Première dame

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Die Première dame ist Ehe- oder Lebenspartner des amtierenden Staatspräsidenten der Französischen Republik.

In Frankreich ist die Position der Première Dame nirgendwo festgeschrieben. Sie findet weder Erwähnung in politischen Protokollen noch in der Verfassung der V. Republik. Offiziell hat sie als Gattin des Staatspräsidenten weder besondere Rechte noch Pflichten. Es gibt jedoch verschiedene Erwartungshaltungen in der öffentlichen Meinung gegenüber der ersten Frau im Staat, die oftmals auch als présidente betitelt wird. Im Laufe der Zeit ergaben sich verschiedene Funktionen, die einer Première Dame zugeschrieben werden. Meist agieren sie als Gastgeberinnen für Funktionäre, Staatsgäste usw. und sind in aller Regel auf sozialem Gebiet engagiert.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Bezeichnung Première Dame entstammt wohl den Medien und ist willkürlich entstanden in Bezug auf die Frau des Staatspräsidenten Vincent Auriol (Präsident von 1947 bis 1954 während der IV. Republik): Michelle Auriol.

Der Einfluss einer Première Dame auf ihren Ehemann ist sehr schwer belegbar. Angeblich nutzten Mesdames Loubet und Lebrun ihren Spielraum, um ihre Gatten dazu zu bewegen, das oberste Amt im Staat aufzugeben und keine Wiederwahl anzustreben. Germaine Deschanel, die sich nie um die politischen Geschäfte ihres Gatten gekümmert hatte, fälschte zeitweise seine Unterschrift und erledigte die Aktivitäten im Élysée-Palast allein, als sich Paul Deschanels (1855–1922) geistiger Zustand rapide verschlechterte. Élisabeth de Mac Mahon ließ ihr unliebsame Minister oder Funktionäre aus deren Ämtern entheben.

Die unterschiedlichen Auffassungen der Rolle einer Première Dame variieren also und sind abhängig von der Persönlichkeit der jeweiligen Frau. Abgesehen davon, dass die jeweilige Première Dame Gastgeberin ist und sich sozial engagiert, hat sich auch durchgesetzt, dass sie die französische Modewelt vertritt, dass sie zu bestimmten Anlässen anwesend ist und ihren Gatten auf Staatsbesuche ins Ausland begleiten soll. Sie hat eine Vorbildfunktion.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Delphine LeGuay: Femmes de Président. France-Empire, Paris 1995, ISBN 2-7048-0757-4.
  • Bertrand Meyer-Stabley: Les Dames de l'Elysée. Celles d'hier et de demain. Perrin, Paris 1995, ISBN 2-262-01063-3.
  • Eckard Presler: Europas First Ladies. Auf eigenen Füßen. Militzke, Leipzig 1999, ISBN 3-86189-149-2.
  • Elisabeth Chavelet: Leurs Femmes. Elles aussi ont du pouvoir. Laffont, Paris 2003, ISBN 2-221-09904-4.
  • Christine Clerc: Tigres et Tigresses. Grand livre du mois, Paris 2006, ISBN 978-2-286-02743-8
  • Janet Marx: Die First Ladys der Fünften Französischen Republik – von Yvonne de Gaulle bis Bernadette Chirac. Müller, Saarbrücken 2007, ISBN 978-3-8364-4904-5.