martin Van Buren Free Soil 291.501 (10,1 %) 0
Sonstige 2.830 (0,1 %) 0

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: US-Präsidentschaftswahl 1848 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Christof Mauch: Die amerikanischen Präsidenten C.H. Beck München ISBN 978-3-406-58742-9 S. 153f.
  2. Christof Mauch: Die amerikanischen Präsidenten C.H. Beck München ISBN 978-3-406-58742-9 S. 153ff.
  3. American President: Zachary Taylor - Campaigns and elections