Prefab Sprout

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Prefab Sprout
Allgemeine Informationen
Herkunft Newcastle, England
Genre(s) Rock, Pop
Gründung 1977
Gründungsmitglieder
Paddy McAloon (* 7. Juni 1957 in Newcastle)
Martin McAloon (* 4. Januar 1962)
Gesang
Wendy Smith (* 31. Mai 1963) (bis 1992)
Daniel James (1977 bis 1983)
Ehemalige Mitglieder
Schlagzeug
Michael Salmon (1983-1984)
Schlagzeug
Graham Lant (1984)
Schlagzeug
Neil Conti (* 12. Februar 1959 in London) (1984-1992)

Prefab Sprout ist eine britische Band aus Newcastle-upon-Tyne, England. Zurzeit ist Paddy McAloon das einzige Mitglied.

Geschichte[Bearbeiten]

Der in Newcastle geborene Gitarrist und Songwriter Paddy McAloon gründete die Band 1977 zusammen mit seinem Bruder Martin am Bass, Wendy Smith als weiblicher Gesangsstimme und Daniel James am Schlagzeug. McAloon gab als Inspiration für den Bandnamen den Song Jackson von Nancy Sinatra an, bei dem er die Textzeile „hotter than a pepper sprout“ (heißer als ein Paprikaspross) missverstanden habe. Prefab Sprout bedeutet im Deutschen etwa „Backfisch, weiblicher Teenager“. Bandbiograf Stewart Mason von Allmusic ist der Meinung, der Name sei lediglich eine Erfindung des heranwachsenden McAloon ohne tiefere Bedeutung.[1] Die Band machte sich in den Pubs von Newcastle einen Namen und produzierte nach Absagen der Schallplattenindustrie in Eigenregie 1982 die Single Lions in My Own Garden (Exit Someone), die bei Candle Records veröffentlicht wurde. Der Titel ist als Backronym die französische Stadt Limoges, an deren Universität eine Freundin McAloons studieren wollte.[1] James wurde am Schlagzeug durch Mick Salmon ersetzt.

Durch die Single wurde Keith Armstrong, ein Schallplattenverkäufer und Inhaber des in Newcastle beheimateten Musiklabels Kitchenware Records, bei dem später auch die Editors veröffentlichten, auf die Band aufmerksam und nahm sie unter Vertrag. Die Single wurde 1983 bei Kitchenware wiederveröffentlicht und erreichte die britische Independenthitparade. Auch die zweite Single The Devil Has All the Best Tunes konnte sich dort platzieren und machte das Schallplattenlabel CBS aufmerksam, welches Kitchenware einen Vertriebsvertrag anbot. Finanziell entsprechend ausgestattet nahmen Prefab Sprout weitere Singles und das Debütalbum Swoon auf, welches 1984 veröffentlicht wurde. Mit der Single Don’t Sing und dem Album erreichte die Band erstmals die britischen Single- und Albumcharts.[2] Ende 1984, nach der Veröffentlichung der Single When Love Breaks Down verließ Lant die Band und Neil Conti wurde neuer Schlagzeuger.

Das von Thomas Dolby produzierte zweite Album Steve McQueen brachte der Band neben Platz 14 der britischen Albumcharts[2] die erste Auszeichnung mit einer Goldenen Schallplatte des britischen Phonoverbandes BPI.[3] Die Witwe des Schauspielers Steve McQueen verhinderte die Veröffentlichung unter diesem Titel in den USA, so dass das Album dort als Two Wheels Good veröffentlicht wurde.[1] Es wurde der einzige Erfolg der Briten in den USA. 1985 wurden mit Faron Young und Appetite zwei weniger erfolgreiche Singles ausgekoppelt, denen 1986 noch Johnny Johnny folgte. Erneut von Dolby produziert wurde 1988 das Album From Langley Park to Memphis veröffentlicht, das Platz 5 der britischen Albumcharts erreichte[2] und eine weitere Goldenen Schallplatte nach sich zog.[3] Zu den Studiogästen auf dem Album zählten Pete Townshend und Stevie Wonder. 1989 folgte das Album Protest Songs, das bereits kurz nach der Aufnahme des Albums Steve McQueen entstanden war und 1990 das Album Jordan: The Comeback.

Erst mit der Single The Sound of Crying gelang Prefab Sprout 1992 die erste Chartnotierung in den deutschen Media-Control-Charts.[4] Die erste Albumnotierung in Deutschland konnte das 1997er-Album Andromeda Heights verbuchen.[5] Zu diesem Zeitpunkt bestand die Band formal nur noch aus Paddy McAloon und Martin McAloon.

Am 7. September 2009 wurde zum ersten Mal seit acht Jahren neues Material der Band angekündigt. Dabei wurde ein 1993 bereits fertig aufgenommenes Album, dessen Release aber zugunsten von Andromeda Heights verworfen wurde, im Originalzustand ohne weitere Bearbeitung der Songs unter dem ironischen Namen Let's Change the World with Music veröffentlicht.[6] Das Album wurde von Paddy McAoon allein veröffentlicht, somit ist die Band seit diesem Zeitpunkt ein Soloprojekt. Dies begründet er damit, dass er seit den 1990er Jahren an Tinnitus und einer Augenerkrankung leidet und deshalb nicht mehr mit anderen Musikern zusammen spielen kann. Er erklärte jedoch auch, dass die Band an sich noch bestehe.[7]

Im Oktober 2013 erschien das neunte Studioalbum Crimson/Red.[8] Es konnte die erste Chartplatzierung der Band in der Schweiz überhaupt erreichen.

