praline (Zeitschrift)

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praline
Praline Zeitschrift.svg
Beschreibung Erotik-Zeitschrift
Verlag GLM Kft.
Erstausgabe 1954
Erscheinungsweise wöchentlich
Verkaufte Auflage
(IVW Q3/2005)
66.000 Exemplare
Chefredakteur Wolfgang König
Weblink praline.de (Zu Bauer)
ISSN 0032-6828

praline ist eine vom ungarischen Verlag GLM [1] publizierte wöchentlich erscheinende Erotik-Zeitschrift. Die Zeitschrift erscheint jeweils donnerstags zu einem Preis von 2,50 Euro. Von 1954 bis 2006 gehörte die Zeitschrift zur Bauer Verlagsgruppe. Der Titel wird seit dem 12. Oktober (Ausgabe 42/2006) vom deutschen Verleger Robert Gabor, Chef des Verlages GLM, nahtlos weiterproduziert [2]. Weitere Publikationen von GLM sind u.a. „Oho“, „ER“ [3], „Genial obszön“, „Frech und Frivol“, „40 plus“ und weitere.[4] Das Copyright für den gesamten Inhalt liegt bei der Bauer-Tochter Inter Publish GmbH, Rastatt. Die Webseite praline.de gehört zur Verlagsgruppe Bauer.

Inhalte[Bearbeiten]

Inhaltlich beschäftigt sich das bilderreiche Boulevardblatt mit Sex und Erotik. Titelbeiträge lauten beispielsweise „Tabulose Paare verraten. Die geilsten Orgasmus-Tricks“ (33/2006) oder „Hier sexeln die Deutschen am schärfsten“ (29/2006). Auf Fotografien sind primäre Geschlechtsmerkmale retuschiert und sexuelle Handlungen nur angedeutet.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Blatt wurde 1954 als Unterhaltungszeitschrift mit dem Schwerpunkt Reisen auf den Markt gebracht (für Heim und Mode, Reise und Unterhaltung) „als Billigantwort auf die illustrierten Dickschiffe Quick, Stern und Revue“.[5]

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1975 erreichte die praline über eine Million Verkaufsexemplare.[6] Nach der Wendezeit 1990 wurde die Zeitschrift vor allem im Osten Deutschlands gelesen. Die fallende Auflage stieg noch einmal von 704.833 Exemplaren (IV/1990) um 37,1 % auf 965.562 Exemplare (I/1991).[7] Mitte der 1990er Jahre hatte das Blatt jedoch nur noch eine wöchentliche Auflage von etwa 431.000 Exemplaren, die bis zum Jahr 2000 weiter auf etwa 200.000 Exemplare fiel.

2001 erschien die Zeitschrift nach der Ausgliederung wegen Imageproblemen bei der Bauertochter Inter Publish GmbH in Rastatt. Die Redaktion Intermedia Content KG befand sich wie Bauer jedoch weiterhin in Hamburg.[8]

Seit 2003 wurde der angeschlagene Zeitschriftentitel nicht mehr von der Bauer-eigenen Rubin KG in Hamburg produziert,[9] in der die etwa 30 Beschäftigten weder Tarifverträge noch einen Betriebsrat besaßen.[10]

Im Herbst 2005 erreichte das Blatt nur noch 66.464 Käufer wöchentlich. Nach dem dritten Quartal 2005 meldete Bauer praline und die Titel das neue Wochenend und Blitz-Illu bereits bei der Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern e.V. ab.[11] Nach dem Einbruch der Leserzahl beschloss Bauer, das Blatt Anfang Oktober 2006 einzustellen.[12] Am 29. September wurde jedoch vom Verlagsunion Zeitschriftenbetrieb, einer Bauertochter, und nicht dem neuen Verleger, bekanntgegeben [13], dass der Titel ab dem 12. Oktober 2006 vom ungarischen Verlag GLM weitergeführt werde.[2]

Mitarbeiter[Bearbeiten]

Die FDP-Politikerin und Europaabgeordnete Silvana Koch-Mehrin widmete sich seit 2004 in einer Kolumne des Blattes jede Woche einer Leserfrage zur EU.[14] In einem Interview mit dem Berliner Tagesspiegel sagte sie zu ihrer Mitarbeit: „Alle Deutschen, die älter als achtzehn sind, haben das Wahlrecht. Es ist für die Politik deshalb wichtig, alle Schichten der Gesellschaft anzusprechen. Nicht alle schauen Sender wie Phoenix, wie die Einschaltquoten zeigen“.[15] Zuvor hatte bereits der FDP-Politiker Dirk Niebel die Kolumne „Mit Niebel und Praline raus aus der Arbeitslosigkeit“ gestartet, was auf Widerspruch in der FDP-Fraktion stieß.[16] Bauer richtete Niebel vor der Bundestagswahl 2005 die Webseite www.raus-aus-der-arbeitslosigkeit.de ein („Arbeitslos? Wir helfen Ihnen! Eine Initiative der praline“).[17][18]

Zu den ständigen Mitarbeitern gehören 2006 Lotto King Karl und Isabel Golden (Venus Award 2002).

