Praden

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Praden
Wappen von Praden
Basisdaten
Staat: Schweiz
Kanton: Graubünden (GR)
Bezirk: Plessurw
Kreis: Churwalden
Gemeinde: Tschiertschen-Pradeni2
Postleitzahl: 7063
Koordinaten: 763501 / 18819246.8247869.5816281161Koordinaten: 46° 49′ 29″ N, 9° 34′ 54″ O; CH1903: 763501 / 188192
Höhe: 1'161 m ü. M.
Fläche: 6.40 km²
Einwohner: 106 (31. Dezember 2007)
Einwohnerdichte: 17 Einw. pro km²
Website: www.praden.ch
Praden

Praden

Karte
Praden (Schweiz)
Praden
ww
Gemeindestand vor der Fusion am 31. Dezember 2008

Praden (rätoromanisch  Prada?/i) war bis zum 31. Dezember 2008 eine politische Gemeinde im Kreis Churwalden, Bezirk Plessur des Kantons Graubünden in der Schweiz.

Per 1. Januar 2009 fusionierte Praden mit der Gemeinde Tschiertschen zur neuen Gemeinde Tschiertschen-Praden.

Wappen[Bearbeiten]

Beschreibung: Gespalten von Gold und Blau, in Gold pfahlgestellte blaue Keule, in Blau sechsstrahliger goldener Stern. Die Keule verweist auf die frühere Zugehörigkeit zum Gericht Langwies, der Stern auf den Kreis Churwalden. Farben des Zehngerichtenbundes.

Geographie[Bearbeiten]

Die ehemalige Gemeinde liegt 5 km (Luftlinie) südöstlich von Chur auf der linken Talseite des Schanfiggs. Das Territorium erstreckte sich südlich der tief eingeschnittenen Plessur (rund 700 m), die auf 4 km Länge zwischen den Mündungen von Pajüeltobel und Steinbachtobel die Gemeindegrenze bildet, am Nordhang des Gürgaletsch. Zwischen dessen Gipfel und dem Joch, das als Saumweg ins Churwaldner Tal hinüber führt, wurde der mit 2075 m höchste Punkt erreicht. Das Dorf Praden, etwa 400 m über dem Flusslauf am Hang gelegen, besteht aus dem westlichen Teil Ausserpraden (1135 m ü. M.) und dem östlichen Teil Innerpraden (1161 m), die durch das Sagentobel getrennt sind.

Vom gesamten ehemaligen Gemeindegebiet von 642 ha sind 436 ha von Wald und Gehölz bedeckt. Immerhin 168 ha können landwirtschaftlich genutzt werden (vorwiegend Maiensässe). Nebst 31 ha unproduktiver Fläche – meist Gebirge – gibt es noch 7 ha Siedlungsfläche.

Nachbargemeinden waren Churwalden, Maladers, Calfreisen, Castiel, Lüen und Tschiertschen.

Geschichte[Bearbeiten]

Der 1157 als Pradis (Name von lateinisch pratum, «Wiese») erwähnte Ort wurde um 1300 von Walsern aus Langwies dauerhaft besiedelt. Folgerichtig gehörte Praden in den Drei Bünden als Nachbarschaft zum Gericht Langwies des Zehngerichtenbundes und kam erst 1851 zu Churwalden, als die heutigen Kreise geschaffen wurden.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Jahr 1850 1900 1950 1980 200 2005
Einwohnerzahl 144 131 98 51 101 114

Von den 113 Bewohnern waren 106 Schweizer Staatsangehörige (Stand: Ende 2004).

Wirtschaft und Verkehr[Bearbeiten]

Inner Praden, Häuserzeile an der Tschiertscherstrasse

Früher lebten die Pradner fast ausschliesslich von der Landwirtschaft, wobei die klimatischen Bedingungen neben der dominierenden Viehzucht auch Acker- und Obstbau erlaubten. Nachdem die Einwohnerzahl seit über hundert Jahren rückläufig war, konnte das Dorf in den 1980er Jahren den Trend umkehren. Seither hat es sich zu einer beliebten Wohngemeinde im Einzugsbereich der Kantonshauptstadt entwickelt. Am touristischen Aufschwung der Umgebung (Arosa, Lenzerheide, Tschiertschen) hat Praden kaum Anteil; der Ort selbst bietet nur 21 Arbeitsplätze (Stand 2000–01).

Durch Praden verläuft die Tschiertscherstrasse. Das Dorf ist durch die Postautolinie Chur–Tschiertschen ans Netz des öffentlichen Verkehrs angeschlossen.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Unter Denkmalschutz steht die reformierte Dorfkirche.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Aus Praden stammte der Architekt Meinrad Lorenz, der viele Bahnbauten der Rhätischen Bahn prägte, die vor dem Ersten Weltkrieg gebaut wurden. Ebenfalls in Praden aufgewachsen ist Oliver Fuchs, der ehemalige Unterhaltungschef beim Zweiten Deutschen Fernsehen (ZDF).[1]

Galerie[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Die Gemeinden des Kantons Graubünden. Chur/Zürich, 2003. ISBN 3-7253-0741-5.
  • Peter Masüger: Vom Alträtoromanischen zum "Tschalfiggerisch", in: Terra Grischuna, 48. Jahrgang, Heft 1, Terra Grischuna Verlag, Chur 1990, ISSN 1011-5196.
  • Christian Patt: Schanfigger Wörter - Eine Ergänzung zum Davoser Wörterbuch, Verlag Walservereinigung Graubünden, Chur 1986.
  • Dr. C. Fischer: Land und Leute im Tale Schanfigg, Manatschal Ebner & Cie., Chur 1905.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Aroser Zeitung vom 8. November 2013, S. 17.

Weblinks[Bearbeiten]