Prager Frieden (1866)

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Der Prager Frieden ist ein am 23. August 1866 (im Hotel Zum blauen Stern)[1] geschlossener Friedensvertrag zwischen Preußen einerseits und dem Kaisertum Österreich andererseits, der zusammen mit anderen Abkommen Preußens mit süd- und mitteldeutschen Staaten den Deutschen Krieg beendete.[2] Die bereits im Vorfrieden von Nikolsburg am 26. Juli 1866 getroffenen Vereinbarungen einer Neuordnung der deutschen Staatenwelt unter Ausschluss Österreichs wurden damit manifestiert.[3] Inzwischen waren die süddeutschen Staaten Bayern (22. August), Württemberg (13. August) und Baden (17. August 1866) im Rahmen von Friedensverträgen mit Preußen dem Vertrag von Nikolsburg beigetreten.

Die österreichische Regierung erkannte die endgültige Auflösung des Deutschen Bundes an und musste einer neuen Gestaltung Deutschlands ohne Beteiligung Österreichs zustimmen. Ebenso sagte es zu, das engere Bundes-Verhältnis anzuerkennen, das Preußen nördlich von der Linie des Mains begründen wird und erklärte sich damit einverstanden, dass die südlich von dieser Linie gelegenen deutschen Staaten einen Bund bilden, der eine „nationale Verbindung“ mit dem Norddeutschen Bund eingehen wird und der eine internationale unabhängige Existenz haben wird. Otto von Bismarck nahm die Mainlinie als Grenze für den preußischen Einfluss vor allem mit Rücksicht auf die Forderungen des französischen Kaisers Napoleon III. hin. Allerdings wurde diese Linie zeitgleich mit den Friedensschlüssen durch den Abschluss geheimer Schutz- und Trutzbündnisse mit Baden, Württemberg, Bayern und Hessen-Darmstadt (3. September) überschritten.

An Italien hatte Österreich das Königreich Lombardo-Venetien abzutreten. Ferner verzichtete Österreich zugunsten Preußens auf seine Rechte an Schleswig und Holstein. Auf Intervention Napoleons III. stellte Artikel 5 des Vertrages der Bevölkerung Nordschleswigs eine Volksabstimmung über einen möglichen Anschluss an Dänemark in Aussicht (Preußen und Österreich annullierten jedoch die Klausel 1878 einvernehmlich).

Preußen sagte zu, den Territorialbestand des Königreichs Sachsen in seinem bisherigen Umfang bestehen zu lassen. Die Habsburgermonarchie musste im Prager Frieden gegenüber Preußen keine territorialen Einbußen hinnehmen und die Höhe der Reparationen fiel mit 20 Millionen Talern gering aus. Bismarcks Politik zielte auf eine strategische Aussöhnung Preußens mit Österreich, um seine eigene Südgrenze langfristig abzusichern, was aber erst nach der Gründung des Deutschen Reichs 1871 endgültig gelang.

Die bereits im Nikolsburger Vorfrieden vorgesehene Vereinigung der süddeutschen Staaten zum sogenannten Südbund (auch: Süddeutscher Bund) fand in den Regierungen Badens und Württembergs keine ernsthafte Unterstützung. Da der neu berufene bayerische Ministerpräsident Chlodwig zu Hohenlohe-Schillingsfürst eher „kleindeutsch“ gesinnt war (auch gegen innerbayerische Widerstände) und keine Vormachtstellung Bayerns in Süddeutschland anstrebte, scheiterte diese Konzeption. Die unabhängigkeitsbezogene Vertragsklausel blieb angesichts des weiteren Ausbaus der von Bismarck betriebenen angliedernden Integration (z. B. die Schaffung des Zollparlaments) Makulatur. Das Werben Österreichs um seine Verbündeten von 1866 verlief erfolglos.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. (Bildunterschrift:) Ein schwindender historischer Bau in Prag. (…). In: Wiener Bilder, Nr. 7/1928, (XXXIII. Jahrgang), 12. Februar 1928, S. 5, unten rechts. (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/wrb.
  2. Zum Inhalt vergleiche den Artikel Friede von Prag in: Konferenzen und Verträge. Vertrags-Ploetz. Handbuch der geschichtlich bedeutsamen Zusammenkünfte und Vereinbarungen. Teil II. 1493–1952. Bearbeitet von Helmuth Rönnefahrt. Bielefeld: A. G. Ploetz Verlag, 1953, S. 179 f.
  3. Vergleiche zu Inhalt und historischer Relevanz des Friedens den Lexikonartikel von Günter Cordes: Prag. Friede von. In: Gerhard Taddey (Hg.): Lexikon der deutschen Geschichte. Personen. Ereignisse. Institutionen. Stuttgart: Alfred Kröner Verlag, 1977, S. 956

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