Präsidentschaftswahl in den Vereinigten Staaten 1964
| Präsidentschaftswahl in den Vereinigten Staaten 1964 | ||
| 3. November 1964 | ||
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Nächste Wahl → 1968 |
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| Kandidat | Lyndon B. Johnson | Barry Goldwater |
| Partei | Demokratische Partei | Republikanische Partei |
| Heimatstaat | Texas | Arizona |
| Running Mate | Hubert H. Humphrey | William E. Miller |
| Gewonnene Staaten | 44 + DC | 6 |
| Wahlmänner | 486 | 52 |
| Stimmen gesamt | 43.127.041 | 27.175.754 |
| Stimmenanteil | 61,1 % | 38,5% |
| 538 Wahlmännerstimmen im Electoral College, 270 davon zum Sieg notwendig | ||
| Ergebnisse nach Bundesstaaten | ||
| Präsident vor der Wahl Lyndon B. Johnson Demokrat |
Gewählter Präsident Lyndon B. Johnson Demokrat |
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Die 45. Wahl des Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika fand am 3. November 1964 statt. Kandidat der Demokratischen Partei war der amtierende Präsident Lyndon B. Johnson, der erst ein Jahr zuvor nach dem Attentat auf seinen Vorgänger John F. Kennedy ins Weiße Haus eingezogen war. Für die Republikanische Partei trat der Senator Barry Goldwater an.
Hauptthemen des Wahlkampfes waren innenpolitisch insbesondere die Bürgerrechtsbewegung der Afroamerikaner und weitere soziale Fragen. Außenpolitisch wurden unter dem Eindruck des Kalten Krieges die Stellung der USA in der Welt und das beginnende amerikanische Engagement in Vietnam diskutiert. In dieser frühen Phase des Vietnamkonflikts war dieses Thema jedoch kaum in der US-Öffentlichkeit präsent gewesen. Präsident Johnson, der sich in der Tradition John F. Kennedys sah, hatte zahlreiche Sozialprogramme sowie Reformen im Bildungs- und Gesundheitssystem in die Wege geleitet. Infolgedessen und wegen seiner Haltung, Farbigen mehr Rechte einräumen zu wollen, erfreute er sich großer Beliebtheit. Außenpolitisch trat Johnson besonnener auf als Goldwater. Dieser schien US-amerikanische Ziele durch massive kriegerische Handlungen erreichen und damit einen weltweiten Konflikt mit der Sowjetunion riskieren zu wollen. Lyndon B. Johnson gewann die Wahl überaus deutlich. Lediglich in einigen Südstaaten, in denen Johnsons freundliche Politik gegenüber Afroamerikanern auf Ablehnung stieß, gelang es Goldwater, eine Stimmenmehrheit auf sich zu vereinen. Der Rest des Landes stimmte geschlossen für den Amtsinhaber, der damit für eine volle Amtsperiode als US-Präsident wiedergewählt wurde. Gemessen am Popular Vote, den Gesamtstimmen der Bevölkerung, vereinte Johnson 61,1 Prozent der Stimmen auf sich - der bis dahin höchste Sieg seit Etablierung des Zweiparteiensystems. Im entscheidenden Wahlmännergremium verbuchte Johnson 486 Stimmen, Goldwater 52.[1]
Parallel fanden Kongresswahlen (siehe Wahl zum Senat und Wahl zum Repräsentantenhaus), Wahlen zu einigen Gouverneuren und Bundesstaatsparlamenten statt. Auch hierbei konnte Johnsons Demokratische Partei massive Zugewinne verbuchen. Die breiten Mehrheiten in beiden Kongresskammern ermöglichten es dem wiedergewählten Johnson, sein umfassendes Sozialprogramm der Great Society umzusetzen.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Ausgangslage
