Pretschen

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52.09055555555613.99138888888945Koordinaten: 52° 5′ 26″ N, 13° 59′ 29″ O

Pretschen
Höhe: 45 m
Eingemeindung: 26. Oktober 2003
Postleitzahl: 15913
Vorwahl: 035476

Pretschen (niedersorbisch Mrocna) ist ein Dorf mit etwa 350 Einwohnern auf einer Fläche von 1719 Hektar im Landkreis Dahme-Spreewald in Brandenburg (Deutschland). Seit 2003 gehört es zur Gemeinde Märkische Heide.

Postkarte von 1909

Pretschen ist eines der ältesten Dörfer der Niederlausitz. Am 8. August 1004 wurde es zum ersten Male urkundlich erwähnt, als Kaiser Heinrich II. (973 bis 1024) dem Kloster Nienburg an der Saale ein Gebiet schenkte, zu welchem der Ort gehörte.[1]

Das Dorf liegt etwa 65 Kilometer südöstlich von Berlin am Rand des Unterspreewalds zwischen Kiefernwäldern, Auwiesen, Gräben und Fließen der Spree. Die Pretschener Spree ist ein Seitenarm der Großen oder Hauptspree, der zwischen Schlepzig und Plattkow fließt. Durch Pretschen führen der „Europa-Wanderweg“ und der „Gurken-Radweg“. In der Umgebung, die zum Biosphärenreservat Spreewald gehört, leben Störche, Wildgänse und Kraniche, auch seltenere Tierarten wie Eisvogel, Fischotter und Marderhund.

Die Dorfkirche Pretschen wurde 1893[2] als Ziegelbau errichtet. In ihr befinden sich Buntglasfenster aus der Bauzeit, gestiftet von der Kirchenpatronin Ernestine von Voß geb. Paschke. Vor der Kirche sind zwei steinerne Sühnekreuze aus dem Mittelalter zu sehen. Unter dem Pretschener Schloss, das 1852 in der jetzigen Form erbaut wurde, liegen Reste mittelalterlicher Wehranlagen. Infolge mehrerer Großbrände und des Dreißigjährigen Kriegs sind nur wenige Fachwerkhäuser in der Nähe der Kirche erhalten geblieben.

Brennerei im Landgut Pretschen

Im Landgut Pretschen, einem ehemaligen volkseigenen Betrieb, der seit 1999 privat als Mitglied im Demeter-Anbauverband betrieben wird, befindet sich eine 1848 erbaute, betriebsbereite Brennerei, die als technisches Denkmal gilt. Sie verfügt noch über die ursprüngliche Dampfmaschine. In der Brennerei wurde bis 2001 Roggen zu Rohspiritus destilliert. Neben der Landgut Pretschen GmbH betreibt nur noch ein Bauer Landwirtschaft. Bis 1990 war der Ort dagegen vorwiegend landwirtschaftlich geprägt.

Eingemeindung[Bearbeiten]

Pretschen wurde am 26. Oktober 2003 in die Gemeinde Märkische Heide eingegliedert.[3]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Märkische Oderzeitung, 21. September 2005, Seite 11
  2. Jens Eschrich in Dehio, Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler, Brandenburg, Deutscher Kunstverlag München Berlin 2000, ISBN 3-422-03054-9, Seite 892
  3. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2003