Pratteln

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Pratteln
Wappen von Pratteln
Staat: Schweiz
Kanton: Basel-Landschaft (BL)
Bezirk: Liestalw
BFS-Nr.: 2831i1f3f4
Postleitzahl: 4133
UN/LOCODE: CH ATT
Koordinaten: 619296 / 26296047.51717.6948296Koordinaten: 47° 31′ 2″ N, 7° 41′ 41″ O; CH1903: 619296 / 262960
Höhe: 296 m ü. M.
Fläche: 10.70 km²
Einwohner: i15'282 (31. Dezember 2012)[1]
Einwohnerdichte: 1428 Einw. pro km²
Website: www.pratteln.ch
Industriequartier im Westen von Pratteln

Industriequartier im Westen von Pratteln

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Pratteln (Schweizerdeutsch: Brattele [ˈbʀɑˑtələ]) ist eine politische Gemeinde im Bezirk Liestal des Kantons Basel-Landschaft in der Schweiz.

Geographie[Bearbeiten]

Pratteln liegt auf 298 m ü. M., begrenzt im Norden durch den Rhein und im Süden durch das Gempenplateau und den Adlerberg. Zur Gemeinde gehören auch das Industriegebiet Schweizerhalle und ein Teil des grossen Rangierbahnhofes Muttenz. Nachbargemeinden von Pratteln sind Augst, Füllinsdorf, Frenkendorf, Muttenz, das solothurnische Gempen sowie auf der nördlichen Rheinseite das deutsche Grenzach-Wyhlen.

  • Fläche: 1'070 ha, davon 42 % Siedlungen, 29 % Landwirtschaft, 28 % Wald, 1 % unproduktive Fläche.

Geschichte[Bearbeiten]

Reformierte Dorfkirche

Pratteln wurde schon sehr früh besiedelt und man fand Überreste aus der Jungsteinzeit und der Eisenzeit, beispielsweise keltische Grabhügel, Grundmauern von römischen Gutshöfen und Grabfunde aus dem Frühmittelalter.

Der Ortsname Pratteln stammt aus dem frühgalloromanischen *pradello, einer Verkleinerungsform zu lat. pratum "Wiese".

Aus der heutigen deutschen Form des Namens ohne eingetretene Zweite Lautverschiebung (es wäre *Pfrasseln zu erwarten) kann man erschliessen, dass der Ort lange Zeit eine romanische Sprachinsel inmitten der einwandernden Alemannen gebildet hat und der Sprachwechsel erst im 7. oder im 8. Jahrhundert stattgefunden haben muss.

1103 erscheint erstmals der Name Brattelo als Hof des Klosters St. Alban in Basel und 1250 fand die Kirche von Bratelle in einem Basler Dokument Erwähnung. Während fast 200 Jahren war Pratteln im Besitz der Familie Eptinger. Beim grossen Basler Erdbeben von 1356 wurden die Burgen der Eptinger auf Madeln und im Dorf zerstört. 1476 erhielt das Dorf vom deutschen Kaiser Friedrich III. eine immerwährende Steuerfreiheit und das Recht, jährlich vom 1. bis 3. Oktober einen Markt abzuhalten.

1521 wurde der Eptingerbesitz an die Stadt Basel verkauft und Pratteln wurde eidgenössisch.

Während der kantonalen Trennungswirren am 3. August 1833 wurde das Dorf von den Basel-Städtern teilweise zerstört, und Pratteln wechselte zum Halbkanton Basel-Landschaft über. Zeugen der Zerstörung sind die dreistöckig wiederaufgebauten Bauernhäuser an der Hauptstrasse gegenüber dem Hotel Engel und im Ausserdorf. Am 7. Juni 1837 startete die Soleförderung der Saline Schweizerhalle, und damit begann für das Dorf die Industrialisierung.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung

Innerhalb eines schwarzen Bordes in Gold ein rechts liegender rotbezungter und rotbewehrter schwarzer Adler

Der Adler stammt aus dem Wappen der Eptinger, den ehemaligen Schloss- und Dorfbesitzern.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Pratteln im Dreiländereck

Pratteln ist ein typischer Vorort von Basel. Viel Industrie hat sich angesiedelt, jedoch ist die Gemeinde im Dorfkern und auch im südlichen Teil sehr darum bemüht, als Wohngemeinde mit hoher Lebensqualität zu gelten. Sie zählt mit ihren gut 15'000 Einwohnern bereits als Kleinstadt und hat, insbesondere in den plattenbauartigen Quartieren Längi und Rankacker, eine der grössten Ausländerraten im ganzen Kanton Baselland.

Pratteln hat einen Autobahnanschluss an die A2 Richtung Basel (Deutschland / Frankreich) und Mittelland (Luzern, Gotthard, Zürich, Bern). Durch Pratteln führen die SBB-Linien Basel–Olten und Basel–Zürich; es halten jedoch fast ausschliesslich S-Bahn-Züge der Linien S1 und S3. Zudem verkehrt die Tramlinie 14 von Basel nach Pratteln. 2004 wurde der Bahnhof behindertengerecht ausgebaut und modernisiert sowie die Anzahl der Schliessfächer erhöht. Auf den Fahrplanwechsel im Dezember 2008 erhielt Pratteln mit Pratteln Salina Raurica eine weitere S-Bahn-Haltestelle.

Auf dem Gemeindegebiet von Pratteln befindet sich auch die Hardwasser AG. Ein traditionsreiches Unternehmen in Pratteln war das Stahlbau-Unternehmen Albert Buss & Cie. auf dem Gelände des heutigen Buss-Industrieparks.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Alte Bohrtürme der Rheinsaline, zurückreichend bis 1837
  • Alte Pfarrkirche, welche den Kern der ältesten Siedlung bildet, 1250 erstmals urkundlich erwähnt wurde und auf romanischen Fundamenten ruht. Rund um die Kirche streben die Gassen sternförmig auseinander.
  • Bürgerhaus, Dorfmuseum in Bauernhaus aus dem 16. Jahrhundert.
  • Joerin Gut, Basler Landgut aus dem 18. Jahrhundert.
  • Schloss Pratteln, ehemaliges Weiherschloss von 1275.
  • Autobahnraststätte Pratteln, im Stil der 1970er Jahre als Autobahnbrücke ausgeführt

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Pratteln – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Schweiz – STAT-TAB: Ständige und Nichtständige Wohnbevölkerung nach Region, Geschlecht, Nationalität und Alter (Ständige Wohnbevölkerung)