Prato (Toskana)

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Prato
Wappen
Prato (Italien)
Prato
Staat: Italien
Region: Toskana
Provinz: Prato (PO)
Koordinaten: 43° 53′ N, 11° 6′ O43.8811.09833333333365Koordinaten: 43° 52′ 48″ N, 11° 5′ 54″ O
Höhe: 65 m s.l.m.
Fläche: 97 km²
Einwohner: 187.159 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 1.929 Einw./km²
Postleitzahl: 59100
Vorwahl: 0574
ISTAT-Nummer: 100005
Volksbezeichnung: Pratesi
Schutzpatron: Santo Stefano (26. Dezember)
Website: Prato

Prato ist eine Stadt in der italienischen Region Toskana. Sie hat 187.159 Einwohner (Stand 31. Dezember 2012) und ist Hauptstadt der Provinz Prato.

Lage und Daten[Bearbeiten]

Prato liegt 20 km nordwestlich von Florenz am Fluss Bisenzio. Durch das westliche Gemeindegebiet fließt zudem der Fluss Ombrone Pistoiese.

Die Nachbargemeinden sind: Agliana (PT), Calenzano (FI), Campi Bisenzio (FI), Carmignano, Montemurlo, Poggio a Caiano, Quarrata (PT) und Vaiano.

Die Ortsteile (Frazioni) sind in fünf Verwaltungseinheiten (Circoscrizioni) eingeteilt:

  • Circoscrizione Nord (Nord): Cerreto, Chiesanuova, Coiano, Figline di Prato, Galcetello, Galceti, Gli Abatoni, I Ciliani, Le Fornaci, Le Lastre, Le Sacca, San Martino, Santa Lucia, Villa Fiorita
  • Circoscrizione Sud (Süd): Cafaggio, Casale, Castelnuovo, Campostino, Fontanelle, Grignano, Il Ferro, Iolo, Le Badie, Le Caserane, Le Colombaie, Le Fonti, Paperino, Ponte alle Vanne, Popolino, Purgatorio, San Giorgio a Colonica, San Giusto, Santa Maria a Colonica, Sant’Andrea, Tavola, Tobbiana
  • Circoscrizione Est (Ost): Canneto, Carteano, Cavagliano, Filettole, Gonfienti, Il Cantiere, I Lecci, Il Palco, La Castellina, La Macine, La Pietà, La Querce, Mezzana, Pizzidimonte, Ponzano, Sacra Famiglia, Santa Cristina a Pimonte, Santa Gonda
  • Circoscrizione Ovest (West): Borgonuovo, Capezzana, Galciana, Il Calice, Il Guado, La Dogaia, Le Pantanelle, Maliseti, Mazzone, Narnali, San Paolo, Sant’Ippolito, Vergaio, Viaccia
  • Circoscrizione Centro (Zentrum): Il Pino, Il Soccorso, Reggiana

Geschichte[Bearbeiten]

Kaiserliches Kastell
Dom von Prato


Prato war wahrscheinlich bereits von den Etruskern besiedelt. Es wird jedoch erstmals im 10. Jahrhundert urkundlich erwähnt und entwickelt sich zu einem bedeutenden Woll-Emporium. Der bekannteste Fernhändler und Wollproduzent des Spätmittelalters ist Francesco Datini, der 1410 das größte Kaufmannsarchiv des Mittelalters hinterließ.

Das „Lumpenzentrum Europas“, ein wichtiges Einwanderungsgebiet für Italiener aus dem Süden, wuchs seit Mitte des 19. Jahrhunderts zu einer florierenden Industriestadt (160.000 Einwohner) mit Schwerpunkt im Bereich der Stoffherstellung heran.

Das historische Zentrum blieb in seinen mittelalterlichen Mauern in Form eines unregelmäßigen Sechsecks erhalten und zeigt, wie reich die Stadt schon damals war: Paläste und Kirchen sowie ein in seiner Form für Nord- und Mittelitalien einmaliges Kastell.

Fast das gesamte historische Zentrum ist bereits seit vielen Jahren Fußgängerzone. Sie macht aus Prato auch eine Einkaufstadt vor allem für modische Textilien.