Bei der verangegangen Wahl im Jahre 1960 wurde der demokratische Senator aus Massachusetts John F. Kennedy zum Präsidenten gewählt, der sich in einer recht knappen Wahl gegen den amtierenden Vizepräsidenten Richard Nixon durchsetzen konnte. Kennedy, der mit damals 43 Jahren der jüngste direkt ins Amt gewählte Präsident wurde, trat für innenpolitisch für soziale Reformen und Gleichberechtigung für Afroamerikaner und weitere Minderheiten ein. Außenpolitisch mahnte er in seiner Antrittsrede vom 20. Januar 1961 die USA zur Geschlossenheit auf und forderte, die Vereinigten Staaten müssen gegenüber dem kommunistischen Ostblock unter der Führung der UdSSR ihre Interessen mit allen Mitteln wahren. Gleichzeitig präsentierte er sich als besonnener Führer zur Verhinderung eines militärischen Schlagabtausches mit der Sowjetunion, beispielsweise bei der Kubakrise von 1962. An Kennedys Seite wurde der texanische Senator und demokratische Fraktionsvorsitzende Lyndon B. Johnson zum US-Vizepräsidenten gewählt. Johnson hatte 1960 selbst die demokratische Präsidentschaftskandidatur für sich beansprucht, wurde aber auf dem Parteitag zur Kandidatenkür nur Zweiter nach Kennedy. Um seine Wahlchancen zu erhöhen, entschied sich Kennedy seinen vormaligen Rivalen Johnson als Vizepräsidentschaftskandidaten mit ins Boot zu holen. Sowohl Johnsons Herkunft aus Texas, wo Kennedy als weniger populär galt, als auch seine größere politische Erfahrung (Johnson war neun Jahre älter als Kennedy) ließen ihn als attraktiven Running Mate erscheinen. Unter Johnsons Mitwirken im Wahlkampf 1960 gelang es Kennedy tatsächlich in einigen südlichen Staaten und vor allem dem bevölkerungsreichen Texas eine Stimmenmehrheit und damit die Wahlmänner dieser Staaten, für sich zu verbuchen. Folglich gewann Kennedy die Wahl mit einem knappen Ausgang.
Präsident John F. Kennedy plante sich bei der Wahl von 1964 für eine zweite Amtszeit zu bewerben. Auch sein Kontrahent von 1960 Richard Nixon wurde als Kandidat für die Republikanische Partei gehandelt. Im November 1963, genau ein Jahr vor der Wahl, reiste Kennedy gemeinsam mit seinem Stellvertreter Lyndon B. Johnson nach Texas um dort die Wahlkampagne 1964 zu eröffnen. Kennedy plante in Texas Spendengelder zu sammeln und dort seine geringe Beliebtheit (gerade wegen seiner liberalen Haltung gegenüber Farbigen) aufzubessern. Am 22. November 1963 jedoch wurde Kennedy bei einer Autofahrt durch Dallas erschossen. Der amerikanischen Verfassung entsprechend wurde Lyndon B. Johnson noch am selben Tag in Dallas an Bord der Air Force One zum Präsidenten vereidigt. Gemäß der Verfassung übernimmt beim Wegfall des Präsidenten der Vizepräsident das Präsidentenamt für die verbleibende Dauer der Amtsperiode, wird also nächster US-Präsident. Nach seiner Amtsübernahme machte sich Johnson daran, die von Kennedy angestrebten Reformbemühungen umzusetzen. Kennedy hatte es trotz seines Bemühens bislang nicht geschafft, die noch immer landesweit praktizierte Rassentrennung aufzuheben. Ein entsprechendes Gesetz wurde zwar im US-Kongress diskutiert, zum Zeitpunkt von Kennedys Ableben lag eine Verabschiedung jedoch noch in weiter Ferne. Der neue Präsident Johnson stellte jedoch bereits wenige Tage nach seinem Amtsantritt klar, dass unter seiner Führung die Rassentrennung aufgehoben werde und den Afroamerikanern gleiche Rechte eingeräumt werden müssen. Bereits hier trat eine deutliche Differenz zwischen Johnson und konservativen Politikern wie Barry Goldwater zu Tage. Goldwater hatte zwar nicht die Bürgerrechtsbewegung unter Martin Luther King (die Johnson unterstützte) an sich abgelehnt, jedoch verwahrte sich insbesondere der Zuständigkeit des Bundes. Unter dem starken Druck Johnsons auf die Senatoren und Abgeordneten gelang es ihm, den Civil Rights Act von 1964 zu verabschieden. Dieses historisch sehr bedeutende Gesetz, das von Johnson am 2. Juli 1964 unterzeichnet wurde, hob die landesweite Rassentrennung auf und räumte Schwarzen mehr Bürgerrechte ein. Der Präsident hatte damit sehr deutlich Stellung bezogen, woraufhin gemutmaßt wurde, die anstehende Präsidentschaftswahl könne ihn besonders in den konservativen Südstaaten, die gleiche Rechte für Afroamerikaner offen ablehnten, zahlreiche Stimmen kosten. Auch in weiteren sozialpolitischen Themen lagen die Positionen Johnsons und Goldwaters weit auseinander, so hatte Johnson mit zahlreichen Sozialprogrammen zur Beseitigung von Armut begonnen. Goldwater und weitere ähnlich gesinnte Politiker verunglimpften Johnsons Innenpolitik, die sich nach deren Auffassung zu sehr in die Angelegenheiten der Bundesstaaten und der Bevölkerung einmische.[2]
