Prey (Computerspiel)

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Prey
Prey-logo.svg
Entwickler Human Head Studios (PC)
Venom Games (X360)
Aspyr Media (Mac)
Publisher 3D Realms, 2K Games
Erstveröffent-
lichung
14. Juli 2006
Plattform PC (Linux, Mac OS, Windows), Xbox 360
Spiel-Engine Doom-3-Engine
Genre Ego-Shooter
Spielmodus Einzelspieler, Mehrspieler
Steuerung Tastatur & Maus, Gamepad
Systemvor-
aussetzungen
Medium CD-ROM, DVD-ROM, Download
Sprache Englisch (mit deutschen Untertiteln)
Aktuelle Version 1.4
Altersfreigabe
USK ab 18
PEGI ab 18+ Jahren empfohlen

Prey ist ein Computerspiel aus dem Jahr 2006, das von den Human Head Studios im Auftrag von 3D Realms entwickelt wurde. Der Ego-Shooter handelt von einem jungen Mann namens Tommy, der eine außerirdische Bedrohung abwenden muss, indem er sich auf seine indianischen Wurzeln besinnt.

Die Rechte an der Marke Prey liegen momentan bei Bethesda Softworks. Human Head Studios entwickelt einen Nachfolger.[1]

Handlung und Spielverlauf[Bearbeiten]

Der Handlungsort ist ein außerirdisches Raumschiff in der Umlaufbahn der Erde, in das der Spieler in der Rolle des amerikanischen Ureinwohners Tommy zusammen mit vielen anderen Menschen, unter anderem seinem Großvater Enisi und seiner Freundin Jen, entführt wird. Tommy, der während seines Lebens im Reservat zunehmend die Verbindung zu seinen indianischen Gebräuchen und übernatürlichen Anlagen verloren hat, muss diese nun neu erlernen, um Jen und die anderen entführten Menschen zu befreien.

Wie das Raumschiff selbst, sind alle Waffen, die Tommy auf seinem Weg durch das Raumschiff findet, in einem fremdartigen halb-organischen Design gehalten. Zu den Besonderheiten der außerirdischen Technik des Raumschiffs gehören Schwerkraft-Manipulatoren, die es dem Spieler wie auch den Gegnern ermöglichen, beispielsweise an den damit ausgestatteten Wegen an den Wänden und an der Decke der Räume entlangzulaufen, was den räumlichen Orientierungssinn des Spielers herausfordert. Diese Gravitationsfelder werden unter anderem auch für kleinere Rätselaufgaben eingesetzt. Eine weitere Besonderheit sind künstliche Portale, die sich plötzlich im Raum öffnen und den Spieler von dort übergangslos an einen anderen Ort bringen können.

Durch sein indianisches Erbe stehen Tommy außerdem auch einige spirituelle Fähigkeiten zur Verfügung, die er im Laufe des Spiels ausbildet, so zum Beispiel die Fähigkeit der Geistreise, die es ihm erlaubt, seinen Körper zu verlassen und im immateriellen Zustand die Umgebung zu erkunden. Dieses Feature wird auch benutzt, um den Tod für den Spieler weniger frustrierend zu machen: Nach dem Ableben findet sich Tommys Seele in einem Tal wieder, und kurze Zeit später kann sie in die reale Welt zurückfinden.

Im Verlauf der Handlung erfährt der Spieler, dass die Menschheit vor vielen Jahren von Aliens "angepflanzt" worden ist. Die so kultivierte Menschheit ist nun auf dem Höchststand ihrer Entwicklung und damit "reif", um "geerntet" zu werden.[2] Dadurch steht der Mensch plötzlich nicht mehr an der Spitze der Nahrungskette und sein einziger Zweck ist, in großer Masse als Nahrung für eine andere Spezies zur Verfügung zu stehen. Doch Tommy schafft es während seines Abenteuers bis zum Kern des Raumschiffes vorzudringen und von dort aus gegen eine Wesenheit namens "Sphere" anzutreten, welche eine Art kollektives Bewußtsein des Alien-Schiffs darstellt. Nachdem er es besiegen konnte, übernimmt Tommy den Platz von Sphere und steuert das Alienraumschiff auf direktem Weg in die Sonne und kann damit die Bedrohung durch das Raumschiff abwenden. Nachdem dies vollbracht wurde, erwacht Tommy wieder in der Bar, in der das Abenteuer begonnen hatte. Eine Indianerin steht vor ihm und bittet ihn mit ihr durch ein Portal zu treten, da seine Dienste auf einem anderen Planeten benötigt werden, von dem er ebenfalls großes Unheil abwenden soll. Tommy folgt der Aufforderung und tritt mit der fremden Frau durch das blau schimmernde Portal.

