Presskuchen

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Rapskuchenpellets (pelletierter Presskuchen aus der Verarbeitung von Rapssaat)

Presskuchen oder Ölkuchen ist das bei der Herstellung von Pflanzenöl nach dem Prinzip der Kaltpressung produzierte Koppelprodukt. Bestandteile des Presskuchens sind die nach der Pressung der Ölsaaten und -früchte verbleibenden Feststoffe und der nicht ausgepresste Ölanteil. Bei der Olivenölherstellung wird der Presskuchen auch als Trester bezeichnet. Im Gegensatz zum Presskuchen wird das bei der Heißpressung oder Extraktion erzeugte Koppelprodukt Extraktionsschrot genannt.

Presskuchen ist ein mineralstoffreiches Produkt mit hohem Proteingehalt. Im Unterschied zu Extraktionsschrot hat Presskuchen zudem einen hohen Fettgehalt.

Zusammensetzung von Presskuchen
in % der Trockenmasse[1]
Rapspresskuchen Sonnenblumenpresskuchen
Rohprotein 30-36 26,4
Rohfett 14,0-21,7 21,2
Rohfaser 7,8-13,7 29,0

Presskuchen eignen sich als Futtermittel in der Nutztierfütterung, mit Ausnahme der Produkte aus der Pressung ungenießbarer Rohstoffe (z. B. Jatrophaöl). Zudem werden Presskuchen als organischer Dünger, Brennstoff und Substrat zur Erzeugung von Biogas verwandt. Auch eine technische Nutzung, z. B. zur Proteinextraktion oder zur Herstellung von Verpackungen ist möglich.

Kommt Presskuchen als Tierfutter zum Einsatz, können damit wegen des hohen Proteingehalts Futtermittelimporte, z. B. von Sojaextraktionsschrot, substituiert werden. Dies fördert die regionalen Wirtschaftskreisläufe, da die Kaltpressung von Ölsaaten und -früchten in so genannten dezentralen Ölmühlen stattfindet, die meist in einer landwirtschaftlichen Umgebung angesiedelt sind. In Deutschland ist die Erzeugung von Presskuchen auf der Basis gepresster Rapssaaten von Bedeutung, der so genannte Rapskuchen. Rapssaat ist in Deutschland der wichtigste Ausgangsstoff für die Erzeugung von Öl-/Fettprodukten. Rapskuchen ist ein zunehmend verwendetes protein- und fettreiches Futtermittel für Rinder und Schweine.

Quellen[Bearbeiten]

Martin Kaltschmitt, Hans Hartmann und Hermann Hofbauer (Hrsg.), 2009: Energie aus Biomasse. Grundlagen, Techniken und Verfahren. Springer Verlag, 2. Auflage, S. 764-766, ISBN 978-3-540-85094-6.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Martin Kaltschmitt, Hans Hartmann und Hermann Hofbauer (Hrsg.), 2009: Energie aus Biomasse. Grundlagen, Techniken und Verfahren. Springer Verlag, 2. Auflage, S. 765, Tab. 13.6, ISBN 978-3-540-85094-6.

Weblinks[Bearbeiten]