Außenpolitisch hatte Johnson den Kurs seines Vorgängers größtenteils beibehalten. Er stand in Zeiten des Kalten Krieges für eine friedliche Koexistenz mit der UdSSR. Im von Kennedy massiv vorangetriebenen US-Engagement in Südvietnam (das drohte durch den kommunistischen Norden übernommen zu werden) hatte bislang an der Strategie der militärischen Beratung des US-Verbündeten Südvietnam festgehalten. Der republikanische Präsidentschaftsanwärter Barry Goldwater kritisierte Johnson offen für seine „zu weiche“ Haltung in dem Konflikt, der allerdings in der amerikanischen Öffentlichkeit nicht besonders viele Menschen interessierte. Anfang August 1964, als der Wahlkampf begann an Intensität zu gewinnen, wurde im Golf von Tonkin innerhalb von zwei Tagen zwei bewaffnete Angriffe auf einen US-Aufklärungsschiff durch kommunistische Schnellboote gemeldet. Trotz der zum Teil unklaren Sachlage beim zweiten Vorfall (der heute nachweislich nicht stattfand, sondern eine Falschmeldung an den Präsidenten war) entschied sich Präsident Johnson zunächst zu einer begrenzten Vergeltungsaktion der US-Streitkräfte, indem er die Bombardierung aus der Luft auf militärische Ziele in Nordvietnam anordnete. Außerdem ersuchte er den Kongress um eine Resolution, die dem Präsidenten künftig das Recht einräumte, auf solche Vorfälle militärisch ohne weitere legislative Zustimmung zu antworten. Obwohl Johnson im Gegensatz zu Goldwater einen ausgeweiteten Krieg bislang ablehnte, sollten damit die Weichen für den Vietnamkrieg gestellt sein. Doch noch war der Konflikt in Südostasien nur ein Randthema des Wahlkampfes und der US-Außenpolitik. Dennoch wurde die sogenannte Tonkin-Resolution, die im Repräsentantenhaus ohne Gegenstimme und im Senat mit zwei Gegenstimmen angenommen wurde, auch als ein wahltaktisches Manöver Johnsons betrachtet, um zu demonstrieren, dass der Machthaber im Weißen Haus den Kongress „unter Kontrolle hatte“.[2]
[Bearbeiten] Kandidaten
[Bearbeiten] Demokraten
Folgende Personen ersuchten die Nominierung der Demokratischen Partei:
- Lyndon B. Johnson, Präsident der Vereinigten Staaten aus Texas
- George Wallace, Gouverneur von Alabama
-
Präsident Lyndon B. Johnson
-
Gouverneur von Alabama George Wallace
Bereits zu Beginn des Jahres galt die Nominierung des amtierenden Präsidenten Lyndon B. Johnson als sicher. Die Demokratische Partei sah sich mit dem seit November 1963 regierenden Staatsoberhaupt in der Tradition John F. Kennedys, dessen Name sich zwischenzeitlich zu einem Mythos entwickelt hatte. Johnson hatte das Reformprogramm seines Vorgängers fortgeführt und im Gegensatz zu diesem unter Beweis gestellt, dass er fähig war dieses Programm durch den Kongress zu bringen. Er stand innenpolitisch insbesondere für die Interessen des mittelständischen Bürgertums, der Arbeiterklasse und der armen Leute. Auch seine afroamerikanisch-freundliche Politik fand in vielen nördlichen Staaten innerhalb der Partei Zuspruch. Dennoch gab es auch konservative Stimmen, die insbesondere Johnsons Einsatz für Afroamerikaner kritisierten. Daher entschloss sich der konservative Gouverneur von Alabama, George Wallace, Johnson bei den parteiinternen Vorwahlen