Pratt & Whitney R-4360

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Pratt & Whitney R-4360 Wasp Major
Wasp engine.jpg
Pratt & Whitney R-4360
Typ: Sternmotor
Entwurfsland: Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten
Hersteller: Pratt & Whitney
Produktionszeit: 1945 bis 1955
Stückzahl: 18.679
Die Hawaii Mars mit vier Sternmotoren Pratt & Whitney R-4360

Der US-amerikanische Pratt & Whitney R-4360 Wasp Major war einer der größten Flugzeug-Sternmotoren, die während des Zweiten Weltkrieges entwickelt und gebaut wurden. Sein Hubraum betrug 71,25 Liter oder 4.360 Kubikzoll; daher die Typenbezeichnung. Er ist der letzte der P & W-„Wasp“-Serie und der Höhepunkt der Kolbenmotorenentwicklung von Pratt & Whitney, kam aber erst nach dem Ende des Krieges zum Einbau. Dann trieb er die letzte Generation von großen Propellerflugzeugen an, bevor die Strahltriebwerke zum Einsatz kamen.

Der R-4360 war ein vierreihiger luftgekühlter Sternmotor mit 28 Zylindern, wobei jede Ebene zur besseren Kühlluftversorgung der einzelnen Zylinderreihen leicht versetzt angeordnet war. Es handelte sich also nicht um einen Reihensternmotor, sondern um einen Mehrfachsternmotor. Ein mit sechsfacher Kurbelwellendrehzahl laufender Kompressor sorgte für die Aufladung der Ansaugluft, während ein 2:1-Getriebe die Propellerdrehzahl reduzierte, um die Blattspitzen nicht mit Überschallgeschwindigkeit laufen zu lassen.

Die vier 7-Sterne waren um jeweils 12,857° versetzt angeordnet, so dass die hinteren Zylinderebenen zwischen den vorderen hindurchschauten und jeweils einen möglichst effektiven Luftstrom zur Kühlung abbekamen. Seine einteilige, fünffach gelagerte Kurbelwelle besaß vier Kröpfungen, die nacheinander um jeweils 192,857...° versetzt waren – die Hubzapfenversatzwinkel betrugen also 0° (1. Hubzapfen), 192,857° (2. Hubzapfen), 25,714° (3. Hubzapfen) und 218,571° (4. Hubzapfen). Dadurch wurde eine gleichmäßige Zündfolge gewährleistet (pro 25,714° Kurbelwellenumdrehung eine Zündung). Für einen ruhigen Lauf wurden die oszillierenden Massen an den Hubzapfen jeweils durch zwei feste und zwei bifilare Gegengewichte ausgeglichen. Als zweiventiliger Motor besaß der Wasp Major insgesamt 28 Einlass- und 28 Auslassventile, die stoßstangengesteuert waren. Die Zündung übernahmen zwei Zündkerzen pro Zylinder.

Die ersten Baureihen entwickelten knapp 2210 kW (3000 PS) Startleistung, während sie gegen Ende der Bauzeit bereits 3160 kW (4300 PS) abgeben konnten. Das immense Gewicht von 1580 bis 1755 kg täuscht darüber hinweg, dass es sich um sehr effiziente Triebwerke mit einem geringen Leistungsgewicht handelte, wie es von nur wenigen Motoren erreicht wurde.

Dieser Motorentyp wurde von 1944 bis 1955 in einer Gesamtanzahl von 18.679 Stück produziert. Sie waren ursprünglich für die Boeing B-29 Superfortress geplant, allerdings wurden diese bei Einsatz der R-4360 dann in B-50 umbenannt. Die R-4360 trieben auch die Convair B-36, die Fairchild C-119 Flying Boxcar, die Hughes H-4, die Boeing 377 sowie eine ganze Reihe weiterer Flugzeuge an. Im letzten noch im Dienst befindlichen Löschflugbooten Martin JRM Mars kommen sie nach wie vor zum regulären Einsatz.

Das Triebwerk hatte aufgrund seines Aussehens auch den Spitznamen „corn cob“ (Maiskolben). Einziges weiteres Beispiel eines solchen Vierfachsternmotors ist der sowjetische Schwezow ASch-2K, der ebenfalls 28 Zylinder und Luftkühlung besitzt.

Technische Daten[Bearbeiten]

  • Typ: luftgekühlter 28-Zylinder-Vierfachsternmotor (4-Takt) mit Aufladung
  • Hub: 152 mm
  • Bohrung: 146 mm
  • Hubraum: 71,25 Liter
  • Verdichtung: 6,7:1
  • Leistung: 3160 kW (4300 PS) bei 2700/min
  • Maximaldrehzahl: 2800/min
  • Masse: 1755 kg
  • Durchmesser: 1,397 m
  • Länge: 2,451 m
  • spezifische Leistung: 44,4 kW/l
  • Leistungsgewicht: 0,56 kg/kW
  • spezifischer Verbrauch: 265 g/kWh

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Pratt & Whitney R-4360 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien