Praxagoras von Athen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Praxagoras war ein spätantiker Historiker, der im frühen 4. Jahrhundert n. Chr. lebte.

Praxagoras war Heide und stammte aus Athen. Er war sehr wahrscheinlich ein Mitglied der aristokratischen Oberschicht und hatte eine dementsprechende Bildung genossen.[1] Er schrieb dem Exzerpt des byzantinischen Gelehrten Photios zufolge,[2] dem wir die meisten Informationen über Praxagoras verdanken, mit 22 Jahren eine Biographie über Kaiser Konstantin den Großen in zwei Büchern, verfasst im ionisch-griechischen Dialekt. Hier taucht wohl auch zum ersten Mal der Beiname „der Große“ auf.[3] Praxagoras pries den Kaiser panegyrisch. So schrieb er Photios zufolge:

...daß der Kaiser Konstantin durch all seine Tüchtigkeit, seine charakterliche Vollkommenheit und sein ganzes Glück alle vor ihm herrschenden Kaiser in den Schatten gestellt hat.[4]

Das Werk endete anscheinend mit Konstantins Alleinherrschaft (324) und ist wohl von späteren Historikern benutzt worden (eventuell auch von Eusebius von Caesarea). Überliefert sind nur wenige Fragmente,[5] die auf der Zusammenfassung des Photios beruhen.

Von Praxagoras’ beiden anderen historischen Abhandlungen, einer Geschichte der Könige von Athen in zwei und über Alexander den Großen in sechs Büchern, ist nichts überliefert. Rowland Smith hat aber die These aufgestellt, dass die Alexandergeschichte des Praxagoras womöglich von Julian, der ein Bewunderer Alexanders war, gelesen worden ist.

Literatur [Bearbeiten]

  • Bruno Bleckmann: Zwischen Panegyrik und Geschichtsschreibung. Praxagoras und seine Vorgänger. In: Martin Zimmermann (Hrsg.): Geschichtsschreibung und politischer Wandel im 3. Jh. n. Chr. Stuttgart 1999, S. 203–228.
  • Rowland Smith: A Lost Historian of Alexander „Descended from Alexander“, and Read by Julian? Praxagoras of Athens Reviewed in the Light of Attic Epigraphy. In: Historia. Band 56, 2007, S. 356–380.

Anmerkungen [Bearbeiten]

  1. Vgl. Bleckmann, S. 211ff.
  2. Bibliotheke cod. 62
  3. Praxagoras 6 bei Photios, vgl. auch Bleckmann, S. 210.
  4. Praxagoras 8, Übersetzung nach Bleckmann, S. 210.
  5. Die Fragmente der griechischen Historiker Nr. 219.