herauszufordern. Zwar konnte Wallace auch im Norden überraschend mehr Zuspruch finden als erwartet, dennoch war er dem Amtsinhaber landesweit deutlich unterlegen. In den wenigen Bundesstaaten die staatenweite Vorwahlen durchführten, konnten sich überwiegend regional bekannte Politiker durchsetzen, jedoch gelang es ihnen nicht ihre Zustimmung über die gesamten USA so auszubauen, dass sie Johnson hätten gefährlich werden können. Von den Primaries in 15 Bundesstaaten hatte Lyndon B. Johnson in sieben gewonnen, ohne dass er überhaupt Wahlkampf für sich betrieben hatte. Landesweit viele Stimmen hatte lediglich Pat Brown, der kalifornische Gouverneur, auf sich vereinigen können. Brown ersuchte jedoch nicht die Nominierung seiner Partei zum Kandidaten. Es wurde trotzdem spekuliert, ob Johnson Brown zum Vizepräsidentschaftskandidaten erklären würde.[3][4]
Im Vorfeld des Nominierungsparteitages wurde von einigen Politikern der Partei eine mögliche Kandidatur Robert F. Kennedys als Vizepräsident ins Gespräch gebracht. Auch die US-Medien mutmaßten, der jüngere Bruder John F. Kennedys und amtierende Justizminister im Kabinett Johnson könne Running Mate Präsident Johnsons werden. Allerdings hielt sich Johnsons Begeisterung für Robert Kennedy als künftigen Stellvertreter in Grenzen, denn beide trennte eine gegenseitige Abneigung seitdem Kennedy vier Jahre zuvor versucht hatte Johnson von einer Vizekandidatur an der Seite seines Bruders abzuhalten. Robert Kennedy hingegen hatte durchaus Ambitionen auf dieses Amt, um möglicherweise selbst für das Präsidentenamt zu kandidieren wenn Johnson seine politische Laufbahn beenden würde. Vor dem Parteitag hingegen verkündete Johnson überraschend, dass kein Mitglied seines Kabinetts für den Vizeposten in Frage käme, womit Kennedy auch sein Ausscheiden als Justizminister verband. Er entschied sich stattdessen für eine Kandidatur zum Senator im Bundesstaat New York, was auch Präsident Johnson unterstützte. In seinen Memoiren schrieb Johnson später, er habe einen Mitkandidaten aus dem Mittleren Westen auswählen wollen, um sich aus diesem Landesteil viele Stimmen zu sichern. Insbesondere in den ländlich geprägten Gebieten des Mittleren Westens wurde Goldwater im Vorfeld der Wahl als stark angesehen.[5]
Seine Entscheidung für die Vizepräsidentschaftskandidatur verkündete Johnson jedoch erst mit Beginn des Parteitages (Democratic National Convention), der zwischen dem 24. und 27. August in Atlantic City in der Boardwalk Hall stattfand. Bereits im Vorfeld hatte George Wallace wegen mangelnder Unterstützung seine Kampagne eingestellt. Am 27. August, dem 56. Geburtstag Johnsons, wurde der Amtsinhaber per Akklamation einstimmig für die Wiederwahl zum Präsidenten nominiert. Als Kandidaten für das Amt des Vizepräsidenten wählte er den liberalen Senator Hubert H. Humphrey aus Minnesota.[3]
[Bearbeiten] Republikaner
Um die Nominierung der Republikanischen Partei bemühten sich folgende Personen:
- John W. Byrnes, Abgeordneter im Repräsentantenhaus aus Wisconsin
- Hiram Fong, Senator aus Hawaii
- Barry Goldwater, Senator aus Arizona
- Henry Cabot Lodge Jr., ehemaliger Senator aus Massachusetts und Vizepräsidentschaftskandidat 1960
- Nelson Rockefeller, Gouverneur von New York
- Margaret Chase Smith, Senatorin aus Maine
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Senator Barry Goldwater
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Gouverneur von New York Nelson Rockefeller
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Senatorin Margaret Chase Smith
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Senator Hiram Fong
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Ex-Senator Henry Cabot Lodge Jr.
