Prabowo Subianto

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Probawo eröffnet das Pencak Silat SEA Games tournament (2011)

Prabowo Subianto Djojohadikusumo (* 17. Oktober 1951 in Jakarta) ist ein ehemaliger General der indonesischen Armee TNI und Schwiegersohn des langjährigen Präsidenten Suharto. Bis zu seiner Entlassung im Mai 1998 nach Suhartos Rücktritt war er einer der mächtigsten Militärmachthaber in Indonesien und in dieser Rolle verantwortlich für diverse Menschenrechtsverletzungen während der Suharto-Diktatur.[1]

Leben[Bearbeiten]

Der Vater Sumitro Djojohadikusumo, ein Professor für Wirtschaft, musste 1957 nach einer missglückten Revolte aus dem Land fliehen, die trotz der Unterstützung des US-amerikanischen Geheimdienstes CIA fehlgeschlagen war. Prabowo verbrachte seine Kindheit in Singapur, Kuala Lumpur, in der Schweiz und in Großbritannien, bis die Familie 1968 nach Indonesien zurückkehrte.

Prabowo Subianto schloss 1974 die Militärschule ab und ging zwei Jahre später zu der Eliteeinheit Tim Nanggala X nach Osttimor, die zu den Kopassandha-Truppen gehörte (später Kopassus). Das erste Spezialtraining erhielt er 1980 in Fort Bragg (USA) und etwa 1981 in Westdeutschland mit Angehörigen der GSG9.

Probawo in Osttimor

Die Tochter von Suharto, Siti Hediati Harijadi, mit Spitzname „Titiek“, heiratete Prabowo Subianto 1983, und damit war Prabowo fest in das Machtnetz der Herrschenden eingebunden. Im selben Jahr übernahm er die Führung einer KOPASSUS-Einheit in Osttimor. Er gründete die Tim Alfa-Miliz in Lospalos und beteiligte sich im August 1983 an einem Massaker in Kraras, einer Vergeltungsaktion an Dorfbewohnern nach einem Überfall der FALINTIL, bei dem 16 indonesische Soldaten starben. Bei der Vergeltungsaktion starben fast 300 Menschen. Zudem kam es zu Folterungen und Vergewaltigungen. Die Bewohner der Nachbarorte wurden zwangsumgesiedelt.

Nach einem weiteren Trainingsausflug 1985 nach Fort Benning im US-Bundesstaat Georgia hielt sich Prabowo wieder verstärkt in Osttimor auf. In den späten 1980ern kommandierte er das Bataillon 328 des strategischen Heereskommandos Kostrad, neben Kopassus eines der beiden Machtzentren der indonesischen Armee und gründete 1989 die paramilitärische Miliz Gada Paksi. Nur Tage vor dem Santa-Cruz-Massaker (über 500 Menschen starben, bzw. verschwanden spurlos) im November 1991 wurde Prabowo in der osttimoresischen Hauptstadt Dili gesehen, um Sjafrie Syamsuddin zu besuchen, mit dem er zusammen die Militärschule Akabri besuchte. Beide Militärs gelten als mögliche Hintermänner des Massakers.

Acht Jahre später wechselte Prabowo Subianto wieder zu Kopassus und kommandierte ab 1993 die Gruppe III in Batujajar bei Bandung, die für Trainingsaufgaben zuständig ist. In den folgenden zwei Jahren war er Stellvertreter bei der Sondereinheit und ab Dezember 1995, nach der Neustrukturierung von Kopassus, als Brigade-General dessen Oberbefehlshaber, bis er im März 1998 an die Spitze der KOSTRAD-Brigaden wechselte und damit eine der wichtigsten Positionen der TNI innehatte.

Prabowo Subianto


Nach den Unruhen im Mai 1998 in der indonesischen Hauptstadt Jakarta, die schließlich zum Abgang von Präsident Suharto führten, entließ der Verteidigungsminister Wiranto General Prabowo am 25. Mai des Jahres. Mitglieder der Kopassus-Truppen, die Prabowo treu waren, hatten entscheidenden Anteil an den Unruhen in Jakarta. Sie entführten und ermordeten Anhänger der Demokratiebewegung. Prabowo verließ zwischenzeitlich das Land und ging zu seinem Bruder nach Jordanien.

2008 gründete er die Partei Gerindra (Partai Gerakan Indonesia Raya – „Partei der Bewegung Großes Indonesien“), die bei den Parlamentswahlen am 9. April 2009 etwa 4,3 Prozent der Stimmen erhielt. Ende des Monats wurde Prabowo von Megawati Sukarnoputris Partei PDI-P als Vize-Präsidentschaftskandidat ausgewählt.

Prabowo betrachtet den türkischen Staatsgründer und Militär Mustafa Kemal Atatürk als sein Vorbild.[2] Ende 2011 kündigte Prabowo an, bei den Präsidentschaftswahlen 2014 anzutreten.[3]. Hierbei unterlag er mit 46,85 % seinem Konkurrenten Joko Widodo von der PDI-P.[4]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Prabowo Subianto – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. https://www.wsws.org/de/articles/1998/05/kog-m27.html
  2.  T. Friend: Indonesian Destinies. Harvard University Press, 2003, ISBN 0-674-01137-6, S. 323.
  3. http://english.kompas.com/read/2011/11/22/10510072/Prabowo.Runs.for.President
  4. Andy Budimann: Große Herausforderungen für Joko Widodo. DW.de, 22. August 2014.