Entwicklung[Bearbeiten]

Erstes Projekt[Bearbeiten]

Das Spiel wurde erstmals im Jahr 1995 angekündigt, aber nach mehreren Jahren wurde die Entwicklung im Jahr 1999 pausiert. Technische Probleme wurden als Ursache angegeben. Der Hauptprogrammierer William Scarboro kommentierte dazu später, dass die geplante „Portal-Technologie“ zur damaligen Zeit wohl ein zu ehrgeiziges Projekt gewesen sei.

Prey wurde in einer privaten Vorführung in den Jahren 1997 und 1998 auf der vorgestellt, wo vor allem die neuartige „Portal-Technologie“ Interesse weckte. Als fantastisches Element sollten die Portale den übergangslosen Wechsel zwischen verschiedenen Raumebenen in Echtzeit ermöglichen.

Über die Story wurde kaum etwas bekannt, außer dass es vier außerirdische Spezies geben sollte (drei von diesen sollten die „Trocara“, die vierte „Keeper“ genannt werden) und einen indianischen Helden des Spiels, der „Talon Brave“ genannt werden soll.

Die deutsche Gruppe KMFDM wurde beauftragt, den Soundtrack für das Spiel zu komponieren.

Neuentwicklung 2006[Bearbeiten]

Die Entwicklung des Computerspiels wurde von 3D Realms 2001 wieder aufgenommen. Als neue technische Grundlage wurde die Doom-3-Engine von id Software lizenziert und als Entwicklerteam Human Head Studios beauftragt. Am 26. April 2005 wurde Prey offiziell von 2K Games mit einer Pressemitteilung angekündigt: "New York, NY – April 26, 2005 – 2K Games, a publishing label of Take-Two Interactive Software, Inc. (NASDAQ: TTWO), and 3D Realms today announced Prey, a revolutionary first person shooter for PC and a next-generation console system in development at Human Head Studios, under the direct supervision of 3D Realms." [3]

Das Spiel wurde am 14. Juli 2006 offiziell in Deutschland als DVD-ROM-Version und für die Xbox 360 veröffentlicht.

Prey sollte zusätzlich zum klassischen Datenträger-Vertrieb auch über Triton zum direkten Download zur Verfügung gestellt werden. Triton wurde jedoch eingestellt und das Spiel wurde alternativ über Steam vertrieben, bis es dort Ende 2009 ausverkauft war.[4]

Kritiken[Bearbeiten]

Prey erhielt von der Fachpresse überwiegend sehr positive Bewertungen. Die Gamestar vergab eine Wertung von 87 % und urteilte "Technisch beeindruckender Knobel-Shooter".[5] Auch die PC Games belohnte das Spiel mit 87 %.[6] Die Website 4Players bewertete den Titel mit 88 %.[7] Die Computer Bild Spiele vergab die Endnote Gut.[8] Die Fachzeitschriften lobten besonders das ungewöhnliche Setting, die mystisch angehauchte Hintergrundgeschichte, die opulente Musik und die fortschrittliche Grafik der id Tech 4. Bemängelt wurden die einfachen Rätsel, die kurze Spielzeit, die mäßige KI und der dürftige Multiplayermodus.

Quellen[Bearbeiten]

  1. vg247.com: Meldung vom 19. April 2012 (englisch, aufgerufen am 7. Mai 2012)
  2. http://www.netzwelt.de/news/74426-test-prey.html
  3. www.shacknews.com
  4. http://www.cynamite.de/pc/news/more/prey_bei_steam_ausverkauft/83529/prey_bei_steam_ausverkauft.html
  5. Prey (PC). In: GameStar. Abgerufen am 6. Juli 2012.
  6. Prey (PC). In: PC Games. Abgerufen am 6. Juli 2012.
  7. Prey. In: 4Players. Abgerufen am 6. Juli 2012.
  8. Prey (PC). Abgerufen am 6. Juli 2012.

Weblinks[Bearbeiten]