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Abgeordneter John W. Byrnes
Die Republikanische Partei war bereits zu Beginn des Jahres mit Beginn der Vorwahlen (Primary) in zwei Lager gespalten: Ein liberaler Flügel gemäßigter Politiker und einen konservativen Flügel, der insbesondere der afroamerikanischen Bürgerrechtsbewegung misstrauisch gegenüberstand. Liberale Strömungen der Partei wurden von New Yorks Gouverneur Nelson Rockefeller angeführt, während die konservativen Kräfte die Kandidatur des Senators Barry Goldwater aus Arizona vorantrieben. Sowohl Rockefeller als auch Goldwater hatten sich bereits 1960 um die Spitzenkandidatur ihrer Partei bemüht, waren damals aber an Richard Nixon, dem amtierenden Vizepräsidenten der scheidenden Eisenhower-Regierung, klar gescheitert. Nixon, der 1960 in einer knappen Entscheidung John F. Kennedy unterlag galt in der US-Öffentlichkeit lange Zeit als potentieller Kandidat für die Präsidentschaft 1964 obwohl er nach der Niederlage bei der kalifornischen Gouverneurswahl 1962 das Ende seiner politischen Laufbahn bekannt gab. In der Öffentlichkeit dementierte Nixon 1963 wiederholt eine Teilnahme an der Wahl von 1964. Dennoch galt Nixon in den Medien als möglicher Kandidat, insbesondere da er keinem der beiden Flügel klar zuzurechnen war und als moderat galt.
Nachdem bereits 1963 Mutmaßungen über eine Wahlteilnahme aufkamen verkündete Barry Goldwater am 3. Januar 1964 seine Kandidatur für die Republikanische Partei. Insbesondere in konservativen Kreisen des Südens als auch zum Teil im Mittleren Westen unterstützten die Kandidatur Goldwaters, da er sich für massive Steuersenkungen und Interessen der Großunternehmen engagierte. Obwohl sich noch einige weitere Kandidaten um die Nominierung der Republikanischen Partei bewarben, kristallisierte sich New Yorks Gouverneur Nelson Rockefeller rasch als schärfster Rivale Goldwaters heraus.[6] Alle anderen Bewerber galten eher als Außenseiter und waren daher nicht in der Lage mehr als eine der 16 Vorwahlen zu gewinnen. Lediglich Henry Cabot Lodge Jr. gelang es überraschend in New Hampshire die erste Primary zu gewinnen. Auch in New Jersey und Massachusetts gelang Lodge der Sieg über Rockefeller und Goldwater, bis er sich dazu entschied aus dem Rennen auszusteigen. In Folge gelang es Goldwater mehrere Vorwahlen deutlich zu gewinnen, darunter in Texas, Illinois und Indiana. Während dessen konnte Rockefeller die Vorwahlen in West Virginia und Oregon für sich entscheiden. Rockefeller hatte darüber hinaus einige lokale Caucus-Vorwahlen in Staaten ohne Primaries gewonnen, mehrheitlich im Nordosten der Vereinigten Staaten, der im Gegensatz zu ländlicheren Staaten als liberal galt und somit Rockefeller gegenüber Goldwater bevorzugte. Den übrigen Kandidaten gelang es nicht ihre Unterstützung überregional auszubauen, sodass ihre Nominierung bereits im Frühjahr 1964 ausgeschlossen wurden. In einigen Staaten wurden, wie auch bei der Demokratischen Partei, lokale Persönlichkeiten auf die Wahlzettel eingetragen und hatten in ihrem jeweiligen Staat auch eine Vorwahl gewonnen, allerdings gelang auch hier keinem überregional Zustimmung in der Republikanischen Partei zu finden.
