Preding

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Dieser Artikel behandelt den Ort Preding im Bezirk Deutschlandsberg. Für Preding bei Weiz siehe Krottendorf (Steiermark).
Preding
Wappen von Preding
Preding (Österreich)
Preding
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Steiermark
Politischer Bezirk: Deutschlandsberg
Kfz-Kennzeichen: DL
Fläche: 18,23 km²
Koordinaten: 46° 51′ N, 15° 23′ O46.8515.383333333333335Koordinaten: 46° 51′ 0″ N, 15° 23′ 0″ O
Höhe: 335 m ü. A.
Einwohner: 1.687 (1. Jän. 2014)
Bevölkerungsdichte: 93 Einw. pro km²
Postleitzahlen: 8504, 8503
Vorwahl: +43 3185
Gemeindekennziffer: 6 03 24
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Preding 24
8504 Preding
Website: www.preding.eu
Politik
Bürgermeister: Adolf Meixner (SPÖ)
Gemeinderat: (2010)
(15 Mitglieder)
9
4
2
Von 15 Sitzen entfallen auf:
Lage der Marktgemeinde Preding im Bezirk Deutschlandsberg
Aibl Deutschlandsberg Eibiswald Frauental an der Laßnitz Freiland bei Deutschlandsberg Bad Gams Garanas Georgsberg Greisdorf Gressenberg Groß Sankt Florian Großradl Gundersdorf Kloster Hollenegg Lannach Limberg bei Wies Marhof Osterwitz Pitschgau Pölfing-Brunn Preding Rassach Sankt Josef Sankt Martin im Sulmtal Sankt Oswald ob Eibiswald Sankt Peter im Sulmtal Sankt Stefan ob Stainz Schwanberg Soboth Stainz Stainztal Stallhof Sulmeck-Greith Trahütten Unterbergla Wernersdorf Wettmannstätten Wielfresen Wies SteiermarkLage der Gemeinde Preding im Bezirk Deutschlandsberg (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Preding ist eine Marktgemeinde mit 1687 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2014) in der Steiermark und liegt etwa 30 km südwestlich von Graz.

Geografie[Bearbeiten]

Die Marktgemeinde Preding liegt eingebettet von Hügeln in der Weststeiermark.

Katastralgemeinden und Ortschaften[Bearbeiten]

Katastralgemeinden sind: Preding, Tobis und Wieselsdorf.
Ortschaften (Einwohner lt. Volkszählung vom 15. Mai 2001) sind: Klein-Preding (104), Preding (746), Tobis (381), Tobisberg (87) und Wieselsdorf (324).

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Jänner 1952 wurde die frühere Gemeinde Tobis eingemeindet.[1] Mit 1. Jänner 1969 wurden auch Wieselsdorf und der südliche, zur Pfarre Preding gehörende Teil der Katastralgemeinde Tobisegg der Gemeinde Sankt Josef (Weststeiermark) eingemeindet.[2]

Von der steiermärkischen Gemeindestrukturreform, die bis 2015 die Zahl der Gemeinden im Bezirk Deutschlandsberg von 40 auf 15 verringern soll, wird die Gemeinde nicht betroffen sein, eine Zusammenlegung mit anderen Gemeinden ist nicht geplant.[3] Allerdings wurden im Rahmen dieser Reform Wünsche geäußert, einen Teil des Gebietes der Gemeinde Stainztal statt der Gemeinde Stainz entsprechend der Pfarrzugehörigkeit der Gemeinde Preding anzuschließen.[4]

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Nachbargemeinden sind (alphabetisch): Hengsberg, St. Josef, St. Nikolai im Sausal, Stainztal, Wettmannstätten und Zwaring-Pöls.

Geschichte[Bearbeiten]

Während des Dreißigjährigen Krieges (1618–1648) existierte in Preding eine Art Konsortium von Fuhrleuten, das für die kaiserliche Armee benötigte Güter transportierte. Die daran beteiligten Fuhrunternehmer unternahmen Fahrten bis weit in das Gebiet des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation hinein.