Trivia[Bearbeiten]

Bei der Zerschlagung von KirchMedia 2002 lehnte der Medienunternehmer Haim Saban einen vom bayrischen Wirtschaftsminister Otto Wiesheu angeregten Kauf durch ihn und seinen Konkurrenten Bauer ab. Seine Begründung lautete, Sexheftchen wie praline oder Wochenend seien nicht sein Niveau.[19]

Webseite[Bearbeiten]

Die Webseite praline Interaktiv ist nach Angaben der Bauer Media KG die „erfolgreichste Erotik-Site Deutschlands“.[20] - mit 1,2 Millionen Nutzer im Juli 2006 [21] In den Jahren 2000 und 2001 gehörte die Seite (2001: 11,9 Millionen Visits, 41,18 Millionen Seitenaufrufe) zu den fünf meistbesuchten deutschen Webauftritten.[22] Die Leser der Printausgabe sind nicht zuletzt durch Heftwerbung zu dieser und ähnlichen kostenpflichtigen und einträglichen Webseiten von Bauer ins Internet migriert.[23][24] Bauer ist durch seine 100%ige Tochter Inter Content KG in Deutschland einer der größten Anbieter von Pornografie im deutschsprachigen Teil des Internets.[25]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. GLM Lapkiadó Kft. (GLM Verlag Ltd.)
  2. a b Neuer Verleger für Praline, Werben & Verkaufen, 29. September 2006
  3. http://www.er-magazin.com
  4. Titelschutz (PDF; 115 kB) für LOOK, AWA, BOMBA, MACHO, DOLLY, OIHH, 6 GIRLS, COVER GIRLS
  5. Uli Schulte-Doeinghaus, Wolfgang Fuerstner: Dem Zeitgeist auf den Fersen Zeitschriften, Werben und Verkaufen, Vol.24, S.132, 16. Juni 2000
  6. Andreas Vogel: Daten zum Markt und zur Konzentration der Publikumspresse in Deutschland im I. Quartal 2002, Publikumszeitschriften: Dominanz der Großverlage gestiegen, media perspektiven 9/2002.
  7. www.pz-online.de, Auflagen der Publikumszeitschriften (IVW)
  8. Intermedia Content KG
  9. PRALINE und WOCHENEND werden künftig auch außer Haus erstellt, verdi-verlage.de 24. März 2003
  10. DJV protestiert gegen Auflösung von Bauer-Tochter Rubin KG, Deutscher Journalisten-Verband, Pressemitteilung 3. April 2003.
  11. Bauer stellt Sexblätter auf den Prüfstand, werben & verkaufen, 4. September 2006.
  12. Sexzeitschrift „praline“ wird eingestellt, Focusonline 3. September 2006
  13. praline und „Raus aus der Arbeitslosigkeit“ – es geht weiter!, Pressemeldung, verlagsunion.de
  14. In der praline erklärt eine Europaabgeordnete die EU, europa-einfach.de, September 2004; u.a. Link zu einer Kolumne, PDF
  15. Koch-Mehrin ist Kolumnistin bei „Praline“, Tagesspiegel, 6. Oktober 2004
  16. Die Welt, 3. Mai 2004 und Praline Blog
  17. Bauer und die FDP - engagiert gegen Arbeitslosigkeit?, Informationen der Fachgruppe Verlage und Agenturen über die Bauer Verlagspruppe, August 2005
  18. www.raus-aus-der-arbeitslosigkeit.de Eine Initiative der Praline (Siehe auch Google-Cache [1])
  19. Hans-Jürgen Jakobs, Saban und Bauer liefern sich Kopf-an-Kopf-Rennen, Süddeutsche Zeitung, 8. März 2003, S. 22.
  20. praline.de, VPM Online (Pabel-Moewig Verlag)
  21. Bauer stellt Magazin „Praline“ ein, Handelsblatt, 5. September 2006
  22. Online-Reichweiten: Das Sommertief zieht ab, w&v, 9. August 2001
  23. Sex allein zieht nicht mehr. Aus für „Praline“ – Bauer arbeitet an neuen Titeln, Tagesspiegel, 5. September 2006
  24. Thomas Forster: Mehr als scharfe Bilder Erotik-Sites boomen ohne Werbung. Die Auflagen der Erotik-Blaetter dagegen haben Schwindsucht., Werben & Verkaufen, 11. August 2000, Vol.32, S.72
  25. Seitensprung. Der protestantische Verleger Heinz Bauer ist einer der größten Porno-Anbieter im Netz, Süddeutsche Zeitung, 14. Juni 2002, S.19