Diskografie[Bearbeiten]

Studioalben[Bearbeiten]

Jahr Titel Chartplatzierungen[9] Anmerkungen
DE AT CH UK US
1984 Swoon 22
(7 Wo.)
Erstveröffentlichung: März 1984
1985 Steve McQueen /
Two Wheels Good (US-Titel)
21
(35 Wo.)
178[10]
(5 Wo.)
Erstveröffentlichung: Juni 1985
1988 From Langley Park to Memphis 5
(24 Wo.)
Erstveröffentlichung: 14. März 1988
1989 Protest Songs 18
(4 Wo.)
Erstveröffentlichung: Juni 1989
bereits 1985 aufgenommen, aufgrund des Erfolges von Steve McQueen aber erst 1989 veröffentlicht
1990 Jordan: The Comeback 7
(17 Wo.)
Erstveröffentlichung: August 1990
1997 Andromeda Heights 83
(4 Wo.)
7
(5 Wo.)
Erstveröffentlichung: Mai 1997
2001 The Gunman and Other Stories 74
(3 Wo.)
60
(1 Wo.)
Erstveröffentlichung: 2001
2009 Let's Change the World with Music 46
(2 Wo.)
39
(2 Wo.)
Erstveröffentlichung: 7. September 2009
bereits 1993 aufgenommen[6]
2013 Crimson/Red 42
(1 Wo.)
92
(1 Wo.)
15
(2 Wo.)
Erstveröffentlichung: 7. Oktober 2013
bereits zwischen 1997 und 2010 aufgenommen[11]

Kompilationen[Bearbeiten]

Jahr Titel Chartplatzierungen[9] Anmerkungen
DE AT CH UK US
1992 A Life of Surprises: The Best of Prefab Sprout 3
(13 Wo.)
Erstveröffentlichung: Juli 1992
1999 38 Carat Collection /
The Collection (US-Titel)
Erstveröffentlichung: Oktober 1999

Singles[Bearbeiten]

Jahr Titel Chartplatzierungen[9] Anmerkungen
DE AT CH UK US
1984 Don’t Sing
Swoon
62
(2 Wo.)
1985 Faron Young
Steve McQueen
74
(1 Wo.)
When Love Breaks Down
Steve McQueen
25
(10 Wo.)
1986 Johnny Johnny
Steve McQueen
64
(2 Wo.)
auf dem Album als "Goodbye Lucille #1" veröffentlicht
1988 Cars and Girls
From Langley Park to Memphis
44
(5 Wo.)
The King of Rock’n’Roll
From Langley Park to Memphis
7
(10 Wo.)
Hey Manhattan
From Langley Park to Memphis
72
(2 Wo.)
1990 Looking for Atlantis
Jordan: The Comeback
51
(3 Wo.)
We Let the Stars Go
Jordan: The Comeback
50
(3 Wo.)
1991 Jordan: The EP 35
(4 Wo.)
1991 The Sound of Crying
A Life of Surprises: The Best of Prefab Sprout
79
(4 Wo.)
23
(5 Wo.)
1992 If You Don’t Love Me
A Life of Surprises: The Best of Prefab Sprout
60
(7 Wo.)
33
(4 Wo.)
All the World Loves Lovers
A Life of Surprises: The Best of Prefab Sprout
61
(2 Wo.)
Life of Surprises
A Life of Surprises: The Best of Prefab Sprout
24
(4 Wo.)
1997 A Prisoner of the Past
Andromeda Heights
86
(9 Wo.)
30
(2 Wo.)
Electric Guitars
Andromeda Heights
53
(1 Wo.)

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Stewart Mason: Prefab Sprout – Music Biography, Credits and Discography. In: allmusic.com. Rovi Corp., abgerufen am 13. August 2012.
  2. a b c ChartArchive – Prefab Sprout. In: chartarchive.org. Abgerufen am 13. August 2012.
  3. a b Certified Awards Search. In: bpi.co.uk. Abgerufen am 13. August 2012 (Suchwort:Prefab Sprout).
  4. Prefab Sprout – Single-Chartverfolgung. In: musicline.de. Abgerufen am 13. August 2012.
  5. Prefab Sprout – Longplay-Chartverfolgung. In: musicline.de. Abgerufen am 13. August 2012.
  6. a b Kommentar zu Let's Change the World with Music bei De:Bug
  7. Interview mit Paddy McAloon vom 15. Oktober 2013, Die Welt
  8. Review von Crimson/Red von Caronline Sullivan für The Guardian, 3. Oktober 2013
  9. a b c Chartquellen: DE1 DE2 AT CH UK
  10. The Billboard Albums von Joel Whitburn, 6th Edition, Record Research 2006, ISBN 0-89820-166-7
  11. Interview mit Paddy McAloon, Die Zeit, 7. Oktober 2013