Mit 1. Jänner 1928 wurden die Gemeinden Preding und Tobis von der Bezirksvertretung Wildon abgetrennt und zur Bezirksvertretung Deutschlandsberg zugewiesen.[5] Das betraf nicht einen Wechsel der Bezirkshauptmannschaft, sondern nur eine Umgliederung in der Organisation der Interessenvertretung auf Gemeindeebene, für welche Bezirksvertretungen damals eine Verwaltungsebene zwischen Gemeinden und Landtag bildeten.[6]

Während des nationalsozialistischen Juliputsches im Jahr 1934 wurde der Markt vollständig von den Nationalsozialisten beherrscht. Ihr Anführer, der in Mettersdorf wohnende Lehrer Kurt Chibidziura, ordnete im Namen der neuen nationalsozialistischen österreichischen Regierung an, die Häuser des Marktes zu beflaggen, ferner ließ er die Häuser von „Regierungsgegnern“ durchsuchen und Waffen beschlagnahmen sowie das katholische Vereinsheim konfiszieren. Die nationalsozialistische „Machtergreifung“ war im Markt besonders brutal und blutig abgelaufen. Zwei Gendarmen, die am Nachmittag des 25. Juli versucht hatten, die Besetzung des Postamtes zu verhindern, waren von Chibidziura mit der Pistole niedergeschossen und schwer verletzt worden. Am Abend desselben Tages erlitt die 66-jährige Besitzerin vulgoHuterer“ eine tödliche Verletzung durch einen Schuss, der in ihr Schlafzimmerfenster abgegeben worden war. Die Nationalsozialisten, deren Stärke am Höhepunkt der Erhebung hier mit bis zu 300 Personen angegeben wurde, beherrschten den Markt bis zum Eintreffen einer Einheit des Bundesheeres, die zur Befriedung des Bezirkes aufgeboten worden war. Doch während anderswo die Putischisten auf die Nachricht vom Eintreffen des Bundesheeres fluchtartig abzogen, lieferten sich jene von Preding vor ihrem Abzug am Nachmittag des 26. Juli sogar noch ein kurzes Feuergefecht mit diesem. Nach der Niederschlagung des Putsches wurden im Gebiet des Gendarmeriepostenrayons Preding 60 Personen wegen Beteiligung an diesem verhaftet, 15 weiteren, darunter auch Chibidziura, war die Flucht nach Jugoslawien geglückt. Eine Reihe von Predinger Putschisten wurden zu längeren Haftstrafen verurteilt.[7]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Preding hat einen verhältnismäßig großen Gewerbepark, der für die örtliche Infrastruktur sehr wichtig ist.

Für den Tourismus gibt es einige Fremdenpensionen, in denen auch Urlaub am Bauernhof und Reiturlaube angeboten werden.

In Preding arbeitet der letzte Seiler der Steiermark, Friedrich Teppernegg. Er zählt zu den letzten Seilermeistern in Österreich. Zu seinen Erzeugnissen gehören Naturfaserseile aus Hanf oder Sisal, Kunstfaserseile, Flechtleinen, Hebebänder, Rundschlingen, Gerüst- und Bindestricke, Verpackungskordeln, Wurstbindfäden, aber auch Bungy-Jumpingseile. Neben diese hochmodernen Gummiseilen werden auch Fischernetze, Fußballnetze usw. gefertigt.

Der Bahnhof Preding-Wieselsdorf ist Station der Wieserbahn der Graz-Köflacher Eisenbahn. Er ist auch Endstation der Stainzerbahn, deren kommerzieller Betrieb jedoch 1980 mit dem Abbau des Vierschienengleises eingestellt wurde. Seit 1999 gibt es jedoch wieder ein eigenes Parallelgleis bis in den Bahnhof. Die Koralmbahn fährt an Preding vorbei und hält in der Nachbargemeinde Wettmannstätten.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Die Einwohnerzahl von Preding lag seit dem 19. Jahrhundert bei etwa 1500 Personen und stieg ab den letzten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts an.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Preding

Der Bahnhof Preding-Wieselsdorf ist Endpunkt der Stainzerbahn, wo der „Flascherlzug“ für Nostalgiefahrten verkehrt.

An der Gemeindegrenze befindet sich in der Nachbargemeinde Wettmannstätten ein kleiner Tierpark.