Die entscheidende Wende der republikanischen Vorwahlen brachte der Staat Kalifornien. Gouverneur Rockefeller konnte die Umfragen im Westküstenstaat zwar zunächst anführen, verlor dann aber rasch an Boden gegen Goldwater. Am 2. Juni 1964 entschied Goldwater die kalifornische Vorwahl mit hauchdünnen Vorsprung für sich, insbesondere da er auch lokalen republikanischen Kräften vor Ort unterstützt wurde.[7] Er vereinte dort 51 Prozent der Stimmen auf sich, für Rockefeller sprachen sich 49 Prozent aus. Goldwater sicherte sich damit die 86 Parteitagsdelegierten die der Bundesstaat zu vergeben hatte und brachte nach dem Vorwahlsieg in Texas de facto eine Mehrheit auf dem republikanischen Nominierungsparteitag zu Stande. Als hauptsächliche Ursache für Rockefellers Niederlage in den Vorwahlen wird weniger mit seinen politischen Ansichten begründet, sondern insbesondere mit seiner Scheidung und raschen Wiederheirat mit einer 15 Jahre jüngeren Frau im Jahr zuvor.[8]
Der Republikanische Nominierungsparteitag (Republican National Convention) fand von 13. bis zum 16. Juli 1964 in San Francisco, Kalifornien statt. Goldwater erreichte eine klare Mehrheit: 883 der 1.308 Delegierten hatten sich für ihn ausgesprochen, Rockefeller erhielt lediglich 114 Stimmen. Die restlichen Voten verteilten sich größtenteils auf Kandidaten, die nicht aktiv an den Vorwahlen teilgenommen hatten und lediglich regionale Vorwahlsiege verbuchen konnten. In seiner Parteitagsrede sprach Goldwater davon dass Extremismus keine Schande bei der Verteidigung der Freiheit sei, was insbesondere von liberalen und gemäßigteren Kräften der Partei in weniger gutem Licht gesehen wurde. Einige Beobachter sahen dies bereits als Befürchtung an, Goldwater könne die Wahl verlieren. Für Unmut sorgte auch, dass der Parteitag von Protesten der Bürgerrechtsbewegung begleitet wurde, da insbesondere Afroamerikaner Goldwaters Haltung zur Aufhebung der Rassentrennung kritisierten.[9][10]
Als Vizepräsidentschaftskandidaten wählte Goldwater den wenig bekannten William E. Miller aus, der dem republikanischen Nationalkomitee vorsaß und Abgeordneter im Repräsentantenhaus war.
[Bearbeiten] Weitere Parteien
Kandidaten kleinerer Parteien waren Eric Hass von der Socialist Labor Party, Clifton DeBerry von der Socialist Workers Party, E. Harold Munn von der Prohibition Party und John Kasper von der National States' Rights Party. Sie alle hatten mit dem Wahlausgang nichts zu tun.
[Bearbeiten] Die Wahl
Die eigentliche Wahl fand am 3. November 1964 statt. Präsident Johnson, der knapp ein Jahr als Nachfolger des ermordeten John F. Kennedy im Amt war, konnte durch verschiedene Gesichtspunkte die Wähler für sich gewinnen: Er verkündete das Programm der Great Society (Große Gesellschaft), welches sehr umfassende Reformen im Sozialwesen und den Bürgerrechten vorsah. Obwohl Johnson erst ein Jahr im Amt war, verabschiedete er bereits neben Steuererleichterungen den Civil Rights Act von 1964, eine der bedeutendsten Gesetzgebungen der USA welche die öffentliche Rassentrennung fortan verbot und den Afroamerikanern verfassungsrechtliche Gleichberechtigung zusprach. Zudem hatte Johnson damit begonnen, Schritte in die Wege zu leiten, die den Kampf gegen die zunehmende Armut einleiteten. Er schaffte es auch, seinen Konkurrenten Goldwater als einen Extremisten darzustellen, der die Nation in einen Atomkrieg führen könnte. Besonders intensiv setzte der demokratische Amtsinhaber auf Werbespots im Fernsehen, in denen ein Mädchen auf einer Blumenwiese zu sehen war und später eine nukleare Explosion stattfand. Dieser Werbespot sollte zum Ausdruck bringen, was geschehen würde, wenn Goldwater das Präsidentenamt übernehmen würde. Präsident Johnson hingegen würde jedoch laut des Spots in der Lage sein, den Frieden auch in Zeiten des Kalten Krieges zu erhalten und die komplexen Zusammenhänge