Preußisches Wörterbuch

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Als Preußisches Wörterbuch werden mehrere Wörterbuchprojekte aus dem 18. bis 21. Jahrhundert bezeichnet. Sie dokumentieren den regionalen Wortschatz der preußischen Provinzen Ostpreußen und Westpreußen. Neben mundartlichen Ausdrücken der niederpreußischen und hochpreußischen Dialekte werden auch Regionalismen des Standarddeutschen, vor allem aus der Verwaltungssprache, dokumentiert.[1]

Frühe Projekte[Bearbeiten]

Das erste Büchlein (86 Seiten) dieses Titels wurde 1759 von Johann Georg Bock veröffentlicht:

  • Idioticon Prussicum oder Entwurf eines preußischen Wörterbuchs, darin die deutsche Redensarten und Ausdrücke, die allein in hiesigem Lande gebräuchlich sind, zusammen getragen und erörtert werden sollen, eröffnet von Joh. George Bock. Königsberg 1759.
  • Preußisches Wörterbuch, worinnen nicht nur die in Preußen gebräuchliche eigenthümliche Mundart und was sie sonst mit der niedersächsischen gemein hat, angezeigt, sondern auch manche in preußischen Schriftstellern, Urkunden, Documenten und Verordnungen vorkommende veraltete Wörter, Redensarten, Gebräuche und Alterthümer erklärt werden, im Namen der Königlichen Deutschen Gesellschaft zu Königsberg herausgegeben von G. E. S. Hennig. Königsberg 1785. (340 Seiten)

Zwei Werke aus dem 19. Jahrhundert (mit ähnlichem Titel) beschäftigen sich nicht mit deutschen Mundarten, sondern dem Altpreußischen:

  • Thesaurus linguae Prussicae. Der preußische Vocabelvorrath, soweit derselbe bis jetzt ermittelt worden ist etc. von G. H. F. Nesselmann. Berlin 1873.
  • Altpreußischer Wörterschatz. Mit Erläuterungen von Prof. Dr. W. Pierson. Berlin 1875.

Aktuelles Projekt[Bearbeiten]

Das aktuelle Preußische Wörterbuch ist ein lexikographisches Werk in sechs Bänden, das zu den großlandschaftlichen Wörterbüchern des Deutschen zählt. Mit den Arbeiten wurde 1952 begonnen, und erst 2005 ist in Kiel der letzte Band erschienen. Aus der Perzeption von Fragebögen, älteren Wörterbüchern, Literatur, Zeitschriften, Kopien, Fotos und Tonbändern ist eine ständig erweiterte Kartei mit rund 2,5 Millionen Zetteln entstanden, die seit 1974 in Buchform publiziert werden. Das gesamte Preußische Wörterbuch wird von Reinhard Goltz im Wachholtz Verlag herausgegeben.

2005 wurde es mit dem Kulturpreis der Landsmannschaft Ostpreußen ausgezeichnet.

Digitalisate[Bearbeiten]

Frischbier[Bearbeiten]

Ziesemer[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Beispielwörter aus der ostpreußischen Behördensprache: Domänenjustizamt, Instmann, Scharwerker, Schatulldorf, Strandreiter.