Predinger Kürbisfest[Bearbeiten]

Das Predinger Kürbisfest ist das älteste Kürbisfest Europas. Auf der Internetseite www.preding.com kann man mehr über das Fest erfahren. Jedes Jahr wird ein sogenannter „Kürbisbürgermeister“ gewählt. Dabei sitzen die Anwärter um einen runden Tisch, auf dem eine große Schüssel Grießbrei („Woazkoch“) steht. In diese Schüssel wird dann ein darüber hängender Kürbis fallen gelassen und der- bzw. diejenige, die/der am meisten von diesem Brei abbekommt wird zum neuen „Kürbisbürgermeister“ ernannt.

Jedes Jahr wird auch ein Jugendkürbisbürgermeister gewählt. Das Kürbisfest findet jährlich Ende August oder im September statt, im Jahr 2013 vom 24. bis 25. August.

Zum internationalen Kürbisfest 2003 in der Brandenburger Gemeinde Kloster Lehnin entsandte Preding eine Delegation.

Heilige Rinn’[Bearbeiten]

Die „Heilige Rinn’ “ ist eine Quelle in einem Waldgebiet im Norden von Preding. Dem Wasser dieser Quelle werden besondere Kräfte nachgesagt, seit im 19. Jahrhundert ein fast blinder Holzknecht durch das Waschen seiner Augen mit diesem Wasser wieder besser zu sehen begonnen haben soll. Der Ort wurde in den Jahren 2001/02 restauriert und am 14. August 2006 durch den Pfarrer von Preding geweiht.[8]

Vereine[Bearbeiten]

Wichtige Kulturträger von Preding sind die Freiwillige Feuerwehr Preding, welche 1872 gegründet wurde; weiters die Marktmusikkapelle Preding, gegründet 1876; und die Landjugend Preding, gegründet am 24. Dezember 1950.

Weitere Vereine in Preding sind der Fußballklub, der Reit- und Fahrverein Preding, die Damenschuhplattlerinnen, Eisschützen und andere mehr.

Partnergemeinden[Bearbeiten]

Preding unterhält eine rege Partnerschaft mit den Gemeinden Venzone in Italien und Starše in Slowenien.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Gernot Peter Obersteiner: Marktgemeinde Preding. Preding 2002

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Preding – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Historische Landkarten[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Verordnung vom 31. Dezember 1951 betreffend die Vereinigung von Gemeinden, Landesgesetzblatt für die Steiermark vom 21. Jänner 1952, 1. Stück, Nr. 7. S. 5.
  2. Gesetz vom 3. Dezember 1968 über Gebietsänderungen von Gemeinden, Landesgesetzblatt für die Steiermark vom 27. Dezember 1968, 22. Stück, Nr. 164. S. 173–174.
  3. Steiermärkische Gemeindestrukturreform.
  4. Weststeirische Rundschau. Nr. 7, Jahrgang 2013 (15. Februar 2013), 86. Jahrgang, ZDB-ID 2303595-X. Simadruck Aigner u. Weisi, Deutschlandsberg 2013, S. 21.
  5. Gesetz vom 27. Juli 1927, Landesgesetzblatt für die Steiermark vom 17. Oktober 1927, 16. Stück, Nr. 54. S. 106.
  6. Gesetz vom 14. Juni 1866, Landesgesetz- und Verordnungsblatt für das Herzogthum Steiermark vom 12. September 1866, XV. Stück, Nr. 19. S. 55.
  7. Die bislang ausführlichste Abhandlung über die Kämpfe während des Juliputsches in Preding findet sich in Gerald M. Wolf: „Jetzt sind wir die Herren …“ Die NSDAP im Bezirk Deutschlandsberg und der Juli-Putsch 1934 (= Grazer zeitgeschichtliche Studien, Band 3) StudienVerlag, Innsbruck-Wien-Bozen 2008, Seiten 159–162, 183 (Totenliste), 186 und 188. ISBN 978-3-706540063.
  8. Weststeirische Rundschau. Unabhängige Wochenzeitung der Firma Simadruck für den Bezirk Deutschlandsberg. 82. Jahrgang, Nummer 1, 3. Jänner 2009. Seite 10.