der Weltpolitik zu verstehen. Aufgrund dieser Faktoren gewann Johnson die Wahl überaus souverän. Seine Wiederwahl war der höchste Sieg, den die Demokraten im Verhältnis der abgegebenen Wählerstimmen je erringen konnten, sowie der höchste jemals erreichte, seit das Zweiparteiensystem in heutiger Form in den USA existiert. Der amtierende Präsident erhielt 61,1 Prozent aller abgegebenen Stimmen sowie eine sehr deutliche Mehrheit der Wahlmänner. Trotzdem stellt diese Wahl die Abkehr von Teilen des Südens von der Demokratischen Partei und Johnsons rassenfreundlicher Politik dar. Während das ganze restliche Land demokratisch stimmte, gewannen hier die Republikaner, mit Ausnahme von Johnsons Heimatstaat Texas. Dies war vor allem mit den Rassenproblemen des Südens verbunden. Viele Teile der Bevölkerung in den Südstaaten waren gegen das Bürgerrechtsgesetz des Präsidenten, der sich deutlich auf die Seite der Schwarzen stellte. Er erhielt bei der Wahl rund 95 Prozent der afroamerikanischen Stimmen. Dies übertraf sogar deutlich den Wert von John F. Kennedy (rund 60 Prozent) vier Jahre zuvor, obwohl auch dieser für die Gleichberechtigung der Schwarzen eingetreten war.[11][12][13]
Die Gründe für Goldwaters so deutliche Niederlage werden von Historikern in mehreren Punkten gesehen: Einerseits stand die Nation noch immer den dem Schock des Mordanschlages auf John F. Kennedy, der sich seit seinem Tod zu einer Art Ikone entwickelt hatte, sowie dem innenpolitischen Kurs Lyndon B. Johnsons, der eher darauf abzuzielen schien, mehr Gerechtigkeit und Solidarität in der Gesellschaft zu schaffen. Anderseits konnte sich Johnson nicht nur als würdiger Fortführer der Kennedy-Politik präsentieren, er schien auch außenpolitisch eher in der Lage den Weltfrieden in Zeiten des Ost-West-Konflikts zu wahren.
[Bearbeiten] Ergebnis
| Kandidat | Partei | Stimmen | Wahlmänner | |
|---|---|---|---|---|
| Anzahl | Prozent | |||
| Lyndon B. Johnson | Demokrat | 43.127.041 | 61,1% | 486 |
| Barry Goldwater | Republikaner | 27.175.754 | 38,5% | 52 |
| Andere | 336.489 | 0,4% | 0 | |
| Gesamt | 70.639.284 | 100% | 538 | |
270 Stimmen waren für die Wahl zum Präsidenten notwendig.
Seit der Wahl im Jahr 1936 hatte kein Präsident einen solch großen Vorsprung an Wahlmännerstimmen gehabt, es war die höchste Zustimmung, die ein Präsident seit 1820 je im Popular Vote erhalten hatte. Im Englischen spricht man daher auch von einem landslide victory (Erdrutschsieg). Am größten war Johnsons Zustimmung bei den Arbeitern und den Schwarzen. Jedoch hatten sogar viele Geschäftsleute und Wohlhabende für den Amtsinhaber gestimmt.
[Bearbeiten] Besonderheiten
Zum ersten Mal durfte auch die Hauptstadt Washington D.C. (kein Bundesstaat) an der Präsidentenwahl teilnehmen.
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ mit.edu: United States Presidential Elections
- ↑ a b Robert Dallek: Lyndon B. Johnson: Portrait of a President. Oxford University Press, ISBN 0-19-515921-7 S.175ff
- ↑ a b AmericanPresident.org (Miller Center of Public Affairs): Campaigns and Eelections of Lyndon B. Johnson
- ↑ Robert Dallek: Lyndon B. Johnson: Portrait of a President. Oxford University Press, ISBN 0-19-515921-7 S.171ff
- ↑ Lyndon B. Johnson: Meine Jahre im Weißen Haus. Präger Verlag ISBN 3-7796-8020-3 S. 95ff.
- ↑ The Nevada Daily Mail: Rockfeller challanges Goldwater
- ↑ The Descret News: California GOP endorses Goldwater
- ↑ The Palm Beach Post: Barry got the Delegates
- ↑ Fernsehbeitrag 1964 – The Conventions
- ↑ Smithsonian.com: 1964 Republican Convention: Revolution From the Right
- ↑ Phoenix Fernsehbeitrag: Wahl von Lyndon B. Johnson
- ↑ Robert Dallek: Lyndon B. Johnson: Portrait of a President. Oxford University Press, ISBN 0-19-515921-7 S.180/81
- ↑ HistoryCentral.com United States Presidential Election 1964
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