Seit Ende der 1950er Jahre hat die Stadt erhebliche Einwanderung erlebt, zunächst aus Süditalien, dann aus anderen Ländern. Erwähnenswert ist eine große chinesische Gemeinschaft, die seit den späten 1980er Jahren in Prato lebt.[2]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Santa Maria delle Carceri
Palazzo Pretorio
Brücke über den Fluss Bisenzio

Viele Gebäude, vor allem diejenigen, die im Mittelalter erbaut wurden, zeichnen sich durch die Verwendung von charakteristischen lokalen Baustoffen aus. Hauptsächlich wurden dabei zwei verschiedenfarbige Marmorarten verwendet, die in ähnlicher Form auch bei florentiner Bauwerken Verwendung fanden. Es handelt sich dabei um den weißen Alberese und den grünen Serpentino aus Monteferrato.

Kirchen[Bearbeiten]

  • Der Dom von Prato, dem Heiligen Stephanus geweiht, ist die Kathedrale des Bistums Prato und seit 1996 Basilica minor. Im Innern befindet sich der Freskenzyklus Szenen aus dem Leben der Hl. Stephanus und Johannes des Täufers 1452–1457 von Filippo Lippi.
  • Die Kirche Santa Maria delle Carceri ist ebenfalls eine Basilica minor (seit 1939).
  • Santa Maria del Giglio
  • Santa Maria della Pietà
  • Santa Maria del Soccorso
  • Santa Cristina a Pimonte
  • Sant’Agostino
  • San Domenico
  • San Francesco
  • San Fabiano
  • San Niccolò
  • Spirito Santo
  • Santi Caterina de' Ricci e Vincenzo Ferrer ist seit 1947 eine Basilica minor.

Palazzi und Villen[Bearbeiten]

  • Palazzo Pretorio
  • Palazzo Comunale
  • Palazzo Datini
  • Collegio Cicognini
  • Palazzo Vai
  • Palazzo Banci Buonamici
  • Palazzo degli Alberti
  • Villa Il Palco

Andere Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Castello dell’Imperatore
  • Bekannte Sehenswürdigkeit der Umgebung ist die Medici-Villa von Poggio a Caiano.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Prato unterhält Städtepartnerschaften mit

Wirtschaft[Bearbeiten]

Von 200.000 Einwohnern sind 50.000 Chinesen, nicht gezählt sind mehrere Zehntausende illegale Chinesen, die Prato zur drittgrößten Stadt Mittelitaliens anwachsen ließen.[3] 5000 chinesische Betriebe sind gemeldet.[3] Bei einer Gewerbeanmeldung wird der Wohnsitz der Eigentümerin nicht überprüft. Enrico Rossi, der Präsident der Region Toskana, möchte die Sklaverei beenden und sagt dass „nirgendwo in Mittel- und Norditalien und vielleicht sogar nirgendwo in Europa mehr schwarzgearbeitet wird“[3] In der Stadt hat sich ein Chinatown gebildet.[3] Per Money Transfer werden täglich bis 1,5 Mio. Euro nach China überwiesen.

Textilindustrie[Bearbeiten]

Viele italienische Stofffabriken gingen im globalen Wettbewerb bankrott und vermieten nun ihre Werkshallen an einen der um die 3.700 chinesischen Betriebe, die den Ruf haben, schnell zu produzieren. Viele der chinesischen Arbeiter wohnen auf Zwischendecken die in den Werkshallen eingezogen wurden. Die Arbeiter werden nach Stückzahlen bezahlt und verdienen bei bis zu 18 Stunden Arbeit am Tag bis zu 4.000 Euro im Monat. Am 1. Dezember 2013 starben 7 Chinesen als „Teresa Moda“, eine der vielen Textilfabriken im Industriegebiet Macrolotto im Süden von Prato, abbrannte und die Gegebenheiten in die Schlagzeilen brachte.[3]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

In Prato geborene Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Prato – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2012.
  2. http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-48753359.html
  3. a b c d e Conrad Lay: ILLEGALE TEXTILFABRIKEN – Bangladesch in der Toskana, Deutschlandfunk „Hintergrund“ vom 1. März 2014